CDU-Spitzenpolitiker rudern zurück: „Wir wollen nicht Herrn Koch attackieren“

CDU-Spitzenpolitiker rudern zurück
„Wir wollen nicht Herrn Koch attackieren“

Erst Hü, dann Hott: Nach der scharfen Kritik am hessischen Landtagswahlkampf und damit indrekt auch an Spitzenkandidat Roland Koch (CDU), rudern CDU-Spitzenpolitiker nun zurück: Die Verfasser eines offenen Briefes zur Ausländer- Integration wollten nach Angaben des Berliner Politikers Friedbert Pflüger und Hamburgs Oberbügermeister Ole von Beust nicht Hessens Ministerpräsidenten angreifen

HB BERLIN. "Das ist keine Korrektur von Koch, allenfalls eine Ergänzung", sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und Mitautor des Briefes im ZDF -"Morgenmagazin". Er sei ein Freund von Roland Koch, den er für einen "glänzenden Politiker" halte. "Ich habe mich von seinem Wahlkampf überhaupt nicht zu distanzieren, habe überhaupt keine Zensuren zu erteilen", sagte Pflüger. "Wir wollen nicht Herrn Koch attackieren."

In dem Brief, den die Wochenzeitung "Die Zeit" veröffentlicht hat, heißt es unter anderem, die Einbindung von Einwanderern sei "so fundamental für die Zukunft unseres Landes, dass sie nicht zu einem Wahlkampfthema degradiert werden darf". Koch hatte seinen Landtagswahlkampf auf die Bekämpfung der Jugendgewalt insbesondere von Ausländern konzentriert, nachdem zwei Jugendliche in der Münchner U-Bahn einen Rentner brutal zusammengeschlagen hatten.

Pflüger erläuterte, der Brief sei die Antwort auf ein eine Woche zuvor in der "Zeit" veröffentlichtes Schreiben mehrerer Deutscher türkischer Abstammung. Am hessischen Wahlkampf sei nicht "widerlich" gewesen, dass Koch auf die Vorgänge in München reagiert habe, "sondern die Art und Weise, wie er als Rassist und Ausländerfeind in die Ecke gestellt worden ist". Auch führende türkische Vertreter in Deutschland hätten dies gleich instrumentalisiert.

Auch Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust, der ebenfalls zu den prominente Briefschreibern zählte machte einen Rückzieher: Der Offene Brief habe zwar einerseits Distanz zu einer einwanderungsfeindlichen Politik demonstrieren sollen, hätte ab andererseits die Loyalität zum Kampagnenkönig Roland Koch nicht verletzen sollen. Nach Veröffentlichung des Schreibens nahm Beust dann auch prompt seinen hessischen Parteifreund in Schutz: "Dieser Brief hat mit dem Wahlkampf von Herrn Koch nichts zu tun. Jeder macht seinen Wahlkampf, Herr Koch hat Spaß an der Zuspitzung", sagte von Beust der Zeitung "Die Welt". Inhaltlich lasse er nichts auf den hessischen Ministerpräsidenten kommen.

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