CDU kontra SPD Leserbriefe-Krieg um Steinbrück-Honorare

Die Debatte um Steinbrücks Honorare treibt seltsame Blüten. In NRW bekriegen sich CDU- und SPD-Leute auf kuriose Weise. Sie schalten Leserbriefe – teilweise anonym. Das sorgt für großen Unmut – auf beiden Seiten.
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Der Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2013, Peer Steinbrück. Quelle: AFP

Der Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2013, Peer Steinbrück.

(Foto: AFP)

BerlinPeer Steinbrück mischt den Politikbetrieb auf. Nicht seine Politikprojekte, für die er als SPD-Kanzlerkandidat steht, beherrschen allerdings die Debatte. Es sind die Honorare, die er parallel zu seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter für Vorträge eingesackt hat. Wohlgemerkt alles rechtens. Wie das alles moralisch zu bewerten ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber: Will diese Frage überhaupt noch jemand bis ins letzte Detail ausdiskutiert haben?

Als hätte Deutschland keine anderen Probleme, wird sich inzwischen mancher Bürger fragen. Parteipolitikern sind solche Gefühlslagen allerdings fremd. Im nordrhein-westfälischen Bonn kann man derzeit beobachten, wie sich CDU- und SPD-Leute ungeachtet der eigentlichen Bürgerinteressen wegen der Causa Steinbrück bekriegen.

Steinbrück ist der Anlass für ein bizarres Hauen und Stechen auf den Leserbriefseiten des Bonner „General-Anzeigers“ (GA), bei dem es gar nicht in erster Linie um den Marktwert des ehemaligen Bundesfinanzministers geht, sondern darum, wer was in welchem Auftrag schreibt.

Dem Vize-Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrich Kelber, sind nämlich Leserbriefe aufgefallen, die sich besonders kritisch mit Steinbrück auseinandersetzen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, wenn sich hinter den Autoren nicht auch eine Parteizugehörigkeit verbergen würde. Die wurde aber unter den Kommentaren erst gar nicht erwähnt. Und das nervt den Bonner Berufspolitiker Kelber. Also griff er ebenfalls zur Feder, um genau das im GA öffentlich zu machen. Seine Leserbrief liegt Handelsblatt Online vor.

„Ist das transparent?“, fragt Kelber in seinem Leserbrief. Wöchentlich, behauptet er, nutzten Funktionäre der Bonner CDU die Leserbriefseite für „offenkundige parteipolitische Angriffe“, ohne ihre eigene Parteifunktion transparent zu benennen. Einer davon ist der Pressesprecher der CDU Baumschulviertel/Südstadt, Jochen Müller. Der, schreibt Kelber, habe einen Leserbrief für „maßlose Angriffe auf den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück“ genutzt. Anders als in Pressemitteilungen habe er dabei seine parteipolitische Funktion nicht angegeben. „Für mich ist das ein Missbrauch der Leserbriefseite“, empört sich Kelber.

"Unverhältnismäßige Preispolitik"
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35 Kommentare zu "CDU kontra SPD: Leserbriefe-Krieg um Steinbrück-Honorare"

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  • @ kuac

    Anstatt Schmiergelder einzunehmen, könnten die Politiker z.B Fliesen legen gehen...das hätte ihnen mit Sicherheit geholfen, ein Verständnis für die arbeitende Masse zu bekommen....ich bin mit einverstanden, dass sie solchen Nebenjobs nachgehen......?!

  • Abgeordnetenbestechung ist in D NICHT strafbar.

    http://www.change.org/de/Petitionen/abgeordnetenbestechung-bestrafen-korrupt

    Ich schlage vor, wir schreiben uns gemeinsam bei der ONLINE-PETION gegen diese Sollbruchstelle des Rechtsstaates ein.


    Vielen Dank für den Hinweis. Habe die Petition vor 2 Minuten unterschrieben :-)

  • Nein, der PS kann machen, was er will, und das weiß er auch. Die Kanzlerschaft wurde bei den Bilderbergern ausgekungelt, und er wird auf jeden Fall Kanzler werden. Hinterher wird sich dann wieder niemand finden lassen, der ihn gewählt hat.

