CDU-Fraktionschef
Kauder provoziert neue Islam-Debatte

Die SPD und die Türkische Gemeinde kritisierten CDU-Politiker Volker Kauder scharf für seine Äußerung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. SPD-Mann Thomas Oppermann nannte Kauder den „letzten Kreuzritter der Union“.
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Unionsfraktionschef Volker Kauder hat eine neue Debatte über die Rolle des Islam in Deutschland entfacht. „Der Islam ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Deutschland und gehört somit nicht zu Deutschland“, sagte der CDU-Politiker, der sich dafür scharfe Kritik von der Opposition und der Türkischen Gemeinde in Deutschland gefallen lassen musste.

Kauder äußerte sich kurz vor der Sitzung der Deutschen Islamkonferenz, einem Gesprächsforum zwischen dem Staat und den in Deutschland lebenden Muslimen. Der CDU-Politiker widersprach mit seiner Aussage dem früheren Bundespräsidenten Christian Wulff, der den Islam als Teil Deutschlands bezeichnet hatte. Kauder betonte gleichwohl. „Muslime gehören aber sehr wohl zu Deutschland. Sie genießen selbstverständlich als Staatsbürger die vollen Rechte, ganz klar.“

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sagte über Kauders Äußerung: „Jeder darf Schwachsinn erzählen in diesem Land. In der Demokratie ist das möglich.“ Kauder müsse wohl noch vieles nachlesen, was die Bundespräsidenten Wulff und Joachim Gauck zum Islam in Deutschland gesagt hätten.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann bezeichnete Kauder als „letzten Kreuzritter der Union“. Der CDU-Politiker sorge damit für eine „Abwertung und Ausgrenzung aller Muslime in Deutschland“ und lege überdies einen Sprengsatz in die Islamkonferenz. Diese könne nur Erfolg haben, wenn die modernen und weltoffenen Muslime in Deutschland gestärkt werden.

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir bezeichnete es als „absurd“, zu behaupten, Muslime gehörten zu Deutschland, der Islam aber nicht. „Volker Kauder macht einen auf Kulturkampf, um dem gebeutelten konservativen Teil der Union zu signalisieren: Wir haben euch nicht vergessen.“ Das Gesellschaftsbild des CDU-Politikers sei befremdlich. Der Islam sei in der Vergangenheit nicht Teil der Tradition und Identität des Landes gewesen, „inzwischen ist er es aber“, betonte Özdemir. Er fügte hinzu: „Vermutlich denkt Herr Kauder auch, die Frauenbewegung gehöre nicht zu Deutschland, Frauen aber schon.“

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hielt sich zurück mit Kritik an Kauders Äußerungen. Auf Nachfrage sagte er, die Islamkonferenz wolle sich nicht mit tagesaktuellen Themen befassen, sondern auf das Wesentliche konzentrieren. Im März 2011 hatte der CSU-Politiker nach seinem Amtsantritt und kurz vor dem Treffen der Islamkonferenz erklärt, der Islam gehöre historisch nicht zu Deutschland.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die grünen Trotzkisten und ökospinner haben uns das alle eingebrockt. Trittin und die grüne Gefahr. Rote und grün-lackierte ROTE sehen solche Fragen ganz anders

  • Warum haben die Muslime kein Respekt bzw. achten die Deutschen? Drei Muslime kommen nach Deutschland und schon muß Deutschland ein muslimisches Land werden Die muslemischen Frauen zeigen doch deutlixch mit Ihrer Kleidung: Wir verachten die Deutschen. Wir wollen nicht zu Deutschland gehören. Sollen wir wirklich diese Kultur einführen mit Ehrenmorden, wie unsere Politiker es wollen? Wieso sollen die Deutschen sich angleichen. Umgekehrt ist es überall auf der Welt. Wo bleibt eigentlich unsere Christianisierung? Warum weigern sich unsere Kirchen in dieser Richtung tätig zu werden?

  • Wieder beschweren sich die Türken. Sie sollten sich erst einmal für den Völkermord an den Armeniern entschuldigen und Wiedergutmachung leisten! Schlechten Bild vom Islam? Wer fordert die Tötung von Andrsgläubigen? Es sind die Islamgläubigen! Wer ist für die Sharia, Fatwa usw? Wer führt Christenermordungen durch?? Nur Islamgläubige und diese werden hier dafür noch geschützt und unterstützt von Deutschen Politikern!

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