CDU-Wirtschaftsflügel
Merz soll mehr Verantwortung in NRW übernehmen

Die Frage nach seiner politischen Zukunft im Fall einer Wahlniederlage der NRW-CDU wird Spitzenkandidat Röttgen nicht los. Parteifreunde erhoffen sich nun von Friedrich Merz eine Wende in dem parteiinternen Hickhacks.
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BerlinDer Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, Josef Schlarmann, hat sich für ein größeres Engagement des früheren Vorsitzenden der Unions-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz, im nordrhein-westfälischen Wahlkampf ausgesprochen. „Mit Friedrich Merz würden sich die Wahlchancen der CDU in Nordrhein-Westfalen deutlich verbessern. Voraussetzung ist allerdings, dass Friedrich Merz ein ernsthaftes Comeback in die Politik in Erwägung zieht und sich dazu auch öffentlich bekennt“, sagte Schlarmann Handelsblatt Online.

Dass Merz bereits seine Bereitschaft erklärt hat, dem NRW-CDU-Chef Norbert Röttgen in einem Kompetenzteam als Berater zur Verfügung stehen, wertet Schlarmann als „echten Gewinn“ für das Röttgen-Team und Nordrhein-Westfalen. „Friedrich Merz steht für wirtschaftliche Kompetenz, die einmal das Markenzeichen der CDU gewesen ist“, sagte Schlarmann.

Der Chef des Parlamentskreises Mittelstand, der größten Einzelgruppierung innerhalb der Unionsfraktion, Christian von Stetten, verbindet mit dem Engagement von Merz auch die Hoffnung, dass dieser im Falle eine Wahlsiegs von Röttgen eine Rückkehr in die Politik als Minister in Erwägung zieht. „Friedrich Merz wäre eine Bereicherung  für jede Regierung - auf Landes- und auch auf Bundesebene“, sagte von Stetten Handelsblatt Online.

Doch momentan ist Röttgen selbst der größte Stolperstein für einen erfolgreichen Landtagswahlkampf. Seit Tagen wartet die Öffentlichkeit auf ein offizielles Bekenntnis, ob er nur als Regierungschef oder auch im Falle einer Wahlniederlage nach NRW gehen würde. Erinnerungen an den damaligen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) werden wach, der 1990 für die CDU gegen Ministerpräsident Johannes Rau (SPD) ins Rennen ging und von Anfang an klarstellte, dass er bei einer Wahlniederlage nicht als Oppositionsführer nach Düsseldorf kommen würde. Blüm verlor.

Zuletzt machte die Grünen-Bundestagsfraktionsvorsitzende Renate Künast 2011 bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin eine bittere Erfahrung. Auch sie schenkte den Wählern reinen Wein ein und kündigte an, nur als Regierende Bürgermeisterin in die Landespolitik zu wechseln. Der Höhenflug der Grünen in Umfragen wurde bei der Wahl jäh gestoppt. Zurück vom Wahlkampf im Bundestag wurde Künast gern auch von CDU-Politikern für ihren kurzen, erfolglosen Ausflug verspottet.

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  • Werter Lensoes,

    den Unterschied sehe ich allerdings schon. Der eine hatte ein bewegtes Leben, hat eine Menge Fehler gemacht - und dann aus diesen gelernt. Das finde ich respektabel.

    Die andere macht Fehler ohne zu verstehen, warum sie das macht, und hat sich eigentlich durchgewustelt.

    Es gibt eine Menge an den Grünen, das ich als Grüner kritisiere. Ich mag zb. diesen Beck nicht, der ist eine "Nanny", der verhindern will, daß ein homophober Dancehallmusiker nach Deutschland kommt. Da hört für mich der Spaß auf, Bevormundung kann ich nicht ab.

    Ich habe ihm damals geschrieben und bekam eine komplett zickige Antwort von ihm. Der Kerl ist eine hysterische Nanny.

    Ich kann auch die Art von Renate Künast nicht ab.

    Aaaaber: Die Grünen gibt es jetzt 30+ Jahre. In der zeit haben sie keinen Flick-Skandal, keinen Strauss oder sonst einen Verbrecher wie Filbinger gehabt.

    Ich finde, Sie sollten mal die RELATIONEN beachten. So korrupt wie SPD & CDU & FDP sind die Grünen nun einmal nicht - sonst würde ich sie nicht wählen.

    Na gut, sie haben halt die typisch deutsche Kaninchenzüchtermentalität, deshalb bin ich nicht Mitglied.

    Aber ich kann morgens in den Spiegel gucken ;-)


  • zwischen Egomanen wie Joschka und unserer Obertrulla seh ich jetzt keinen gravirenden moralischen Unterschied. Die subalternen Polithansel "behind them" gehoert zur selben Gesinnung. Da mussten schon immer einige gewaltig leiden. Mutiger warn aber in der Jugendphase sicherlich die Häkeler.

  • @lensoes

    "Ein Nulli also. Fast ja schon wie bei der "Gruenen-Polit-Eliten-Reserve-Division. "

    Ts ts ts. Der wesentliche Unterschied besteht im wesentlichen darin, daß Merz immer die Anekdote erzählte, wie er mit dem Mofa die Kleinstadt, aus der er kommt, terrorisiert hat - was nicht stimmte, wie sich herausstellte.

    Ein Grüner, werter Lensoes, hat nicht nur an der Tüte gezogen, er hat inhaliert. Ich denke, da besteht schon ein Unterschied ;-)

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