CDU-Wirtschaftsexperte
„Ticket-Steuer bedroht Luftverkehrsstandort“

Der Streit um die Luftverkehrsteuer gewinnt an Fahrt. Nachdem sich die Flug-Lobby für eine Abschaffung stark gemacht hat, gehen nun Umweltverbände in die Offensive – und werden prompt von der CDU ausgebremst.
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BerlinDer wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), dringt auf eine Abschaffung der Luftverkehrsteuer.

„Nach wie vor ist die Luftverkehrsteuer nicht nur ordnungspolitisch fragwürdig, sondern auch klimapolitisch im besten Fall weiße Salbe. Sie belastet die deutsche Fluggesellschaften, Flughäfen und deren Kunden über Gebühr und gehört daher schnellstens abgeschafft“, sagte Pfeiffer Handelsblatt Online.

Pfeiffer: Fluggäste weichen ins grenznahe Ausland aus

Die Luftverkehrsteuer benachteilige insbesondere deutsche Flughäfen in Grenznähe und führe zu einem Ausweichen der Kunden auf grenznahe Flughäfen im Ausland, gab Pfeiffer zu bedenken. „Das gefährdet den Luftverkehrsstandort Deutschland aufs Schärfste.“

Ebenso sähen sich deutsche Airlines gegenüber ausländischen Wettbewerbern bei internationalen Flügen von Asien nach Amerika im Nachteil. „Sie werden künftig nicht mehr über Deutschland fliegen, sondern neue Routen über Dubai, Abu Dhabi oder Doha aufnehmen“, warnte der CDU-Politiker. Deutsche Flughäfen würden dann als internationale Flugdrehkreuze gemieden.

Pfeiffer schlug daher vor, statt den Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb durch eine nationale Luftverkehrsteuer „einseitig zu benachteiligen, sollte ein weltweiter Emissionshandel, in den der Luftverkehr insgesamt einbezogen ist, die angemessene Antwort auf die globale Klimaherausforderung sein“.

Die Bundesregierung hatte die Luftverkehrsabgabe 2011 eingeführt und im ersten Jahr damit knapp eine Milliarde Euro eingenommen. Auf eine eigentlich ab 2013 geplante Anhebung wurde jedoch verzichtet. Derzeit werden für innerdeutsche oder innereuropäische Flüge 7,50 Euro fällig, für Mittelstrecken 22,43 Euro und für Langstrecken 42,18 Euro. Die Abgabe fällt pro Fluggast bei Flügen an, die in Deutschland starten.

Kommentare zu " CDU-Wirtschaftsexperte: „Ticket-Steuer bedroht Luftverkehrsstandort“"

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  • Demnächst gibt es bei uns wool auch noch eine Gehweg-Benutzungsteuer.
    Deutschland ist an Blödheit nichtz mehr zu überbieten.

  • @ Ton Munich,
    "Die "Lufverkerssteuer" ist nicht nur Kapitalvernichtung pur, sie vernichtet auch Infrastruktur."
    Genau das gleiche Argument wäre für die Besteuerung von Kraftstoff gegeben, zumal eine flexible Arbeitsstätte forciert wurde und immer noch wird.

  • Es ist schon lächerlich, was die "Umweltverbände" so schereiben.
    In Deutschland ist der Inlands- und insbesondere der Regionalverkehr zu kleineren Airports eingebrochen.
    Diverse Airlines sind pleite und die Politik auf Landesebene versucht die entsprechenden Fluhgäfen mit noch mehr Steuergeldern zu retten bzw. zu verkaufen.
    Die "Lufverkerssteuer" ist nicht nur Kapitalvernichtung pur, sie vernichtet auch Infrastruktur.
    Zumindest an den Großflughäfen finanziert sich der Luftverkehr nicht nur selbst, siehe Verkehrsträgeranalyse Infras/Fraunhofer Institut, er schafft massive Steuereinnahmen, Jobs und Wirtschaftswachstum. Regionale Airports werden b.a.w. auf Fördermittel, analog zum Eisenbahnverkehr, angewiesen sein um eben diese Regionen national u. international anzuschließen.

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