CDU-Parteitag in Köln

Die Angela-Merkel-Show

Auf dem Parteitag in Köln feiert die CDU nicht nur ihre alte, neue Chefin Angela Merkel, sondern vor allem sich selbst. Dabei umschifft die Bundeskanzlerin das wichtigste Thema: Die AfD als möglichen Koalitionspartner.
Update: 09.12.2014 - 19:52 Uhr 12 Kommentare

Merkel: „Wie viel kleiner will die SPD sich noch machen?“

KölnEin Franzose macht den deutschen Christdemokraten eine Ansage. „Angela Merkel hat die deutsche Wirtschaft und damit Europa fit gemacht“, sagt Joseph Daul. Anerkennender Applaus. Und weiter: „Ihr wisst gar nicht, was ihr für eine starke Chefin habt.“ Aufbrausender Applaus. „Heute Abend darf keine Stimme fehlen.“ Der Rest ist Jubel.

Joseph Daul, Präsident der Europäischen Volkspartei, bringt die rund 1000 Delegierten des 27. Parteitag der CDU in der Kölner Messehalle 8 auf Betriebstemperatur. Vier Stunden später ist klar – nicht alle, aber immerhin fast alle im Saal haben auf den Franzosen gehört. Die Bundeskanzlerin wird mit 96,72 Prozent als Parteivorsitzende bestätigt. Ein überragender Wert.

Und doch keine Überraschung: Die CDU ist die Angela-Merkel-Partei Deutschlands. Außenpolitisch gefragt, innenpolitisch moderat – so stellt sie die meisten Volksparteimitglieder zufrieden. Wenn diese in der Mittagspause bei einer Würstchensuppe auf Merkels Bewerbungsrede zu sprechen kommen, dann fallen Worte wie „sehr sachlich“, „fundiert“, „erklärend“.

Schwarze Null, gestiegene Nettolöhne, geringe Arbeitslosigkeit, Mütterrente. „Das kann sich sehen lassen“, sagt Merkel. Ihre Worte sind so gewählt wie berechenbar. Ihre Zuhörer wirken selbstzufrieden wie Fans von Bayern München, die nach einem 5:0 das 6:0 beklatschen.

Doch zweimal schafft es Merkel, die Delegierten im Saal mitzureißen. Ihre Attacken auf SPD und Linke sitzen. Zu Rot-Grün im Landtag von Nordrhein-Westfalen sagt Merkel: „In vier Regierungsjahren vier Niederlagen vor dem Verfassungsgericht. Das ist einmalig.“ Und an Landeschef Armin Laschet gewandt: „Ihr müsst schauen, dass NRW ein Rechtsstaat bleibt.“ Zum Hintergrund: Beim Haushalt und dem Beamtensold wiesen Verfassungsrichter Beschlüsse der Regierung von Hannelore Kraft (SPD) zurück.

Auch die Thüringer SPD, die sich vergangene Woche zur Juniorrolle in einem rot-rot-grünen Regierungsbündnis bekannt hat, bekommt ihr Fett weg. „Wie viel kleiner will die SPD sich eigentlich noch machen, frage ich mich? Ich halte das Verhalten der SPD in Thüringen für eine Bankrotterklärung an den eigenen Anspruch, als Volkspartei die Zukunft gestalten zu wollen.“

Die Kampfansagen kommen nicht von ungefähr. NRW, Baden-Württemberg und vor allem Thüringen haben gezeigt, dass Regierungsbildungen ohne die CDU möglich sind. Selbst wenn die CDU eine starke Fraktion stellt. Die Merkel-Union fürchtet, dass Rot-Rot-Grün bundesweit gesellschaftsfähig wird. Und sie muss damit rechnen, dass die FDP mittelfristig als Regierungspartner verloren ist. Selbst wenn die Parteivorsitzende trotzig sagt: „Ich kann mich nur wundern, wie die FDP heute schon abgeschrieben wird. Warten wir einfach mal ab. Die FDP bleibt unser natürlicher Koalitionspartner.“

Merkel schweigt sich aus
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12 Kommentare zu "CDU-Parteitag in Köln: Die Angela-Merkel-Show"

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  • Warum werden meine Kommentare seit längerer Zeit unterdrückt? Ich berichte nur über Tatsachen ohne unflätig zu werden. Diese Frage habe ich schon mehrmals an das HB gestellt. Vielleicht bemühen Sie sich ja jetzt mal um eine Antwort.

  • Erika und ihr Politbüro "machen Europa fit".
    Das stimmt sogar, denn unsere Steuergelder und unsere 27%-Haftung an den Schulden des ClubMed sorgen im Schuldner-Stadel für unbändige Heiterkeit und weiterhin für fahrlässige Kredit-Aufnahmen.

    (....)

    Gerade hat Alan Grünspan, der Vater aller Blasen, in einem Interview mit Wallstreet-Online zugegeben , dass alle seine finanzpolitischen Maßnahmen für die Katz waren und nur die Assetpreise in die Höhe getrieben haben.

    Zum Schluß des Interviews hat er sogar noch eine Empfehlung für Gold ausgesprochen, weil "Gold nicht den Repressalien des Staates ausgesetzt werden kann".

