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25.07.2008 
Volksparteien

CDU wird mitgliederstärkste Partei

Einst zählte die SPD eine Million Genossen – doch diese Zeiten sind lange vorbei. Die CDU hat erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik mehr Mitglieder als die SPD.

Die CDU löst die SPD als größte Volkspartei ab. Foto: apLupe

Die CDU löst die SPD als größte Volkspartei ab. Foto: ap

HB BERLIN. Zum Stichtag 30. Juni lagen die Christdemokraten knapp vor der SPD und haben damit nicht mehr nur bei den Umfragen die Nase vorn. Die Sozialdemokraten hatten zuletzt 529 994 Mitglieder vermeldet.

Zur genauen CDU-Mitgliederzahl machte die Partei keine Angaben. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla will sie am Montag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz vorstellen.

Die SPD warnte den Koalitionspartner vor Euphorie. „Es kann durchaus sein, dass die CDU die SPD bei den Mitgliedszahlen überholt hat. Es ist kein Grund zum Jubeln, denn unterm Strich verliert auch die CDU unter der Führung von Frau Merkel weiter Mitglieder“, sagte ein Parteisprecher.

Es sei für beide großen Volksparteien eine Herausforderung, wieder mehr Menschen für die Mitarbeit in demokratischen Parteien zu gewinnen. „Unser Ziel ist es, bei der Bundestagswahl sowohl bei den Wählerstimmen als auch bei den Mitgliedszahlen die Nase vorn zu haben.“

Die Entwicklung hatte sich abgezeichnet. Schon seit Monaten haben sich die Mitgliederzahlen der beiden großen Volksparteien immer mehr angenähert. Zum Stichtag 31. Mai war der Abstand der CDU zu den Sozialdemokraten auf nur noch 438 Mitglieder geschmolzen. Im Monat davor hatte er noch 495 Mitglieder betragen und Ende März 1 625 Mitglieder.

Obwohl der Titel „Mitgliederstärkste Partei Deutschlands“ gut fürs Prestige ist, darf die aktuelle Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass beide großen Partei seit Jahren Mitglieder verlieren.

Bei der SPD vollzieht sich die Abwärtsentwicklung jedoch weitaus schneller. Im vergangenen Jahr verlor die SPD rund 20 000 Mitglieder. Bei der CDU gab es einen Schwund von rund 15 000 Mitgliedern.

Bei den Sozialdemokraten ist der Jammer besonders groß. Im Vergleich zum Rekordjahr 1976 mit damals 1,02 Millionen Genossen hat sich die Mitgliederzahl inzwischen quasi halbiert. 1990 hatten die Sozialdemokraten noch mehr als 940 000 Mitglieder, die CDU fast 780. 000.

Dabei sind es nicht nur Austritte unzufriedener Mitglieder, die für sinkende Zahlen und damit auch für sinkende Einnahmen sorgen. Das Durchschnittsalter in den Parteien steigt, bei der SPD hat es sich inzwischen auf 57 Jahre erhöht - Tendenz steigend. Entsprechend oft sind es Todesfälle, die die Bilanz nach unten ziehen.

Zum Vergleich die Angaben der anderen Parteien: Die FDP zählte Mitte Juni 64 831, die Linkspartei aktuell nahezu 75 000 Mitglieder, die Grünen kommen auf rund 45 000 Parteiangehörige.

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