CDU-Parteitag bestätigt Landesvorsitzenden
Milbradt entgeht dem Desaster

Trotz zahlreicher Pannen bei der Regierungsarbeit in Sachsen und harscher Kritik an seiner Person ist Ministerpräsident Georg Milbradt mit deutlicher Mehrheit als CDU-Landesvorsitzender bestätigt worden. Das befürchtete Debakel blieb aus. Milbradt hatte zuvor persönliche Fehler eingeräumt und seine Partei zu einem Neuanfang aufgefordert.

HB MITTWEIDA. Die Delegierten des Landesparteitages in Mittweida stimmten am Samstag mit 73,8 Prozent für Milbradt. Bei seiner letzten Wiederwahl vor zwei Jahren bekam der Regierungschef 76,9 Prozent. Der Ministerpräsident war wegen des Streits über die Waldschlößchenbrücke, die Korruptionsaffäre und den Notverkauf der Sachsen LB in die Kritik geraten.

Zuvor hatte Milbradt die Landes-CDU zu einem Neuanfang aufgefordert. „Politik ist kein Schönwettersegeln. Gute Politik zeigt sich immer erst bei Sturm und schwerem Wetter“, sagte der Landeschef beim Parteitag. „Wer hinfällt, muss wieder aufstehen. Wir dürfen uns nicht ständig vor Schmerzen krümmen. So werden wir nicht wiedergewählt“, warnte der CDU-Politiker mit Blick auf die Affären.

Gleichzeitig räumte Milbradt persönliche Fehler bei der Kommunikation ein. „Verkauf und Kommunikation müssen besser werden. Das ist auch meine Aufgabe“. In Dresden müssten wieder bessere Schlagzeilen produziert werden.

Der Linkspartei warf Milbradt im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre eine Verleumdungskampagne gegen die Landesregierung vor. Die Geschichten seien haarsträubend gewesen. „Der Stoff, aus dem die Träume des Boulevards sind“, sagte Milbradt. Jetzt sei aber offenkundig, dass es keine Mafia oder Korruption im großen Stil in Sachsen gegeben habe. Der Staat und seine Institutionen seien sauber.

Nach Ansicht von Milbradt war die Berichterstattung über die Ortschaft Mügeln, wo acht Inder von einer Menschenmenge angegriffen wurden, oberflächlich und einseitig. „Ich finde es unerträglich, wenn ein ganzer Ort und ein ganzer Landstrich stigmatisiert werden“.

Ein ähnliches Ereignis in Rheinland-Pfalz werde von den Medien unter der Decke gehalten, kritisierte der Regierungschef. „Und wir müssen uns von Kurt Beck gute Ratschläge anhören“. Es habe keine Hetzjagd in Mügeln, sondern auf Mügeln gegeben. Sachsen sei weltweit an den Pranger gestellt worden.

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