    (....)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • CDU-Parteitag in Köln Die Angela-Merkel-Show
    Der Parteitag der CDU war von der Parteiführung in hohem Maße vorbereitet und inszeniert.
    Man hatte den Eindruck, die Delegierten des Parteitags waren von der Parteiführung ausgewählt.
    Frau FDJ-Kanzlerin Merkel, musste sich zurückversetz gefühlt haben, in ihrer Zeit bei den FDJ und SED Parteitagen der untergegangenen DDR.
    Für die Bürger wurde altbekanntes der Presse diktiert.
    Ein Aufbruch geht von diesem Parteitag für die BRD nicht aus.
    Etwas Neues gibt es doch, Jens Spahn (ein Lobby Vertreter) wurde als neues PRÄSIDIUMSMITGLIED gewählt, ein Mann der noch nie etwas Positives für uns Bürger erbracht hat, und noch nie einer richtigen Arbeit nach ging.
    Von der Schule in den Bundestag, was für eine Karriere!!!

  • Die Novelle des Kaisers neue Kleider.....
    weist absolute Ähnlichkeiten mit dieser Parteiveranstaltung auf.
    Diese Selbstbeweihräucherei der dort vertretenen CDU-Mitglieder ist nur noch widerlich.
    Ein altes Sprichwort sagt: Eigenlob stinkt!!
    Tatsache ist:
    deutsche Sparvermögen werden vernichtet,
    deutsche Altersvorsorge ist gefährdet,
    deutsche Steuerabgaben sind extrem hoch, (Progression)
    usw. usw....
    Auch die Aussage von Fr. Merkel, den Rentner geht es so gut wie nie, muß hinterfragt werde.
    Welche Rentner meint denn Fr. Merkel:
    Franzosen, Italiener, Luxemburger oder Malteser?
    Bis jetzt wird man n u r in Deutschland mit 67 Jahren
    Rentner, alle anderen sind früher Rentner.
    Außerdem sind die deutschen Renten BRUTTORENTEN, d.h. abzüglich KV, Pflegev., Einkommensteuer, Soli und weitere
    Abzüge.
    Bekanntlich hatte Fr. Merkel schon immer Probleme mit den Begriffen Brutto und/oder Netto.
    Aber feiert Euch nur weiter. Die nächsten Wahlen kommen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Frau Dr. Merkel ist das beste was der CDU und Deutschland jemals passieren konnte. Sie ist führungsstark und pragmatisch, aber zugleich opportun wenn es sein muss.

    Besonders imponiert hat uns ihr unermüdlicher Einsatz für den Euro. Sie hat Deutschland damit zu vorher unbekannten Wohlstand verholfen. Deutschland ist durch die ökonomische Goldgrube Namens Euro ein Schlaraffenland und das Paradies auf Erden für uns hochqualifizierte Leistungsträger, trotz 6 bis 7- stelligen Beträgen im Jahr ans FA. Sie ist eine wahre Europäerin.

  • Die Merkel führt zusammen mit Schäuble das EU-Deutsche Volk mit Volldampf in eine neue Mangel und Armutsgesellschaft DDR 2.0.
    Diese grün-sozialistische Diktatur-Merkel Undion in einer schwarzen Hülle ist nur noch daran interessiert die letzten noch bestehenden Werte einer Union zu verraten.
    Mit dem ESM und dem EEG hat die grün-sozialistische Merkeldiktatur bereits die Marktwirtschaftlichen und Sozialen Werte unserer Gesellschaft verraten.
    Mit dem ihren Verständnis zum Multi-Kulti ohne Grenzen/Klare Kante und Regel für den Islam und andere gewaltbereite Glaubensrichtungen aufzuzeigen, unterwirft sich diese Werte-Verratskanzlerin lieber diesen religösen Terrorgruppen (IS usw.). Von Merkel kommt keine klare Aussage und keine klares bekenntnis zur christlichen Wertegemeischaft. Lieber läuft diese nichtssagende Merkel den grün-sozialistischen Multi-Kulti Mainstream voraus und verrät die eigenen christlichen-abendländischen Werte/Ansprüche.
    Diese Merkel-Union ist eine SCHANDE für Deutschland und Europa (Abendländische Werte).

  • Da kann man nur zustimmen! Und es wird auch weiterhin so laufen.
    Man sieht vor allem im letzten Jahr, wie untertänig ihr Regieren ist. Wie Interessen vom eigenen Land einfach mit den Füßen zertreten werden.
    Ich sage nur: "Frau Merkel, setzen, MANGELHAFT!"

  • Mir ist die CDU wahltechnisch mittlerweile vollkommen egal. Als ehemaliger CDU- und FDP-Wähler, bin ich heute bei der AfD daheim. Ich frage mich jedoch immer und immer wieder: Was kommt nach Merkel? Ich sehe in der ganzen CDU ausschließlich intellektuelle Zwerge, Wadenbeißer, Emporkömmlinge, Parteisoldaten, von denen jeder einzelne vielleicht in Teilbereichen so viel kann wie Merkel, aber in der Summe kommt keiner von denen auch nur bis Merkels Knie. Das hat die CDU aber selbst verbockt: Merkel, Merkel über alles (was man auch am Wiederwahlergebnis sieht), kein Gedanke an Morgen, Themen, die den Bürgern wirklich auf den Nägeln brennen, werden ignoriert, die Groko ist ein politischer Selbstbedienungsladen geworden - und von der Euro-und EU-Hörigkeit der komplette Partei wollen wir erst gar nicht reden. Ganz und gar erstaunlich wird es, wenn man sich Merkels politische Bilanz anguckt: WELCHES Thema bzw. Problem hat die Dame denn in der ganzen Regierungszeit tatsächlich angegangen und zufriedenstellend gelöst? KEINES. Und dann noch die ganzen 180-Grad-Kehrtwendungen - Atomkraft, Maut, etc... Die Frau ist eine politische Nullnummer, aber der Einlullfaktor ist hoch, deshalb erkennt das keiner.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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