CDU-Haushälter für Euro-Austritt

„Griechen-Insolvenz wird seit 2010 verschleppt“

Athen sucht einen Ausweg aus der Regierungskrise. Eine Zweierkoalition soll nun die von den internationalen Geldgerbern geforderten Reformen umsetzen. Doch in Berlin mehren sich die Zweifel, ob das gelingen wird.
Update: 24.06.2013 - 15:51 Uhr 42 Kommentare
Fahnen der EU und Griechenlands. Quelle: AFP

Fahnen der EU und Griechenlands.

(Foto: AFP)

BerlinIn Berliner blickt man mit Skepsis auf das, was sich in diesen Tagen in Griechenland abspielt. Mit der eigenmächtigen Entscheidung, den staatlichen Rundfunk ERT zu schließen, hatte Ministerpräsident Antonis Samaras die Regierungskrise vor zwei Wochen heraufbeschworen. Die Koalitionspartner Pasok und Dimar beklagten daraufhin, nicht vorab informiert worden zu sein. Durch die Schließung verloren fast 2.700 ERT-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Ohne Dimar verfügt Samaras zusammen mit der sozialistischen Pasok nur noch über eine knappe Mehrheit von drei Stimmen im Parlament.

Nun will Samaras enger mit seinem verbliebenen sozialistischen Koalitionspartner zusammenarbeiten. "Wir müssen lernen zu kooperieren", sagte er der Wochenzeitung "To Vima" vom Sonntag, nachdem die Demokratische Linke (Dimar) im Streit um die ERT-Schließung ihren Rückzug aus dem Dreier-Regierungsbündnis verkündet hatte. "Wir sind uns der Gefahren bewusst und werden diese Falle umgehen", fügte Samaras hinzu. Der Regierungschef zeigte sich hoffnungsvoll, Neuwahlen durch Kompromissbereitschaft verhindern zu können. "

Die Euroskeptiker in der schwarz-gelben Koalition in Berlin trauen dem Frieden nicht. Vor allem glaubt der Haushaltsexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Willsch, der Zusicherung von Samaras, dass sein Land trotz der geplatzten Privatisierung des Gaskonzerns Depa in der Lage sei, die von EU und IWF geforderten Haushaltsziele zu erreichen. Der CDU-Politiker sieht daher in einem Euro-Austritt die einzige Chance für das Land, wieder auf die Beine zu kommen.

„Die Griechen sollten jetzt aus dem Euroraum austreten und ihre Volkswirtschaft reformieren. Sobald Griechenland seine Wettbewerbsfähigkeit durch kräftige Abwertung und die notwendigen strukturellen Reformen hergestellt hat, kann es sich neu um eine Aufnahme in den gemeinsamen Währungsraum bewerben“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Natürlich bleibe Griechenland hiervon unbeschadet Mitglied der EU.

"Die Sparvermögen werden geopfert"
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42 Kommentare zu "CDU-Haushälter für Euro-Austritt: „Griechen-Insolvenz wird seit 2010 verschleppt“"

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  • Stimmt "Realist1". Warum sich mit der Wirtschaftskopie (CDU) zufrieden geben, wenn man das Original (AfD) ankreuzen kann.

  • DAS ist so. Die ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND ist unsere vermutlich unsere letzte Chance.

  • Griechenland jetzt rausschmeissen?Dafür ist es zu spät.Als das Schiff Griechenland anfing zu sinken,haben andere EU-Regierungen ganz schnell Retungsboote für Ihre Banken die da Staatsanleihen hatten,in Form von Rettungspaketen geschickt.Puh,Banken nochmal gerettet.Doch Griechenland und, ohh Grauss,andere EU-Länder haben auch Schlagseite.Mist,wenn die untergehen da gehen irgendwann alle mit unter,weil die Länder miteinander angekettet sind.
    Aber einer wird uns retten,die Bildzeitung.

