Chaos bei Abrechnungen
Ärztehonorare: Kommt die Reform der Reform?

Im Streit über unerwünschte Nebenwirkungen der im Januar in Kraft getretenen Reform der Arzthonorare setzt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) jetzt auf eine Reform der Reform. Bundesministerin Ulla Schmidt sieht die Selbstverwaltung von Kassen und Ärzten in der Pflicht - und weist jede Verantwortung für das Abrechnungschaos von sich.

BERLIN. "Wir wollen, dass die mit den Krankenkassen vereinbarten neuen Regeln so nachgebessert werden, dass es nicht zu unvertretbaren Nachteilen für einzelne Arztgruppen oder Regionen kommt," sagte KBV-Sprecher Roland Stahl. Erste Reformschritte könnten bereits am kommenden Freitag bei der nächsten Sitzung des erweiterten Bewertungsausschusses beschlossen werden. In ihm sind Kassen und kassenärztliche Vereinigungen gleichgewichtig vertreten. Im Konfliktfall gibt die Stimme des unabhängigen Vorsitzenden, des Duisburger Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem, den Ausschlag.

Auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sieht die Selbstverwaltung aus Kassen und Medizinern am Zuge. Die Ministerin habe keinerlei rechtliche Handhabe, hier einzugreifen, sagte Schmidts Sprecher und wies zugleich jede Verantwortung für das Chaos der vergangenen Wochen von sich. Das war entstanden, als zum Jahreswechsel die 140 000 niedergelassenen Ärzte von ihren Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) eine erste Mitteilung über die für das erste Quartal zu erwartenden Honorare erhielten. Die ausgewiesenen Summen lagen teils deutlich unter dem Honorar des Vorjahres, obwohl insgesamt 2009 rund drei Milliarden Euro mehr als 2007 von den Kassen zur Verfügung gestellt werden sollen.

Die daraufhin sich Bahn brechende Empörung an der Ärztebasis beruhte zum Teil auf Missverständnissen. So wiesen die KVs die Ärzte nicht darauf hin, dass sie neben den mitgeteilten Regelleistungsvolumina Anspruch auf weitere Honorare für eine Reihe von Leistungen haben.

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