CDU-Haushälter für Euro-Austritt
„Griechen-Insolvenz wird seit 2010 verschleppt“

Athen sucht einen Ausweg aus der Regierungskrise. Eine Zweierkoalition soll nun die von den internationalen Geldgerbern geforderten Reformen umsetzen. Doch in Berlin mehren sich die Zweifel, ob das gelingen wird.
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BerlinIn Berliner blickt man mit Skepsis auf das, was sich in diesen Tagen in Griechenland abspielt. Mit der eigenmächtigen Entscheidung, den staatlichen Rundfunk ERT zu schließen, hatte Ministerpräsident Antonis Samaras die Regierungskrise vor zwei Wochen heraufbeschworen. Die Koalitionspartner Pasok und Dimar beklagten daraufhin, nicht vorab informiert worden zu sein. Durch die Schließung verloren fast 2.700 ERT-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Ohne Dimar verfügt Samaras zusammen mit der sozialistischen Pasok nur noch über eine knappe Mehrheit von drei Stimmen im Parlament.

Nun will Samaras enger mit seinem verbliebenen sozialistischen Koalitionspartner zusammenarbeiten. "Wir müssen lernen zu kooperieren", sagte er der Wochenzeitung "To Vima" vom Sonntag, nachdem die Demokratische Linke (Dimar) im Streit um die ERT-Schließung ihren Rückzug aus dem Dreier-Regierungsbündnis verkündet hatte. "Wir sind uns der Gefahren bewusst und werden diese Falle umgehen", fügte Samaras hinzu. Der Regierungschef zeigte sich hoffnungsvoll, Neuwahlen durch Kompromissbereitschaft verhindern zu können. "

Die Euroskeptiker in der schwarz-gelben Koalition in Berlin trauen dem Frieden nicht. Vor allem glaubt der Haushaltsexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Willsch, der Zusicherung von Samaras, dass sein Land trotz der geplatzten Privatisierung des Gaskonzerns Depa in der Lage sei, die von EU und IWF geforderten Haushaltsziele zu erreichen. Der CDU-Politiker sieht daher in einem Euro-Austritt die einzige Chance für das Land, wieder auf die Beine zu kommen.

„Die Griechen sollten jetzt aus dem Euroraum austreten und ihre Volkswirtschaft reformieren. Sobald Griechenland seine Wettbewerbsfähigkeit durch kräftige Abwertung und die notwendigen strukturellen Reformen hergestellt hat, kann es sich neu um eine Aufnahme in den gemeinsamen Währungsraum bewerben“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Natürlich bleibe Griechenland hiervon unbeschadet Mitglied der EU.

Kommentare zu " CDU-Haushälter für Euro-Austritt: „Griechen-Insolvenz wird seit 2010 verschleppt“"

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  • Stimmt "Realist1". Warum sich mit der Wirtschaftskopie (CDU) zufrieden geben, wenn man das Original (AfD) ankreuzen kann.

  • DAS ist so. Die ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND ist unsere vermutlich unsere letzte Chance.

  • Griechenland jetzt rausschmeissen?Dafür ist es zu spät.Als das Schiff Griechenland anfing zu sinken,haben andere EU-Regierungen ganz schnell Retungsboote für Ihre Banken die da Staatsanleihen hatten,in Form von Rettungspaketen geschickt.Puh,Banken nochmal gerettet.Doch Griechenland und, ohh Grauss,andere EU-Länder haben auch Schlagseite.Mist,wenn die untergehen da gehen irgendwann alle mit unter,weil die Länder miteinander angekettet sind.
    Aber einer wird uns retten,die Bildzeitung.

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