CDU-Wahlkampf
Merkel setzt auf Altmaier und Tauber

Kanzleramtschef Altmaier soll das Wahlprogramm der CDU schreiben, Generalsekretär Tauber die Kampagne zur Wiederwahl der Kanzlerin organisieren. Ob die ungewöhnliche Arbeitsteilung klappt, ist offen.
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BerlinEs dürfte auch ein Zeichen von CDU-Chefin Angela Merkel an jene in der Union sein, die nicht gerade zu den besten Freunden von Peter Tauber zählen. Seit langem ist intern meist hinter vorgehaltener Hand auch Kritik an dem 43-Jährigen zu hören. Manchen Älteren ist die Affinität des Generalsekretärs zu Internet und neuen Medien suspekt. Andere werfen ihm vor, den konservativen Parteiflügel zu wenig zu pflegen.

Nun bekommt der Hesse in diesem besonderen Wahljahr ein politisches Schwergewicht von der Saar an die Seite: Mit Kanzleramtschef Peter Altmaier soll Merkels rechte Hand in der Regierungszentrale das von der CDU „Regierungsprogramm“ genannte Wahl-Manifest schreiben. Der 58-Jährige soll im Wahlkampf sein Gewicht in die programmatische Auseinandersetzung mit der SPD werfen und 40 Jahre CDU-Erfahrung und die Tricks aus 23 Jahren im Bundestag einbringen.

Nicht ungelegen dürfte der CDU dabei kommen, dass der Saarländer vom Schwung nach dem Erfolg von Annegret Kramp-Karrenbauer profitieren kann, die bei der Landtagswahl Ende März wider alle Umfragen die Macht der CDU an der Saar verteidigen konnte.

Altmaier und Tauber – als Tandem sollen die beiden Merkel helfen, im Bund an der Regierung zu bleiben. Kann das klappen?

In der Partei ist von vernünftiger Arbeitsteilung die Rede. Tauber wird sein Organisationstalent zu Gute gehalten. Im Wahlkampf soll er vor allem die wichtige Wählerwerbung an der Haustür vorantreiben: „Für den Generalsekretär heißt das, dass ich nicht Handbücher verschicke per Post, sondern dass ich auch vor Ort, sozusagen an der Front bin“ und dort „kämpfe, aber auch unsere Strategie vermittle und erkläre“, umreist er selbst seine Arbeitsplatzbeschreibung.

Altmaier gilt unionsintern als erfahrener und kluger Stratege. Von 2009 bis 2012 war er als Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion einer der wichtigsten Strippenzieher Merkels im Parlament. Im Mai 2012 wurde er dann für etwa eineinhalb Jahre Bundesumweltminister, bevor er Ende 2013 ins Kanzleramt wechselte. Altmaier war in vielen Wahlkämpfen mit dabei, kennt die Untiefen von Union und Regierung wie nur wenige neben ihm.

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