Obwohl der Titel „Mitgliederstärkste Partei Deutschlands“ gut fürs Prestige ist, darf die aktuelle Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass beide großen Partei seit Jahren Mitglieder verlieren.
Bei der SPD vollzieht sich die Abwärtsentwicklung jedoch weitaus schneller. Im vergangenen Jahr verlor die SPD rund 20 000 Mitglieder. Bei der CDU gab es einen Schwund von rund 15 000 Mitgliedern.
Bei den Sozialdemokraten ist der Jammer besonders groß. Im Vergleich zum Rekordjahr 1976 mit damals 1,02 Millionen Genossen hat sich die Mitgliederzahl inzwischen quasi halbiert. 1990 hatten die Sozialdemokraten noch mehr als 940 000 Mitglieder, die CDU fast 780. 000.
Dabei sind es nicht nur Austritte unzufriedener Mitglieder, die für sinkende Zahlen und damit auch für sinkende Einnahmen sorgen. Das Durchschnittsalter in den Parteien steigt, bei der SPD hat es sich inzwischen auf 57 Jahre erhöht - Tendenz steigend. Entsprechend oft sind es Todesfälle, die die Bilanz nach unten ziehen.
Zum Vergleich die Angaben der anderen Parteien: Die FDP zählte Mitte Juni 64 831, die Linkspartei aktuell nahezu 75 000 Mitglieder, die Grünen kommen auf rund 45 000 Parteiangehörige.


