CDU-Fraktionschef Oettinger will Regierungschef in Stuttgart werden
Duell um die Nachfolge Erwin Teufels

Die baden-württembergische CDU kann die Spekulationen um die Amtszeit von Ministerpräsident Erwin Teufel nicht mehr stoppen. Immer öfter wird die Frage angesprochen und überlagert die Sachpolitik. Um das Erbe des dienstältesten Landeschefs der Republik buhlen bereits – teils offen, teils versteckt – Kultusministerin Annette Schavan und Günther Oettinger, der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion. Daneben zeigt die Kabinettsmannschaft Zeichen der Auflösung.

STUTTGART. Teufel hält sich formal alle Möglichkeiten offen. Er sei für die „volle Legislaturperiode bis 2006“ gewählt, antwortete er bislang stereotyp auf Fragen nach Rückzugsplänen. Umso mehr horchten die Delegierten des Parteitages kürzlich auf, als er ihnen versprach: „Ich werde mich rechtzeitig zur nächsten Landtagswahl erklären.“ Oettinger hat bereits seinen Anspruch auf Teufels Nachfolge angemeldet: „Wenn Erwin Teufel als Ministerpräsident abtritt, muss ich antreten“, sagte er kürzlich dem baden-württembergischen „Staatsanzeiger“.

Ab 1. März 2005 können die Parteien ihre Kandidaten für die Landtagswahl im Frühjahr 2006 nominieren. Ein altgedienter CDU-Mann weist darauf hin, dass „unsere Bewerber da Klarheit haben wollen über den Spitzenkandidaten“. Am 4. September wird Teufel 65 – das Datum böte sich für ein Signal an. Aber schon nach den Kommunalwahlen im Juni dürften die Forderungen nach Klarheit lauter werden. Alles spricht dafür, dass im Winter der Wechsel vollzogen wird.

In den vergangenen Wochen hat Teufel viel Zeit am Telefon verbracht, um die Stimmung in seinem Landesverband auszuloten. Dabei ist ihm kaum verborgen geblieben, dass nach den Worten eines ranghohen Christdemokraten „bei den Funktionären eine Mehrheit den Wechsel will“. In der Mitgliedschaft sei dieser Wunsch dagegen nicht so stark. Teufel hält sich eisern bedeckt, wenn es um seine persönlichen Ambitionen geht. Dennoch sind viele Parteifreunde überzeugt, dass er nur zu gern der CDU 2006 die absolute Mehrheit gesichert hätte, die seine Partei 1992 bei der ersten von ihm verantworteten Landtagswahl verloren hat. Alle Umfragen verheißen der CDU derzeit eine stabile Stimmenmehrheit von 52 Prozent.

Seite 1:

Duell um die Nachfolge Erwin Teufels

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%