Rot-Grün fordert von CDU Gleichstellung der Homo-Ehe

CDU-Parteitag
Rot-Grün fordert von CDU Gleichstellung der Homo-Ehe

Unmittelbar vor Beginn des CDU-Parteitags hat die Opposition die Delegierten aufgefordert, die steuerliche Gleichbehandlung von Homosexuellen zu ermöglichen.  Sie hoffen, dass sich ein Gruppe von CDU-Rebellen durchsetzt.
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BerlinPolitiker von SPD und Grünen haben die Delegierten des heute beginnenden CDU-Bundesparteitags in Hannover aufgefordert, eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten zu unterstützen, die die steuerliche Gleichbehandlung homosexueller Partnerschaften beantragen will. „Ich drücke den Initiatoren des Antrags die Daumen“, sagte der Sprecher des Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, Handelsblatt Online. Ihr Vorstoß sei verdienstvoll und gut. „Sollte der Antrag durchfallen, braucht sich die CDU über Großstadtkompetenz oder Modernität keine Gedanken mehr zu machen.“

Kahrs betonte, die SPD fordere die Öffnung der Ehe und die völlige Gleichstellung. Die steuerliche Gleichstellung sei ein erster Schritt. Daher sei es zu begrüßen, dass einige Christdemokraten das gegenseitige füreinander einstehen würdigen wollten. „Schlecht ist, dass Frau Merkel seit langem diese Position bekämpft.“

Ähnlich äußerte sich der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck. „Ich erwarte von der CDU, dass sie endlich damit aufhört, Homosexuelle wie Menschen zweiter Klasse zu behandeln“, sagte Beck Handelsblatt Online.  Mit Blick auf ablehnende Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer fügte er hinzu: „Ich lache mich kaputt, dass nun ausgerechnet Seehofer und Konsorten die heilige Ehe gegen die Homosexuellen verteidigen.“ Selten trete die „gesellschaftliche Doppelmoral“ in der Union so deutlich zu Tage.

Seehofer mit seinen „diversen“ Kindern solle mal einem lesbischen Paar mit vier Kindern erklären, warum sie steuerrechtlich benachteiligt werden müssten, sagte Beck weiter.  „Doch in der Union es immer noch schick, sich über die Lebensweise anderer zu erheben“, kritisierte der Grünen-Politiker. Seehofer, der frühere CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg oder die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen Erika Steinbach (CDU) seien die moralischen Vorbilder der Konservativen. „Kein Wunder, dass niemand mehr der CDU ein ethisches Leitbild zutraut.“

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Kauder: Parteitag wird Gleichstellung ablehnen

Kommentare zu "Rot-Grün fordert von CDU Gleichstellung der Homo-Ehe "

Alle Kommentare
  • Die Tendenz zum Familiensplitting unterstütze ich. Doch damit erledigt sich die Diskussion nicht. Was ist eine förderungswürdige Familie? Homosexualität kann und darf hier nicht der Ansatz sein, sondern der Focus bedarf einer Kindererziehung mit Perspektive. Durch eine steuerliche Gleichstellung und die Möglichkeit zur gemeinsamen Adoption kann vielen Kindern, denen der Zugang zu Bildung und einem Leben mit Perspektive verwehrt ist, eröffnet werden. Und hier sieht man schon heute, dass gleichgeschlechtliche Partner bei Pflegekindern das übernehmen, was leibliche Eltern auf Grund bestimmter, seien es soziale Hintergründe, nicht gewährleisten konnten.
    Zudem baut ein Sozialstaat darauf auf auch Belange von Minderheiten zu berücksichtigen. Wer sich schon mal das Steuergesetz zu Gemüte geführt hat findet hier zahlreiche Vergünstigungen, die Minderheitengruppen zu Gute kommen.
    Die Mitmenschen, welche die teils verachtenden Kommentare geschrieben habe lege ich Nahe in biblisch historischer Interpretation, evtl. gemäß Grundgesetzes zu leben, mit dem Hinweis, dass jegliche neuzeitige Interpretation völliger Willkür entspricht und Willkür wollen wir doch nicht meine lieben Herren. Also den VW gegen den Ackergaul tauschen und auf ins amische Land.

