5 Bewertungen *****
31.08.2008 
Hessen-Frage

CDU-Politiker stellen Große Koalition in Frage

Nach dem saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller droht auch der niedersächsische Regierungschef Christian Wulff mit dem Bruch der großen Koalition in Berlin, falls die SPD in Hessen mit der Linkspartei zusammenarbeiten sollte.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Foto: dpa.Lupe

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Foto: dpa.

HB BERLIN. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Christian Wulff stellt für den Fall einer Zusammenarbeit zwischen SPD und Linkspartei in Hessen die große Koalition in Frage. Wenn sich die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti mit den Stimmen der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen lasse, sei der Richtungswahlkampf eröffnet, sagte Wulff der Zeitung "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. "Kein Mensch glaubt der SPD dann noch, dass sie es im Bund nicht auch mit den Kommunisten machen würde", fügte er hinzu.

"Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der großen Koalition kann ich mir so nicht vorstellen", sagte Wulff. Er appelliere an die Sozialdemokraten, endlich durchzugreifen und Ypsilantis Treiben ein Ende zu machen. "Irgendwann muss es gut sein mit Ego-Trip und Machtversessenheit", verlangte er.

Die SPD sei häufig kein verlässlicher Partner mehr, kritisierte Wulff. Parteichef Kurt Beck schwanke wie ein Fähnchen im Wind, sein Stellvertreter Frank-Walter Steinmeier sei abgetaucht. "In der SPD gibt es ein Machtvakuum, das niemand zu füllen vermag", urteilte Wulff.

Die Sozialdemokraten müssten sich entscheiden, ob sie mit der Linkspartei an die Macht oder gegen diese Partei kämpfen wollten. "Mal so, mal so - das geht nicht", sagte der niedersächsische Ministerpräsident. Die Linke in Hessen hatte sich am Samstag auf einem Landesparteitag für die Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung ausgesprochen.

Zuvor hatte schon der saarländische Ministerpräsident Müller im selben Blatt erklärt, es werde Folgen haben, dass die SPD nicht davor zurückschrecke, selbst im Westen mit der Linken gemeinsame Sache zu machen: "Jeder in der Union hat erkannt: Alles, was Sozialdemokraten vor der Wahl sagen, ist spätestens am Wahlabend Makulatur."

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Die Milliardärin Penny Pritzker aus Chicago soll nach US-Medienberichten Wirtschaftsministerin in der Regierung des designierten Präsidenten Barack Obama werden. Mit dieser Personalie nimmt die Regierungsmannschaft zwei Wochen nach der US-Wahl allmählich Gestalt an.Bildergalerie 

  • Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlos...

    Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlossen wurde

    Auf dem Weltfinanzgipfel in Washington wollten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) einen Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbaren, die eine Finanzkrise, die die ganze Welt in die Rezession treibt, in Zukunft verhindern soll. Was beschlossen...Bildergalerie 

  • Was führende Köpfe vom Finanzgipfel e...

    Was führende Köpfe vom Finanzgipfel erwarten

    Nichts Geringeres als eine neue Weltfinanzordnung wollen die 20 Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsmächte am Wochenende in Washington aus der Taufe heben. Was Politiker, Konzernchefs, Ökonomen und andere führende Köpfe aus der Finanzwelt vom Weltfinanzg...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kein Ausweg aus der Finanzkrise in Sicht  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Hermann-Josef Knipper

Der letzte Tag der „Euro Finance Week“ in Frankfurt hat das ganze Drama der Macht- und Ratlosigkeit der Finanzbranche deutlich gemacht. Nach der harschen Kritik von Bundespräsident Horst Köhler, der nicht weniger als ein neues Weltfinanzsystem gefordert und viele Schuldige benannt hatte, mühten sich Banker, Ökonomen und Notenbanker um Auswege aus der Krise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Deutscher Bauernstaat  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Helmut Hauschild

Die Bundesregierung tut sich mit ihrer Agrarpolitik als Industriestaat keinen Gefallen. Kommentar