CDU fordert Konsequenzen
Debakel um BER-Berater bringt Platzeck unter Druck

Neuer Rückschlag für das Krisenprojekt Berliner Hauptstadtflughafen. Ein wichtiger Berater springt wegen Indiskretionen ab. Die Landes-CDU macht dafür Brandenburgs Ministerpräsidenten verantwortlich.
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BerlinMehrere CDU-Bundestagsabgeordnete haben nach der Entscheidung von Wilhelm Bender, nicht Chefberater am neuen Hauptstadtflughafen BER werden zu wollen, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) aufgefordert, als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft zurückzutreten. Platzeck habe bereits mit seinem Eintreten für das Nachtflugverbot die Grundlagen des Flughafens zerstört. „Er muss zurücktreten, um weiteren Schaden vom Flughafen abzuwenden“, sagte der Berliner CDU-Politiker Frank Steffel Handelsblatt Online. „So findet er weder Berater noch einen neuen Geschäftsführer.“ Jetzt müsse endlich ein Fachmann an die Spitze des Aufsichtsrats.

Platzeck habe „die Lage nicht im Griff“, sagte auch Steffels Parteifreund, Karl-Georg Wellmann. „Durch unprofessionelles Verhalten seiner Flughafengesellschaft sagen die guten Leute ab“, sagte Wellmann Handelsblatt Online. Es sei Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden, „erstklassige“ Berater für den Vorstand zu finden. „Die Vertraulichkeit wurde jedoch in einer Weise gebrochen, dass Herr Bender abgesagt hat.“

Platzeck sei auch schon deshalb überfordert, weil er sich in einem Interessenkonflikt befinde, sagte Wellmann weiter. „Die wirtschaftlichen Interessen der Flughafengesellschaft sind nicht automatisch kongruent mit den Interessen des Landes Brandenburg.“

Bender erklärte zu seinem Verzicht: Er sehe „keine ausreichende Gewähr dafür, dass seine Tätigkeit für den BER erfolgreich sein kann“. Dabei war der Mann aus Frankfurt als Hoffnungsträger für das einstige Vorzeigeprojekt gehandelt worden. Chef des Projekts wollte er zwar nicht werden, wohl aber als Berater zwei Tage pro Woche dem Technikchef Horst Amann zur Seite stehen.

Doch zuletzt hatte es Debatten um ein in Medienberichten genanntes Tageshonorar von 4000 Euro gegeben. Hintergrund ist zudem ein Streit zwischen den beiden Hauptanteilseignern des Flughafens, Berlin und Brandenburg. Brandenburgs Regierungschef Platzeck hatte sich zuletzt überraschend hinter ein Volksbegehren für ein erweitertes Nachtflugverbot gestellt. Dies hatte ihm Kritik von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) eingebracht.

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  • wegen 4000 deutschmark der rückzieher, das glaube ich auch nicht, die märchenstunde geht bei wowi weiter bis a) plaazeg seine wiederwahl gewonnen hat oder b) klaus gehen muss für immer

  • Hm.... 4000 Euro Tagessatz für einen Top-Manager als Berater?
    Das war ja günstig...
    Wenn so viel Gutmütigkeit dann mit gezielter Indiskretion beantwortet wird, hätte ich auch gesagt "FU!".

  • steffel der neue teppich-wissensträger aus spandau...? warum ist bender zurückgetreten? nicht nur wegen vertrauensbrüche...lächerlich, der hat die akten bbi eingesehen und seine ohren fingen an zu schlackern, da wird noch einiges an unwohlbehagen und noch mehr zum vorschein kommen...txl muss bleiben!

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