  • @ kuac

    Der Punkt ist nur dass er die Verhandlungen im Sinne des Volkes führen sollte anstatt im Sinne der Lobbyisten.

    Was der Wirtschaft dient, dient in den meisten Fällen schon lange nicht mehr dem Volk.

  • "Wenn Herr Steinbrück und andere korrupt wären, würden sie strafrechtlich verfolgt."

    Tut mir leid - da sind Sie falsch informiert, denn das undenkbare ist wahr: Abgeordnetenbestechung ist in D NICHT strafbar.

    http://www.change.org/de/Petitionen/abgeordnetenbestechung-bestrafen-korrupt

    Ich schlage vor, wir schreiben uns gemeinsam bei der ONLINE-PETION gegen diese Sollbruchstelle des Rechtsstaates ein.

  • Inneminister FRIEDRICH birngt es auf den Punkt:

    HIRNVERBRANNTE IDEOLOGIE dieses Halloween der PFINGSTLER.

    [...]

    Man denke nur mal an den "DDON TRY THIS AT HOME" ...

    [...]

    ... TRITTBRETTFAHRER

    [...]

    Effekt

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ein Heer von Spießern, gesteuert von einer auflagegeilen Journaille.

  • @Vicario

    Mein Kommentar bezieht sich auf den Artikel des Handelsblattes und nicht auf die anderen Kommentatoren hier.

    Auch ich finde es nicht gut, dass Politiker private Nebeneinkünfte haben und dafür ihr Mandat vernachlässigen. Da dies aber legal ist, sollten Sie mit Ihren Äußerungen von wegen "korrupt" und "Gesindel" mal ein bisschen weniger freizügig umgehen. Wenn Herr Steinbrück und andere korrupt wären, würden sie strafrechtlich verfolgt. Aber obwohl es moralisch und ethisch verwerflich sein mag, die Einkünfte waren scheinbar legal und sogar noch ordnungsgemäß versteuert (wovon man heutzutage wahrscheinlich nicht bei jedem Spitzenverdiener in Deutschland ausgehen kann), PUNKT.

    Mir geht das inzwischen wochenlange Gelaber in den Medien und der Politik halt auf den Keks. Dieses künstliche Aufplustern, um damit den eigenen Neid zu verstecken, können sich die Politiker sparen.

    Die sollen lieber anfangen, sich politisch in Sachfragen streiten, um die WIRKLICHEN Probleme in Deutschland und Europa zu lösen. Von daher mein Hinweis auf die Ergebnisse der nächtlichen Koalitionsrunde.

  • @Roemi

    Es ist schon schäbig, wenn man versucht, aus der Sache ein parteipolitisches Geplänkel zu machen !

    Steinbrück steht bei den meisten Kommentatoren stellvertretend für das ganze Gesindel SPD,CDU,FDP,GRÜNE,LINKE da. Da er selbst aber die Sache thematisiert hat, fällt eben sein Name für korrupte Politiker am meisten..!

  • In den TOP Ten der Nebenverdiener aus dem Bundestag ist nur ein SPD-Mann, Peer Steinbrück eben. Dieser hat die Gelder eingenommen, als er stinknormaler Oppositions-Abgeordneter war, also ohne irgendwelche Möglichkeiten der Einflussnahme. Moralisch bedenklich sicher, aber rechtens.

    Über die anderen, allesamt aus CDU/CSU und FDP und damit immerhin zurzeit in Fraktionen, die Regierungsverantwortung haben, redet bei der Diskussion um Nebeneinkünfte niemand.

    Das lässt für mich nur einen Schluss zu: Die SPD scheint die richtige Person für die Kanzlerkandidatur ausgesucht zu haben, wenn Union und FDP schon ein Jahr vor der Wahl den Versuch unternehmen müssen, die Reputation der Person Steinbrück zu beschädigen.

    Also weg mit ihm, dem gefährlichen Herrn Steinbrück, damit die Koalition weiter so tolle Ergebnisse wie Herdprämie und 10 EUR für kranke und in Altersarmut lebende Menschen beschließen können, nachdem sie zum Schutz der Vermögenden knapp eine Billion in marode Banken und Staaten gepumpt haben. :-)

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