CDU-Wirtschaftstag
Deutsche-Bank-Chef preist Merkels Euro-Kurs

Sein erster Auftritt in Berlin war mit Spannung erwartet worden. Und der neue Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain enttäuschte die Zuhörer beim CDU-Wirtschaftstag nicht. Er überraschte mit klaren Ansagen zur Euro-Krise.
  • 23

BerlinGebannt blicken die Teilnehmer des CDU-Wirtschaftstags im Berliner Hotel Intercontinental auf das Podium. Dort sitzt Anshu Jain. Der neue Deutsche-Bank-Chef hat neben Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Platz genommen. Es ist der erste Auftritt des Superbankers in Berlin. Für ihn ist es nicht nur ein Händeschütteln oder Kaffeetrinken mit der Kanzlerin. Für ihn ist es vor allem die Gelegenheit, erste sichtbare Duftmarken in der sich zuspitzenden Euro-Krise zu setzen. Seine Ansprache war denn auch mit Spannung erwartet worden. Und Jain enttäuschte nicht.

Mit klaren Worten stellte er sich hinter den Euro-Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Fast könnte man meinen, die beiden hätten sich im Vorfeld abgesprochen. Denn Jain beschreibt den Ernst der Lage fast mit denselben Worten wie die Kanzlerin. „Aktuell stehen wir an einem Scheideweg“, sagt er. Vor Jain hatten Merkel, EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sowie weitere hochrangige Politiker und Bankmanager über „Wege aus der Staatsverschuldung“ diskutiert. Auch sie betonten die Brisanz der aktuellen Lage im Euro-Raum.

Bei Jain hört sich das dann so an: „Wir durchleben eine der schwersten Finanzkrisen seit Bestehen des modernen Europas“, sagt er trocken. Und er fügt hinzu: „Wie sie ausgeht, ist noch offen.“ Doch macht er auch keinen Hehl daraus, dass er davon ausgehe, dass sich Europa erholen und sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen könne.

Doch aktuell ist die Lage eine andere. Das ist auch Jain bewusst. Spanien ist gerade unter dem Rettungsschirm geschlüpft, in Griechenland steht am Sonntag eine weitere Schicksalswahl an. Sollten die Kritiker des von den internationalen Partnern verordneten Sparkurses, die radikalen Linken, die Wahl gewinnen, drohen neue Schockwellen.

Das schließt jedenfalls der neue Deutsche-Bank-Chef nicht aus. Zwar sei es dank des entschlossenen Handelns der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Fortschritte beim EU-Fiskalpakt gelungen, bisher ein systemisches Ereignis in Europa zu vermeiden. Doch es bestünden nach wie vor Risiken, fügt Jain mit Blick auf die Griechenland-Wahl hinzu. „Ein systemisches Ereignis hätte weitreichende und langfristige Folgen nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt“, warnt er. „Es steht viel auf dem Spiel.“

Seite 1:

Deutsche-Bank-Chef preist Merkels Euro-Kurs

Seite 2:

Steilvorlage für Schäuble

Seite 3:

Der Irrweg mit Eurobonds

Kommentare zu " CDU-Wirtschaftstag: Deutsche-Bank-Chef preist Merkels Euro-Kurs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ich habe noch eine fette Frucht:

    http://www.deutschland.net/content/strafanzeige-wegen-verdachts-der-schweren-untreue-gegen-vorstaende-der-deutschen-bundesbank

    bis zu 700 Milliarden schwer ist diese Frucht!

    Wir werden von Verbrechern regiert!

  • Plutokratische Verbrecherbande!

    Die Jungs von der CDU müssen langsam aufpassen, dass Sie nicht in absehbarer Zeit "gefilterte Luft" atmen.

    Der Verrat am Volk zu Gunsten der Geldmacht wird immer offensichtlicher auch wenn die Kreaturen behaupten dieses Geklüngel sei im Interesse der Wähler.

  • So lange bei den Politikern kein Format herrscht und nicht der kleinste Funken wirtschaftlichen und ökonomischen Verstands erkennbar ist (und die, die ansatzweise mal welchen hatten wurden ganz geschickt von Mutti ausgeknockt) werden diese von den Baknstern (heute sagt man auch gerne die Märkte dazu) vor- und an der Nase herumgeführt. Als ob die Bankster auch nur ansatsweise interesse für das gemeine Volk oder den Steuerzahler hätten. Die haben einen ganz anderen Auftrag, und den versuchen sie bei der und über die Politik geltend zu machen. Alternativlos selbstverständlich. Da geht man bildlich über Leichen. Von wem lassen sich denn unsere schlauen Politikerköpfe beraten und von wem bekommen sie ihre Richtungsanweisungen und Redemanuskripte....von den Bankstern, weil sie selber keinen blanken Schimmer von der Materie haben. Allen voran der Karlspreis-Träger-Super-Europäer-Schwafelheini Schäuble mit seiner Mutti der Nation.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%