  • Deutschland ist der Gekniffene. Stimmt, weil Merkel und Schäuble sich haben kneifen lassen. Bereits im Mai 2010 hätten sie auf den Maastricht-Vertrag bestehen müssen.
    "Wer bürgt, wird gewürgt." Das weiß eigentlich jeder. Mit Sicherheit auch Schäuble. Aber Schäuble wollte und will diese Krise. Daraus sollen die Vereinigten Pleitestaaten Europas entstehen. Das ist wohl sein Wunschtraum: "We can only achieve a political union if we have a crisis" waren seine Worte in der NYT im Nov. 2011. Dafür darf auch das gesamte Vermögen der deutschen Bevölkerung draufgehen.

    Bringen wird das alles nichts. Die Pleite der PFIIGS wird rausgezögert und die Fallhöhe der Geberländer steigt in's Unermessliche.

    Schäuble ist für uns absolut gefährlich. Leider ist die Opposition keinen Deut besser.

  • Sie haben vollkommen recht. Allerdings will unsere Regierung und unsere sogenannte Opposition den Ausverkauf unseres Landes weiter betreiben. Das politische Ziel steht über dem Wohl der Bevölkerung, besonders über dem Wohl der eigenen Bevölkerung.

    Unsere Politiker werden nicht wach. Der Bundestag nickt ab und die Regierung macht was sie will. Dafür wurden sie nicht gewählt - aber das interessiert sie auch nicht.
    Und die sogenannte Opposition macht alles mit.
    Wir können nur hoffen, dass die Alternative für Deutschland in den Bundestag einzieht.

    Auch hier mitlesen:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spiegel-cdu-streitet-ueber-europapolitik-a-907325.html

  • @netshadow
    bißchen grün und pädophil, gell...

  • @ rokober,
    lesenswert ist der Artikel in www.nachdenkseiten.de, dort unter "Finanzen" und "Wir retten nicht die Griechen, sondern die Banken".
    Diese Infos sind offensichlich der breiten Bevölkerung immer noch unbekannt.

  • Das Schengener Abkommen vom 14. Juni 1985, garantiert den Verzicht auf Personalausweiskontrolle und die ultimative Reisefreiheit innerhalb Europa. Während das Schengener Abkommen die friedliche Integration innerhalb Europa voranbrachte, zerstört die Gemeinschaftswährung den Frieden in Europa.

    Beweis: Aufgrund des ungleichen Wirtschaftwachstums der einzelnen Bundesländer in Deutschland, wird seit 1950 der Länderfinanzausgleich geleistet. Wenn dieser Länderfinanzausgleich in Deutschland zwangsläufig dazu führen würde, dass sich die wirtschaftlichen Strukturen der Bundesländer im Norden und im Süden von Deutschland ausgleichen würden, hätten wir den Länderfinanzausgleich in Deutschland schon längst nicht mehr nötig. Obwohl in der Bundesrepublik Deutschland der Haushalt vom Bundestag festgelegt wird, gelingt es seit über 62 Jahren nicht die gleichen wirtschaftlichen Bedingungen in allen Bundesländern in Deutschland zu schaffen.

    Wenn das unterschiedliche Wirtschaftswachstum nicht innerhalb Deutschland ausgeglichen werden kann, wie sollen die wirtschaftlichen Differenzen auf europäischer Ebene gelöst werden. Jedes EU-Land weist grundsätzlich andere strukturelle, kulturelle, ökologische, soziale und ökonomische Voraussetzungen auf. Hinzu kommen die geographischen Unterschiede zwischen den Nord- und Südländern. Wer kann zum Beispiel bei 50°C Hitze im Straßenbau 100% Leistung erbringen. Hinzu kommen die sehr unterschiedlichen Produkte für den Export.

    Die unterschiedlichen Wirtschaftsleistungen der Mitgliedsstaaten müssen durch einen dauerhaften „Europäischen Länderfinanzausgleich“ für immer ausgeglichen werden. Folglich wird unser soziales System in Deutschland, durch die ständigen Rettungsschirme, völlig ausbluten. Die AfD will das verhindern.

  • Die Hilfe für Griechenland bedeutet nichts anderes als eine Rettung der Banken.
    Frau Merkel will so und das Volk ist begeistert.

  • Und was sagt unsere Kanzlerin dazu?

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