CDU-Politiker hoffen auf Friedrich Merz

Anti-AfD-Strategie verzweifelt gesucht

Die CDU sucht nach einer Strategie gegen die AfD. Eine harte Gangart à la Schäuble halten viele für falsch. Andere setzen auf die Rückkehr von Friedrich Merz. Davon hält der einstige Hoffnungsträger der Union aber wenig.
Update: 13.10.2014 - 15:50 Uhr 82 Kommentare
Der einstige CDU-Hoffnungsträger Friedrich Merz könnte der AfD Stimmen abjagen, meinen Parteifreunde von ihm. Er selbst will davon nichts wissen. Quelle: dapd

Der einstige CDU-Hoffnungsträger Friedrich Merz könnte der AfD Stimmen abjagen, meinen Parteifreunde von ihm. Er selbst will davon nichts wissen.

(Foto: dapd)

BerlinDer Europawahl-Erfolg für die Alternative für Deutschland (AfD) brachte einige Unions-Politiker ins Grübeln. Dass 500.000 Wähler von der Union zur AfD gewandert sind, könne die CDU „nicht kalt lassen“, wurde damals unter vorgehaltener Hand gemunkelt. Dahinter steht die Sorge, dass es immer schwerer werden könnte, enttäuschte Wähler noch im bürgerlichen Lager zu halten, zumal auch der einstige Koalitionspartner FDP als Auffangbecken ausfällt.

Experten prophezeiten schon damals, dass für die AfD die Rechnung aufgehen könnte und sie als rechtskonservative Partei den bisher leeren Platz im Parteiensystem rechts von der Union einnimmt. „Das verschafft ihr auch mögliche Wachstumsperspektiven“, sagte der Bremer Politikwissenschaftler Lothar Probst. Das von Probst beschriebene Szenario ist inzwischen eingetreten. Die AfD schaffte nach der Europawahl erstmals den Einzug in drei Landesparlamente. Die Union ist nun erst Recht verunsichert – und sucht händeringend nach einer Strategie, mit der sich erfolgreich der AfD das Wasser abgraben ließe.

In dieser Situation kommt es einigen in der Union sehr gelegen, dass Friedrich Merz rund fünf Jahre nach seinem Rückzug aus der Politik wieder ein Amt in der Bundes-CDU übernimmt. Merz wird der neuen Parteikommission „Zusammenhalt stärken – Zukunft der Bürgergesellschaft gestalten“ angehören, die heute erstmals tagt. Sein Thema ist aber nicht AfD. Im Eröffnungsvortrag, den er halten soll, geht es um „digitalisierte Wirtschaft und Gesellschaft“.

Dass der frühere Unionsfraktionschef dennoch als Geheimwaffe der CDU gegen die AfD gehandelt wird, kommt bei ihm nicht gut an. „Mich wundert, dass dieser Zusammenhang hergestellt wird“, sagte Merz dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe). Er arbeite in der Programmkommission mit, weil ihn der nordrhein-westfälische CDU-Chef Armin Laschet darum gebeten habe. Die Kommission tagt nach der Eröffnungsrunde insgesamt drei Mail im kommenden Jahr. „Ich bin einfaches Mitglied“, betonte Merz und fügte mit Blick auf die ihm von manchen Parteifreunden zugedachte AfD-Rolle hinzu: „Ich bin nicht begeistert, dass meine Teilnahme an der Kommission solche Reaktionen auslöst.“

Dass die CDU der AfD mit Merz deutlich Paroli bieten könnte, liegt auf der Hand, galt er doch neben dem früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch als einer der prominentesten Vertreter des konservativen CDU-Flügels. Unter dem von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeschlagenen Linkskurs – Stichwort: Mindestlohn, Rente mit 63 – hat das konservative Profil allerdings schwer gelitten. Die Hoffnung einiger Christdemokraten ist deshalb, dass sich mit Merz dieses Manko beheben lässt und damit zugleich der AfD Wähler abgejagt werden können.

„Merz könnte auch der AfD Stimmen abjagen“
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82 Kommentare zu "CDU-Politiker hoffen auf Friedrich Merz: Anti-AfD-Strategie verzweifelt gesucht"

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  • Selbst vor der Merkel-Ära war die CDU keine konservative Partei mehr

    Selbst zur Zeiten von Friedrich Merz und Roland Koch war die CDU keine wirklich konservative Partei mehr. Sie war vielleicht noch konservativer als die heutige Merkel-CDU – was keine große Leistung ist– aber deshalb noch lange nicht konservativ.

    Und was vermag ein angeblich konservativer Parteifunktionär Merz gegen die geballte Macht solche Grünen mit CDU-Parteibuch wie Armin Laschet oder Jens Spahn, u. v. m. denn ausrichten?

