CDU-Wirtschaftsflügel
Merz soll mehr Verantwortung in NRW übernehmen

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"Merz hätte CDU-Spitzenkandidat werden sollen"

Nach Einschätzung des Parteienforschers Gerd Langguth könnte Röttgen ein ähnliches Schicksal wie Künast blühen, da er dabei sei, denselben Fehler zu begehen. Künast habe sich ebenfalls eine „Rückfahrkarte in die Bundespolitik gesichert, was allgemein als Grund für das magere Abschneiden der Grünen in Berlin analysiert wurde“, sagte der Professor an der Universität Bonn Handelsblatt Online. Die Wähler goutieren eben nur, wenn ein Spitzenkandidat volles Risiko gehe.

Da Röttgen dazu offenbar nicht bereit sei, wären mit einem Spitzenkandidaten Friedrich Merz Siegchancen gegen die SPD-Kandidatin Hannelore Kraft bei der anstehenden Landtagswahl besser, ist sich Langguth sicher. „Das große Manko von Röttgen ist, dass er sich offensichtlich eine Rückfahrkarte ins Berliner Umweltministerium offen halten will. Unter diesen Umständen ist es für ihn kaum möglich, Frau Kraft zu beerben“, sagte er. „Es wäre besser gewesen, er hätte Friedrich Merz gleich die Aufgabe eines Spitzenkandidaten übertragen.“ Merz habe „ein starkes politisches Selbstbewusstsein, mit dem ein normales Landes-Ministeramt nicht verträglich wäre, vermutlich auch nicht das eines Superministers“, fügte Langguth hinzu.

Dessen ungeachtet hält der Parteienforscher Merz für einen wichtigen Wahlkampfhelfer für Röttgen, weil er starke Bindekräfte in die Wirtschaft entwickle. „Insofern ist die Berufung von Merz, der in der Bevölkerung über ein hohes Ansehen verfügt, ein kluger Schachzug“, sagte Langguth. Andererseits werde diese Entscheidung Röttgen kaum dem Amt des Ministerpräsidenten näher bringen, da die alles entscheidende Frage sei, ob er notfalls auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf gehe. Wenn sich Röttgen aber nur „halbherzig“ für Düsseldorf entscheide, werde man ihm das als Bruch eines Versprechens im Zusammenhang mit seiner Kandidatur zum CDU-Landesvorsitz vorhalten.

Rechtzeitige Festlegungen können aber von Erfolg gekrönt sein, wie das Beispiel der früheren Staatssekretärin im Agrar- und Verbraucherschutzministerium, Julia Klöckner (CDU) zeigt. Sie verschrieb sich mit Haut und Haaren dem Wahlkampf in Rheinland-Pfalz und brachte die dortige problembehaftete CDU nahe an das SPD-Ergebnis von Ministerpräsident Kurt Beck. Klöckner gewann zwar nicht die Wahl, aber den Respekt in der Partei und bei vielen Wählern.

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  • Werter Lensoes,

    den Unterschied sehe ich allerdings schon. Der eine hatte ein bewegtes Leben, hat eine Menge Fehler gemacht - und dann aus diesen gelernt. Das finde ich respektabel.

    Die andere macht Fehler ohne zu verstehen, warum sie das macht, und hat sich eigentlich durchgewustelt.

    Es gibt eine Menge an den Grünen, das ich als Grüner kritisiere. Ich mag zb. diesen Beck nicht, der ist eine "Nanny", der verhindern will, daß ein homophober Dancehallmusiker nach Deutschland kommt. Da hört für mich der Spaß auf, Bevormundung kann ich nicht ab.

    Ich habe ihm damals geschrieben und bekam eine komplett zickige Antwort von ihm. Der Kerl ist eine hysterische Nanny.

    Ich kann auch die Art von Renate Künast nicht ab.

    Aaaaber: Die Grünen gibt es jetzt 30+ Jahre. In der zeit haben sie keinen Flick-Skandal, keinen Strauss oder sonst einen Verbrecher wie Filbinger gehabt.

    Ich finde, Sie sollten mal die RELATIONEN beachten. So korrupt wie SPD & CDU & FDP sind die Grünen nun einmal nicht - sonst würde ich sie nicht wählen.

    Na gut, sie haben halt die typisch deutsche Kaninchenzüchtermentalität, deshalb bin ich nicht Mitglied.

    Aber ich kann morgens in den Spiegel gucken ;-)


  • zwischen Egomanen wie Joschka und unserer Obertrulla seh ich jetzt keinen gravirenden moralischen Unterschied. Die subalternen Polithansel "behind them" gehoert zur selben Gesinnung. Da mussten schon immer einige gewaltig leiden. Mutiger warn aber in der Jugendphase sicherlich die Häkeler.

  • @lensoes

    "Ein Nulli also. Fast ja schon wie bei der "Gruenen-Polit-Eliten-Reserve-Division. "

    Ts ts ts. Der wesentliche Unterschied besteht im wesentlichen darin, daß Merz immer die Anekdote erzählte, wie er mit dem Mofa die Kleinstadt, aus der er kommt, terrorisiert hat - was nicht stimmte, wie sich herausstellte.

    Ein Grüner, werter Lensoes, hat nicht nur an der Tüte gezogen, er hat inhaliert. Ich denke, da besteht schon ein Unterschied ;-)

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