CDU-Ministerin unter Beschuss
„Kristina Schröder ist eine kapitale Fehlbesetzung“

Statt Politik zu machen, schreibt Familienministerin Schröder ein Buch über Emanzipation. Das ärgert SPD und Grüne. Sie werfen der CDU-Frau Versagen auf ganzer Linie vor und fordern ihren Rücktritt.
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BerlinBundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) gerät angesichts ihrer erfolglosen Politik zunehmend unter Druck. Die Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Ziegler, warf Schröder Versagen auf ganzer Line vor und forderte sie auf, Konsequenzen zu ziehen. „Ihr Buch ‚Danke, emanzipiert sind wir schon’ ist nichts anderes als eine Absage an Politik. Denn Frauen sind in der Schröderschen Lesart eben selbst schuld an ihrer Misere“, sagte Ziegler Handelsblatt Online. „Nähme Frau Schröder ihre dümmlichen Thesen ernst, müsste sie selbst zurücktreten. Vermissen würde sie sicherlich niemand.“

Ziegler nannte Schröder eine „kapitale Fehlbesetzung“ als Bundesministerin. „Egal ob fehlende Kita-Plätze, mikroskopisch kleine Frauenanteile in Aufsichtsräten und Vorständen oder deutliche Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern, Schröder nimmt ihre Verantwortung an keiner Stelle wahr.“ Mit ihrer Buchveröffentlichung wisse man jetzt auch warum: „Ministerin Schröder will keine Politik machen - dann soll sie konsequenterweise ihren Stuhl räumen.“

Schröders Buch ist ein ketzerisches Plädoyer gegen von Feministinnen wie „Strukturkonservativen“ bisweilen immer noch beschworene klassische Rollenbilder: „Heimchen am Herd“ versus „Rabenmutter“, herzlose
Karrierefrau oder die „Latte-Macchiato-Mutter“ als neues schickes Großstadtphänomen. Doch mit der realen Lebens- und Arbeitswelt vieler junger Paare, die trotz eines immer noch unzureichenden Betreuungsangebotes täglich mühsam versuchen, Beruf, Kinder und Partnerschaft zu vereinbaren, hat das wenig zu tun. Deshalb wirkt das Werk der Ministerin auf viele ihrer Kritiker wie eine offene Provokation.

Auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast legte Schröder den Rücktritt nahe. "Ich nehme gern die feste Frauenquote und verzichte dafür auf Frau Schröder", sagte Künast dem Hamburger "Abendblatt". Wenn Schröder ihren Aufgaben nicht nachkommen wolle, dann müsse sie beiseite treten und anderen die Möglichkeit geben, anzupacken. Künast nahm dabei Bezug auf Schröders Rücktrittsdrohung für den Fall, dass mit ihr als Ministerin eine starre Frauenquote eingeführt werden soll.

Zugleich kündigte Künast einen weiteren überparteilichen Vorstoß für die feste Quote an: "Die Geduld der Frauen im Bundestag ist langsam am Ende - ein fraktionsübergreifender Antrag zur Einführung einer gesetzlichen Frauenquote wird kommen." Frau Schröder müsse erkennen, dass sie in einer Außenseiterposition ist. "Selbst der Sozialdienst katholischer Frauen in Bayern fordert die Ministerin auf, das Vorhaben zu stoppen", so Künast.

In der Regierungskoalition ist die Frauenquote umstritten. Auch in der Union gibt es Befürworter einer festen Quote, so etwa Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Schröder setzt hingegen auf die „Flexiquote“. Damit legen Unternehmen ihre eigene Quote fest - und müssen diese dann erfüllen.

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Schröder verteidigt ihre Frauen-Quote

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  • Quotenregelungen verhindern das Leistungsprinzip. Kristina Schröder hat nicht nur Recht, auch den Mut, das klar und deutlich zu formulieren. Deshalb Hochachtung! In der Politik gilt ja inzwischen überwiegend das Prinzip des Wegduckens, sonst folgt die parteiinterne Abstrafung. Inzwischen ist um unsere Kanzlerin herum ja kein eindeutiger Nachfolger mehr in Sichtweite, alles eliminiert, nur keine internen Herausforderer. Frau Schröder zeigt Flagge!

  • Korrektur:

    ... keine Ahnung hat) _verhasste_ Ursula ...

  • @liberaler

    Ich begehe jetzt mal einen Tabu-Bruch und sage, was ich an der "Ära Merkel" und ihrer Arbeit - Achtung, Schock! - _gut_ finde. Daß es ihr mal später als großes Verdienst angerechnet werden wird, die männlichkeitszentrierten Strukturen in der CDU komplett zu brechen und aus der CDU eine "moderne" und "offene" Partei gemacht hat. Ich nenne, um den Schock gleich noch mal zu steigern, jetzt ausdrücklich mal Ursula von der Leyen.

    Okay, hat der Notarzt die ersten Herzinfarkte verarztet?

    Ja, ich kann die nicht wirklich leiden, in der Europolitik ist sie die unsäglichste Tranfunsel, hat(te lange) keinen blassen Schimmer von Europa, die muss weg, schon klar, will ich auch, aber ...

    Sorry, das muß man einfach zur Kenntnis nehmen, sie ist schon eine kleine Revoluzzerin in Sachen Familienpolitik und hat da einiges auf "den Kopf" (in Wirklichkeit "auf die Füße") gestellt, da bleibt mir die Spucke weg.

    So ne Traute hatten die Sozis _NIEMALS!_, die sind doch vor ihrem eigenen Schatten in Deckung gegangen - und die Merkelsche und die (allseits wegen ein paar wirklich dämlicher Sachen, von denen sie keine Ahnung hat) Ursula machen hier die ganz ganz ganz große Nummer.

    Aber die Schröder?

    Sorry, äh, alles was ich jetzt hier zu sagen hätte, wäre morgen wieder weg, das verbieten die Forenregeln, zT. auch der Anstand und bis zu einem gewissen Grad auch der "Gute Geschmack".

    Ich beschränke mich also auf "die taubste Nuss zwischen hier und Neumexiko". Die glaubt den unterirdischen Mist, den sie verzapft, wahrscheinlich selbst ...

    Und das ist ja nun wirklich Strafe genug, oder?

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