CDU-Fraktionsvorsitz
Hauk gewinnt Machtkampf mit Gönner

Den Machtkampf um den CDU-Fraktionsvorsitz im Baden-württembergischen Landtag hat Peter Hauk für sich entschieden - und Mappus-Anhängerin Tanja Gönner damit in die Schranken gewiesen.
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StuttgartDer bisherige Vorsitzende Peter Hauk setzte sich am Dienstag gegen Umweltministerin Tanja Gönner durch. Für den 50-jährigen Hauk sprachen sich 39 der 60 Abgeordneten aus. Auf Gönner entfielen 21 Stimmen. Damit ließ die neue Fraktion die Vertraute des scheidenden Ministerpräsidenten Stefan Mappus abblitzen. Ob sich Gönner nach der Niederlage noch für den Parteivorsitz bewerben wird, war zunächst unklar. Kurz vor der Abstimmung hatte sie erklärt, sie tendiere dann dazu, nicht für den Parteivorsitz zu kandidieren.

Hauk ist nach eigenen Worten bereit, die Nachfolge von Mappus als CDU-Landeschef anzutreten, wenn die Partei das wünscht. Er hätte aber auch nichts gegen eine Doppelspitze. Die CDU ist auch nach der schweren Wahlniederlage der schwarz-gelben Koalition die mit Abstand größte Fraktion im Stuttgarter Landtag.

Gönner zählt zur Mappus-Riege in der Südwest-CDU, folglich haftet ihr das Wahldebakel besonders stark an. Regierungschef Mappus schob die schwäbelnde Anwältin vor allem im Streit um Stuttgart 21 ins bundesweite Rampenlicht. Sie vertrat ihn auch bei der zentralen Pressekonferenz aller Spitzenkandidaten am Wahlabend. Gönner wird ein guter Draht zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nachgesagt, mehrfach war sie als Bundesumweltministerin im Gespräch. In Berlin ist sie keine Unbekannte: Gönner saß schon mal von 2002 bis 2004 im Bundestag, bis der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) sie als Sozialministerin in sein Kabinett berief. 2005 wechselte sie ins Umweltressort.

Peter Hauk galt immer als enger Vertrauter des Mappus-Vorgängers Günther Oettinger (CDU). Erst mit Mappus' Wechsel auf den Regierungssessel gelang ihm der Sprung auf den mächtigen Fraktionsvorsitz im Landtag. Vorher war der diplomierte Forstwirt noch an Mappus gescheitert. Jetzt könnte ihn Mappus' Niederlage wieder aus dem Amt spülen, wenn die CDU den kompletten Neubeginn will. Oettinger hatte Hauk 2005 zum Agrarminister gemacht. Wie Oettinger steht der an Heiligabend 1960 in Walldürn geborene Politiker eher für einen urbanen, liberalen Politikstil. Schon als Minister beharkte er sich häufiger mit Gönner - für Verbraucherfragen fühlten sich beide zuständig.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " CDU-Fraktionsvorsitz: Hauk gewinnt Machtkampf mit Gönner"

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  • Das Abstimmungsverhalten der CDU-Fraktion in Stuttgart zeigt immerhin, dass der Anteil der Abgeordneten, die noch über einen gewissen Anteil an Restvernunft verfügen, den Merkel-Hypnotisierten Paroli bieten kann.
    Frau Merkel wird die Niederlage ihrer Vertrauten Gönner mit Unmut zur Kenntnis nehmen und sollte dies als Zeichen sehen, dass ihre Politik des personellen Kahlschlags, wie zum Beispiel die Entsorgung ihres Rivalen Oettinger nach Brüssel, nicht die uneingeschränkte Bejubelung von Seiten aller CDU-Maßgeblichen erfährt.

  • Na, Gott sei Dank! Endlich mal eine CDU Personalentscheidung, der man uneingeschränkt zustimmen kann. Die Mappus-Altlasten sollten so schnell wie möglich von der CDU getilgt werden. MAPPUS, der kleine Möchtegern-Napoleon, hat mit seiner Bastapolitik viel zu viel verbrannter Erde in Baden-Württemberg hinterlassen. Er wird sich jetzt wohl um einen Vorstandssitz in der Wirtschaft bewerben, womöglich bei der ENBW!

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