CDU kontra SPD
Leserbriefe-Krieg um Steinbrück-Honorare

Die Debatte um Steinbrücks Honorare treibt seltsame Blüten. In NRW bekriegen sich CDU- und SPD-Leute auf kuriose Weise. Sie schalten Leserbriefe – teilweise anonym. Das sorgt für großen Unmut – auf beiden Seiten.
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BerlinPeer Steinbrück mischt den Politikbetrieb auf. Nicht seine Politikprojekte, für die er als SPD-Kanzlerkandidat steht, beherrschen allerdings die Debatte. Es sind die Honorare, die er parallel zu seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter für Vorträge eingesackt hat. Wohlgemerkt alles rechtens. Wie das alles moralisch zu bewerten ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber: Will diese Frage überhaupt noch jemand bis ins letzte Detail ausdiskutiert haben?

Als hätte Deutschland keine anderen Probleme, wird sich inzwischen mancher Bürger fragen. Parteipolitikern sind solche Gefühlslagen allerdings fremd. Im nordrhein-westfälischen Bonn kann man derzeit beobachten, wie sich CDU- und SPD-Leute ungeachtet der eigentlichen Bürgerinteressen wegen der Causa Steinbrück bekriegen.

Steinbrück ist der Anlass für ein bizarres Hauen und Stechen auf den Leserbriefseiten des Bonner „General-Anzeigers“ (GA), bei dem es gar nicht in erster Linie um den Marktwert des ehemaligen Bundesfinanzministers geht, sondern darum, wer was in welchem Auftrag schreibt.

Dem Vize-Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrich Kelber, sind nämlich Leserbriefe aufgefallen, die sich besonders kritisch mit Steinbrück auseinandersetzen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, wenn sich hinter den Autoren nicht auch eine Parteizugehörigkeit verbergen würde. Die wurde aber unter den Kommentaren erst gar nicht erwähnt. Und das nervt den Bonner Berufspolitiker Kelber. Also griff er ebenfalls zur Feder, um genau das im GA öffentlich zu machen. Seine Leserbrief liegt Handelsblatt Online vor.

„Ist das transparent?“, fragt Kelber in seinem Leserbrief. Wöchentlich, behauptet er, nutzten Funktionäre der Bonner CDU die Leserbriefseite für „offenkundige parteipolitische Angriffe“, ohne ihre eigene Parteifunktion transparent zu benennen. Einer davon ist der Pressesprecher der CDU Baumschulviertel/Südstadt, Jochen Müller. Der, schreibt Kelber, habe einen Leserbrief für „maßlose Angriffe auf den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück“ genutzt. Anders als in Pressemitteilungen habe er dabei seine parteipolitische Funktion nicht angegeben. „Für mich ist das ein Missbrauch der Leserbriefseite“, empört sich Kelber.

Seite 1:

Leserbriefe-Krieg um Steinbrück-Honorare

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"Unverhältnismäßige Preispolitik"

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  • @ kuac

    Anstatt Schmiergelder einzunehmen, könnten die Politiker z.B Fliesen legen gehen...das hätte ihnen mit Sicherheit geholfen, ein Verständnis für die arbeitende Masse zu bekommen....ich bin mit einverstanden, dass sie solchen Nebenjobs nachgehen......?!

  • Abgeordnetenbestechung ist in D NICHT strafbar.

    http://www.change.org/de/Petitionen/abgeordnetenbestechung-bestrafen-korrupt

    Ich schlage vor, wir schreiben uns gemeinsam bei der ONLINE-PETION gegen diese Sollbruchstelle des Rechtsstaates ein.


    Vielen Dank für den Hinweis. Habe die Petition vor 2 Minuten unterschrieben :-)

  • Nein, der PS kann machen, was er will, und das weiß er auch. Die Kanzlerschaft wurde bei den Bilderbergern ausgekungelt, und er wird auf jeden Fall Kanzler werden. Hinterher wird sich dann wieder niemand finden lassen, der ihn gewählt hat.

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