Neu sieht die CDU aus vier Mitglieds-Typen zusammengesetzt: Gesellschaftspolitisch Liberale, Traditionsbewusste, Marktwirtschaftsorientierte und Christlich-Soziale. Die relativ größte Gruppe sind die Marktwirtschaftsorientierten (32 Prozent), die für mehr Eigenverantwortung und weniger staatliche Fürsorge plädieren. Bemerkenswert: Diese Gruppe ordnet sich auf einer Rechts-Links-Skala als deutlich weiter rechts ein als der Durchschnitt. Die große Koalition ist in dieser Gruppe besonders unbeliebt: 84 Prozent sind dagegen (Durchschnitt: 73 Prozent).
Die zweitgrößte Gruppe (26 Prozent) sind die Traditionsbewussten, die vor allem gesellschaftspolitisch auf dezidiert konservativen Positionen bestehen – hier sind etwa 37 Prozent der Ansicht, dass Mütter nicht berufstätig sein sollten (Durchschnitt Westdeutschland: 29 Prozent, Ostdeutschland: 16 Prozent). Die Traditionsbewussten sind allerdings ziemlich alt - drei von vieren sind über 60.
Fast genauso stark ist der christlich-soziale Flügel (25 Prozent), der sozialstaatlich orientiert ist. Offenbar gibt es auch in dieser Gruppe das verbreitete Gefühl, mit dem Partei-Mainstream über Kreuz zu liegen. Deutlich kleiner (17 Prozent) ist die Gruppe der gesellschaftspolitisch Liberalen, die etwa für die ansonsten breit abgelehnte Gleichstellung der Homo-Ehe offen wären.


