CDU besteht auf Bonus für Familien
Sozialbeirat fordert weitere Rentenreformen

Kaum hat die Bundesregierung weitere Einschnitte für Rentner und Versicherte beschlossen, da fordern Sozialbeirat und Arbeitgeber weitere Reformen. Dagegen geht den Sozialverbänden bereits die vorgesehene weitere Verlangsamung des Rentenzuwachses zu weit.

sm BERLIN. Und die CDU macht eine Zustimmung zu dem Gesetzespaket der Regierung davon abhängig, dass Familien einen zusätzlichen Bonus erhalten.

Kern des „Nachhaltigkeitsgesetzes“, das das Bundeskabinett gestern auf Vorschlag von Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) beschlossen hat, ist ein zusätzlicher Abschlag bei den jährlichen Rentenanpassungen. Künftig werden bei der Berechnung der Rentenerhöhungen nicht nur Erhöhungen des Rentenbeitragssatzes und fiktive Beiträge der Arbeitnehmer zur Riester- Rente, sondern auch noch sinkende Beschäftigungs- und steigende Rentnerzahlen berücksichtigt. Dies läuft darauf hinaus, dass die Rentner nach einer Nullrunde 2004 in den darauffolgenden Jahren nur noch mit geringfügigen Rentenerhöhungen rechnen können. Zusätzlich werden Ausbildungszeiten vor allem bei Akademikern künftig kaum noch rentensteigernd anerkannt und die Altersgrenze für die Frühverrentung von Arbeitslosen und Altersteilzeitlern angehoben.

Nach ihrem Rentenbericht 2003, den das Kabinett ebenfalls gestern verabschiedete, kann mit den vorgesehenen Einschnitten einschließlich der von Rot-Grün bereits beschlossenen Sofortmaßnahmen der Beitragssatz bis 2007 bei 19,5 % stabil gehalten und die Rücklage, die 2004 stark abgeschmolzen wird, schrittweise wieder auf bis zu 0,9 Monatsausgaben angehoben werden. Nach der langfristigen Prognose der Regierung kann der Beitragssatz bis 2010 auf 18,6 % sinken, um 2017 wieder auf 19,6 % zu steigen.

Der Sozialbeirat, dem unter der Leitung von Prof. Bert Rürup Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgebern und der Bundesbank angehören, meldete in seiner Stellungnahme zum Rentenbericht, die dem Handelsblatt vorliegt, weiteren Reformbedarf an. „Unverzichtbar“ sei es, die generelle Altersgrenze ab dem nächsten Jahrzehnt schrittweise von 65 auf 67 Jahre anzuheben. Auch Ökonomen sehen keinen anderen Ausweg: „Wir kommen nicht an einer Anhebung des Renteneintrittsalters vorbei“, sagt Ulrich van Suntum, Direktor des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung an der Uni Münster.

Seite 1:

Sozialbeirat fordert weitere Rentenreformen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%