  • Immer wieder erstaunlich, für wie blöd das Stimmvieh in den Partei-Zentralen gehalten wird. Man muss also nur ein paar alte Recken zurückholen, die gerade wegen der Merkel´schen Alternativlosigkeit gegangen sind, und schon kommen die früheren konservativen Stammwähler zurück? Ich glaube, dass die AfD erst dann wieder in der Versenkung verschwinden würde, wenn Merkel und Schäuble aufhören, uns alternativlos an die von den PIGS-Staaten dominierte Euro-Wahnsinns-Fraktion zu verhökern - und das wird natürlich nicht passieren. Also: Gewöhnt Euch dran!

  • Eine Lachnummer, diese "Rettungstat mit Merz". Das ist genau das Gleiche wie es die CSU versuchte mit Gauweiler im Vorstand und die NRW-FDP mit Frank Schäffler auf Platz 5 des BT-Wahlscheins. Völlig nutzlos. Ausserdem ist Merz ein "Gummiadler", weil er jedesmal, wenn's darauf ankommt, kneift und sich verzieht.

  • Die Verzweiflung in der Union muß aber schon wirklich sehr groß sein, wenn man nach dem jahrelangen Marsch nach links an der SPD vorbei jetzt Leute zurückholt, die vom uckermärkischen Hosenanzug rausgeekelt wurden. Herrlich!! (o:)

  • @Ulf Volkerts
    Die Genderforschung behauptet, dass die Unterschiede zwischen Mann und Frau kulturell konstruiert sind, dass Mannsein und Frausein eine „gesellschaftliche Konstruktion“ sei.
    Es geht dabei um viel Staatsknete, Genderforschung ist Hokuspokus aber keine Wissenschaft. An Deutschlands Universitäten gibt es rund 250 Gender-Professuren und das soll erst der Anfang sein. Es sollen weitere folgen, Lehrstühle für Genderfundamentaltheologie, für vergleichende Genderreligionswissenschaft, für Genderdogmatik und auch für Exegese und Hermeneutik der Genderoffenbarung, der Genderwunder. Dieser ganze von Steuergeldern bezahlte Unsinn ist ein Glaubenssystem der Gender Studies und Gender Mainstreaming Communitys. Diese Lehrstuhlinhaber (Professor(en) (innen)) sind alle von ihrer Existenzberechtigung überzeugt und sie werden das mit einem wissenschaftlichem Getöse und Brimborium nachweisen, egal wie toll sie es dabei übertreiben müssen. Eine bekloppte Pseudo-Wissenschaft für eine bekloppte Gesellschaft, das alles ist nur noch lächerlich und armselig, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auf höchstem finanziellen Niveau für zu intelligente Sesselpupser, die aber zu faul waren etwas Sinnvolles mit ihrer Intelligenz anzufangen!

  • Merz ist ja nun DER Lobbyist unter den Politikern. Und ausgerechnet der soll nun verhindern, daß weiter Wähler von der CDU zur AfD abwandern? Offenbar haben weder die "Volksvertreter" aus der CDU noch die Staatsmedien verstanden, warum die Wähler abwandern. Wie auch, man befaßt sich ja nicht mit den Inhalten der AfD. Das sind nämlich die Sorgen, die die Bevölkerung umtreibt. Stattdessen werden nur über parteiinterne Problemchen aufgebauscht. Aber: nur weiter so, siehe wiederholte Kommunalwahl in Leipzig-Nord am vergangenen Sonntag.

  • Herr Volkerts... sie verstehen ja soviel von allem... ich bin schon ganz perplex angesichts so viel Wissens!
    CDU, AfD, ganz sicher auch über den Euro und wie die Welt zusammen hält.
    Sagen Sie mal... wissen Sie auch etwas über..Rollrasen? Ich überlege, o ich welchen in meinen Garten legen soll...

  • "Die Ideen scheinen sich aber auf weniger demokratische Dinge zu beschränken, denn sonst hätten wir jetzt kein Desaster, sondern einen funktionierenden Staat mit einem Parlament, das noch etwas zu bestimmen hat über eine Haushaltskasse, in der noch etwas drin ist."

    Welchem mit der Bundesrepublik vergleichbarem Staat geht es denn besser? Wer ist denn freier? Wollen Sie lieber mit den Russen oder Chinesen tauschen? ;)

  • "Sie suchen aber die Argumente gegen die AfD mit dem Brecheisen. Was hat denn Demokratie damit zu tun, dass man Querulanten gern loswerden möchte. "

    Also mit dem Brecheisen muss ich gar nicht suchen - wenn man das Wahlprogramm liest oder den verstaubten Ansichten deren von Storch lauscht, reicht das eigentlich schon.

    Wenn die AfD wirklich basisdemokratisch wäre, warum muss dann Lucke Andersdenkende als Querulanten titulieren und gegen Sie Stimmung machen?

    Wer bestimmt denn in der AfD, wer Querulant ist? König Lucke oder die Basis? *g*

  • Die Ideen scheinen sich aber auf weniger demokratische Dinge zu beschränken, denn sonst hätten wir jetzt kein Desaster, sondern einen funktionierenden Staat mit einem Parlament, das noch etwas zu bestimmen hat über eine Haushaltskasse, in der noch etwas drin ist.

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