CDU-Spitzenkandidat
Jürgen Seidel – Mann des Ausgleichs

Jürgen Seidel hat erst im Juli 2005 den Vorsitz der CDU in Mecklenburg-Vorpommern übernommen. Mit ihm scheint eine große Koalition möglich. Doch er will die CDU zur stärksten Kraft im Land machen.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Eckhardt Rehberg gilt Seidel als Mann des Ausgleichs, der die Parteiflügel integriert und sich auch um ein konstruktives Verhältnis zur SPD bemüht. Seinen Konkurrenten Ringstorff kennt er noch aus der großen Koalition, als er zunächst Bau- und Umweltminister war und Ringstorff dann 1996 als Wirtschaftsminister ablöste. Wie dieser ist er sehr bodenständig, allerdings nicht annähernd so bekannt.

Seidel trat 1971 in die damalige DDR-Blockpartei CDU ein und arbeitete nach einem Ingenieurstudium im Kreis Waren an der Müritz als Ratsmitglied für Umwelt und Erholung. Mit ihm ist eine Zusammenarbeit von Sozial- und Christdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern vorstellbar. Doch eine mögliche Koalition will der 58-Jährige als Ministerpräsident führen. Die aktuellen Umfragewerte nähren die Hoffnung der CDU, nach acht Jahren Opposition wieder den Landesvater zu stellen.

Jürgen Seidel ist Präsident des Tourismusverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. In dieser Funktion kämpft er für die Vermarktung der touristischen Reize des Bundeslandes, vor allem an der Ostsee und rund um die Müritz. Er setzt sich gegen die Gebietsreform ein, die die rot-rote Regierung unbedingt durchsetzen will.

Dabei machte Seidel auf ungewöhnlichen Wegen auf den nach Einwohnern kleinsten Landkreis im Nordosten aufmerksam. Gegen die Kreisgebietsreform protestierte die Region mit einem dreitägigen Fest, und auf der Müritz-Sail präsentierte sich der CDU-Politiker und Vater von vier Kindern von einer anderen Seite: Als Frontmann der Rockband "Black Tigers" heizte er den Gästen unter anderem mit Songs von Pink Floyd und den Rolling Stones ein.

Ringstorff wirft Seidel vor, Reformen zurückdrehen zu wollen, vor allem in der Landesverwaltung und bei der Schulpolitik. Außerdem bezeichnet er dessen Politik als "Populismus". Seidel fordert die kostenlose Kinderbetreuung, die nach Meinung der SPD nicht zu finanzieren ist.

"So kann?s nicht weitergehen?" und "Unser Land kann mehr" plakatiert dagegen die CDU in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Seidel soll Harald Ringstorff ein zweites Mal ablösen - diesmal als Ministerpräsident.

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