  • Wenn Homo-Paare Kinder in die Welt setzen können, können Sie auch mit Familien gleichgesetzt werden. Solange das nicht der Fall ist, geht das nicht.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • wir sind kein Gottesstaat - christliche Werte gut und schön, aber christlich heißt auch "Liebe Deinen Nächsten". Wenn Paare heiraten, ist diese Verbindung nur tatsächlich legititm, wenn dies standesamtlich durchgeführt wurde. Das heißt, gleiche Rechte für alle. Was die bigotten Gutbürger davon halten, ist relativ egal. Und sich dann noch auf das Grundgesetz stützen? Das bei Erfindung heutige Anschauungen, Wertevorstellungen, Lebensgestaltungen etc. gar nicht vorausschauen wollte. Wenn wir immer so agieren wollten und uns auf altes zurückbeziehen, wieso schimpfen denn jetzt alle auf Mursi? Er macht genau das, geht zurück ins Mittelalter. Der CDU laufen die Wähler davon, vor allem in den Großstädten, soll sich mal fragen warum.

  • Der Einsatz von CDU-Politikern für Familien ist ganz beachtlich. Viele Aktivitäten sind bisher nicht bekannt. So erklärte mir ein früherer "Finanzexperte" der CDU stolz, neben der Familie im Wahlkreis habe praktisch jeder Bundestagsabgeordnete in Berlin noch (zusätzlich) eine Beziehung. Das sei ganz normal, denn man weile ja so viel in Berlin, brauche sowieso Büro, Bett und Sekretärin. Da liege es nahe, dass man das kombiniere und so wirtschaftlich optimiere. So jedenfalls erklärte der Macho.
    Und nun das Besondere daran: Man erbringe, so der Macho, diese Leistung neben dem häuslichen, ehelichen Familienleben.

    Ich denke, daher kommt auch der Begriff der Doppelbelastung .................! Wahre Familieenpolitiker eben.

  • Die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Gemeinschaften dient den konservativen Politikern zu nichts anderem als sich den Anschein zu geben, man sei für "Familie".

    Schaut man sich jedoch die staatlichen Kindergarteneinrichtungen und Grundschulen in Deutschland an, wird sofort klar, dass hier familien.- und kinderfeindliche Politiker ganze Arbeit geleistet haben.
    Die in Sonntagsreden `runtergeleierten "Bekenntnisse zur Familie" sind nur Worthülsen, die
    sich inhaltlich in der Wirklichkeit überhaupt nicht abbilden.

    Schaut man sich staatliche Kindergärten und Schulen in Japan an, muss man sich als Deutscher schämen und von der Illusion verabschieden, man würde in der ersten Welt leben.

  • Ich bin da zwar auch eher bei JoJo´s wissenschaftlicher Einschätzung die in Punkto vielfältiger Genpool auch prima zur Evolutionhteorie paßt aber seis drum -
    in jedem Fall stimme ich JoJo und auch Dagmark oben: zu
    Splitting nur für Paare mit Kindern! alles andere ist Benachteiligung von Familien - aber leider gibt es zuviele kinderlose Paare in der Politik!

  • Merkel hat mal wieder keine Ahnung, wovon sie redet: Das Ehegattensplitting ist kein steuerliches Privileg der Ehe, sondern eine zwingende Folge der Besteuerung nach Leistungsfähigkeit in Verbindung mit der Erwerbs- und Verbrauchsgemeinschaft der Ehe. Das ist seit Jahrzehnten und mehrfach so vom BVG ausgeführt worden, siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Ehegattensplitting#Verfassungsrechtliche_Bewertung

    Da die eingetragene Lebenspartnerschaft ebenfalls wesentliche Merkmale einer gemeinsamen Erwerbs- und Verbrauchsgemeinschaft enthält, ist sie steuerlich ebenso zu behandeln.

    Was Merkel betreibt, das ist ein unerträgliche Diskriminierung, nämlich ungleiche Behandlung gleicher Tatbestände. Jeder kann sich selbst einmal fragen, ob die Kanzlerin wirklich liberal ist, wie sie selbst von sich behauptet.

    Entweder will sie nicht auf Steuereinnahmen verzichten (die ungerechtfertigt sind), oder sie ist gegen Homosexualität intolerant.

  • @ Jojo
    Das ist totaler Quatsch! Was Sie sagen stimmt nicht mit dem aktuellen Stand der Wissenschaft überein.
    Außerdem kann es jeder vernünftige Mensch nachvolziehen, der sich ein wenig mit der Evolution befasst. Eine "abnorme" Quote von knapp 10 % leistet sich die Evolution nicht. Das Schwulengen, wenn wir es mal so nennen wollen, gibt es nicht!

  • @ Realist

    Sie bringen die Problematik auf den Punkt!

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