CDU-Wahlkampf
Koch warnt vor Merkel-Show

CDU-Vize Roland Koch hat die Union davor gewarnt, den Bundestagswahlkampf allein auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zuzuschneiden. "Die CDU wird nur mit Angela Merkel gewinnen. Aber die CDU wird auch nur als Team gewinnen", sagte Koch dem Hamburger Abendblatt.

HB BERLIN. "Die Führung und die Darstellung der Union ist ein Gemeinschaftswerk", sagte er. Die Kanzlerin hatte am Freitag vor Vertretern der CDU-Kreisverbände erklärt, die Bundestagswahl im September werde vor allem danach entschieden, wem die Deutschen mehr zutrauten, sie mit Tatkraft aus der Krise zu führen.

Koch plädiert für eine scharfe auch parteipolitische Auseinandersetzung im Wahlkampf. Wenn die Union ein Ergebnis von mehr als 40 Prozent erzielen wolle, was er durchaus für möglich halte, müssten die Alternativen im Wahlkampf klar zugespitzt werden. "Am 27. September stellt sich schließlich keine große Koalition zur Wahl", sagte er.

Merkel könne als Kanzlerin aber durch ihr Regierungsamt nur eingeschränkt "parteipolitisch hart zuschlagen". Deshalb müssten andere CDU-Politiker das Unionsprofil herausstellen und eine schonungslose Auseinandersetzung mit der SPD und ihrem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier führen.

Unterdessen wächst in der CDU der Unmut über Generalsekretär Ronald Pofalla. Bei einem Treffen von Mittelstandspolitikern der Partei hätten etliche Teilnehmer sich über schwache Auftritte Pofallas vor der Parteibasis erregt, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag. Der Generalsekretär schaffe es nicht, deutlich zu machen, wofür die CDU stehe und demotiviere die eigenen Anhänger eher noch.

Auch bei der Vorbereitung des Wahlprogramms habe der Generalsekretär von Plänen für mehrere Regionalkonferenzen mit Kanzlerin und Parteichefin Merkel wieder Abstand nehmen müssen. Merkel habe sich von anderen Vertrauten überzeugen lassen, dass solche Veranstaltungen ohne ein klares Programm keinen Sinn hätten. CDU und CSU wollen ihr gemeinsames Wahlprogramm erst unmittelbar vor der Sommerpause Ende Juni auf einer gemeinsamen Vorstandssitzung beschließen.

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