CDU-Chefin nun auch offiziell Herausforderin von Kanzler Schröder
Merkel als Kanzlerkandidatin nominiert

Nun ist es offiziell: Das Duell ums Kanzleramt heißt Angela Merkel gegen Gerhard Schröder. Die Spitzengremien der Unionsparteien nominierten die CDU-Chefin wie erwartet auf ihrer Präsidiumssitzung. Mit der Ernennung schlägt Merkel das bislang wichtigste Kapitel ihrer politischen Karriere auf. Gleichzeitig bricht sie mit einem über Jahrzehnte geltenden Tabu.

HB BERLIN. CSU-Chef Edmund Stoiber bestätigte die Nominierung Merkels am Mittag auf einer Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Die Parteigremien hätten Merkel "einstimmig und einmütig" nominiert. Die anwesenden Vertreter der Unionsparteien quittierten Stoibers Worte immer wieder mit Beifall.

Merkel wird damit auch offiziell zur Herausforderin von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei der für Mitte September geplanten Neuwahl des Bundestags. Die 50-Jährige ist zudem die erste Kanzlerkandidatin in Deutschland. Eine Frau als Kanzlerkandidatin sei „eine ganz normale Entwicklung, die zeitgemäß ist“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) am Montag im Deutschlandradio Kultur. Allerdings müssten sich „manche ältere Herren vor allen Dingen“ erst an eine solche Situation gewöhnen, „aber das ist eine Frage der Zeit“.

Für Merkel geht es fortan nur noch um Top oder Flop. Scheitert sie, noch dazu bei der für die Union günstigen Ausgangslage, ist ihre Laufbahn beendet. Sie hat kein Auffangnetz wie Stoiber vor drei Jahren.

Die erste zu sein - die Erfahrung hat die Pfarrerstochter aus Templin in Brandenburg mehrmals gemacht. Erst mit 35 Jahren kam die Physikerin in die Politik - zunächst als „Mädchen für alles“ im Demokratischen Aufbruch während der Wende in der DDR. Sie wurde nach ein paar Monaten schon stellvertretende Regierungssprecherin. Mit 36 wurde sie Ministerin, das „Küken“ in Helmut Kohls Kabinett. Nicht jeder der Kabinettskollegen nahm sie anfangs richtig ernst.

Als die CDU in die Opposition musste, wurde sie 1998 mit 44 Jahren Generalsekretärin, als erste Frau, als erste aus dem Osten. Während der Spendenkrise scharte sich die Partei um sie, weil sie als erste in der Führung die Abnabelung von der Kohl-Ära verlangte und anders als der damalige Parteichef Wolfgang Schäuble unbelastet war.

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