CDU-Vize Julia Klöckner
Von der Weinkönigin zur blonden Hoffnung

Was passiert mit der CDU nach der Ära Merkel? Ernsthafte Thronanwärter gab es bislang nicht – das könnte sich bald ändern: Julia Klöckner könnte mit einem Wahlsieg in Rheinland-Pfalz der neue Shootingstar werden.

FrankfurtNoch ist Parteivize Julia Klöckner nur CDU-Oppositionsführerin im kleinen Rheinland-Pfalz. Dennoch wird die 42-Jährige auch vor dem CDU-Bundesparteitag in der kommenden Woche mal wieder als mögliche Nachfolgerin von Bundeskanzlerin Angela Merkel gehandelt. Dabei hat die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende erstmal nur ein Ziel: Im März will sie bei der rheinland-pfälzischen Landtagswahl Ministerpräsidentin werden. Sollte ihr das gelingen, dürfte ihr Name bei Spekulationen über die Zeit nach Merkel noch öfter fallen.

Vor dem CDU-Bundesparteitag am Montag und Dienstag in Karlsruhe stellt sie sich aber demonstrativ immer wieder hinter die CDU-Vorsitzende und Kanzlerin. „Sie wird Unterstützung bekommen“, zeigte sie sich im Vorfeld des Parteitags überzeugt. Wegen ihres Kurses in der Flüchtlingskrise steht Merkel auch parteiintern unter Druck. Der Karlsruher Parteitag gilt als wichtiger Gradmesser dafür, wieviel Rückhalt die Parteichefin in den eigenen Reihen hat.

Eine entscheidende Rolle bei den auf dem Parteitag erwarteten heftigen Debatten könnte Klöckner zukommen. Als Parteivize hat ihr Wort ohnehin Gewicht, zudem mischte sie sich immer wieder lautstark in die Debatte um die Flüchtlingskrise ein.

Passend dazu geht ihr Landesverband mit dem Vorschlag für ein Integrationspflichtgesetz in den Parteitag. Darin geht es um Pflichten des Staates, aber eben auch um Pflichten der Flüchtlinge - etwa zum Lernen der deutschen Sprache und der Anerkennung der gesellschaftlichen Ordnung in Deutschland. Gerade dem konservativen Flügel der Union dürfte das gefallen. Klöckner stützt aber auch eindeutig den Kurs der Parteispitze, im Leitantrag zur Asyl- und Flüchtlingspolitik auf die Festlegung einer Obergrenze zu verzichten.

Die Flüchtlingskrise dürfte auch den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz prägen, der Anfang kommenden Jahres in seine heiße Phase tritt. Am 13. März wird gewählt - und Klöckner hat Chancen, Ministerpräsidentin in Mainz zu werden. In Umfragen lag die CDU zuletzt klar vorne. Sollte der Machtwechsel tatsächlich gelingen, wäre damit eine 25-jährige SPD-Herrschaft in Rheinland-Pfalz zu Ende.

Derzeit regiert in Mainz eine rot-grüne Koalition unter der sehr beliebten Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Allein das Duell zwischen den beiden Spitzenfrauen dürfte garantieren, dass die Wahl in Rheinland-Pfalz auch bundesweit genau beobachtet werden wird.

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Klöckner steht unter Erfolgsdruck

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