CDU verliert absolute Mehrheit
Hamburg drohen „hessische Verhältnisse“

Die CDU hat bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg laut ersten Prognosen die absolute Mehrheit verloren, aber ihre Position als stärkste Partei klar vor der SPD behauptet. Sicher den Einzug ins Rathaus schafften die Linke und die Grünen. Die FDP könnte an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert sein. Wer regiert, ist unklar.

HB HAMBURG. Bürgermeister Ole von Beust kündigte Gespräche über eine große Koalition mit den Sozialdemokraten als auch über ein erstes schwarz-grünes Bündnis auf Länderebene überhaupt an. Er habe noch keine Präferenz für einen Koalitionspartner, sagte er im ZDF. Die SPD unter Michael Naumann schnitt knapp 34 Prozent etwas besser ab als vor vier Jahre und erreichte ihr zweitschlechtestes Ergebnis in Hamburg überhaupt.

Beusts Wunsch-Regierungspartner FDP könnte mit fünf Prozent denkbar knapp in die Bürgerschaft zurückkehren, ohne dass es für eine schwarz-gelbe Koalition reicht. Die Linke schaffte auf Anhieb den Einzug ins Parlament, die Grünen verloren und blieben knapp unter der Zehn-Prozent-Marke.

Für die Christdemokraten mit Bürgermeister Ole von Beust zeichnet sich nach der ARD-Hochrechnung von 19.22 Uhr ein Anteil von 42,7 (ZDF: 42,7) Prozent der abgegebenen Stimmen ab. Bei der letzten Wahl 2004 hatte die CDU mit 47,2 Prozent die absolute Mehrheit der Sitze gewonnen. Die SPD, die zuletzt auf 30,5 Prozent gekommen war, erhielt laut ARD nun mit Spitzenkandidat Michael Naumann 34,2 (ZDF: 33,7) Prozent. Für die Grünen stimmten demnach jetzt 9,4 (ZDF: 9,9) Prozent - nach 12,3 Prozent 2004. Die Linke, die erstmals in Hamburg antrat, erreichte der Hochrechnung zufolge 6,5 (ZDF: 6,6) Prozent. Für die FDP reichte es der ARD-Hochrechnung zufolge mit 4,9 (ZDF: 5,0) Prozent der Stimmen nicht zum Einzug ins Parlament. Vor vier Jahren hatten die Liberalen mit 2,8 Prozent den Einzug in die Bürgerschaft verfehlt.

Rechnerisch wäre in Hamburg nun die erste Koalition der CDU mit den Grünen auf Landesebene überhaupt oder ein Bündnis mit der SPD möglich. Beust kündigte schnelle Gespräche mit beiden an, um eine Hängepartie zu vermeiden. Entscheidend sei, dass Linke und Kommunisten in Hamburg weiter nichts zu sagen hätten. Die Bundes-CDU signalisierte Zustimmung zu beiden Koalitionsvarianten. "Ole von Beust hat einen klaren Regierungsauftrag", sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. "Ich glaube, dass es Hamburg gut täte und auch der politischen Landschaft in Deutschland, wenn es jetzt dann zu einer neuen Konstellation zwischen der CDU und den Grünen kommen könnte."

Die Grünen äußerten sich zunächst zurückhaltend. Landeschefin Anja Hajduk sagte, bevor die Grünen sich zu Koalitionsoptionen äußern, müsste erst das Wahlergebnis noch klarer werden. Der Grünen-Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer legte sich ebenfalls nicht fest, betonte aber inhaltliche Unterschiede zur CDU.

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