"Chaos vermeiden"
Seehofer für Einlenken der Union bei Zahnersatz

Eine Einigung über die geplante Zusatzversicherung für Zahnersatz hat CSU-Gesundheitsexperte Seehofer angemahnt. Die Union solle im Streit einlenken. Das forderten auch Krankenkassen-Chefs.

HB BERLIN. CSU-Vize Horst Seehofer hat die Union aufgefordert, auf Kompromissangebote der Regierung in der Debatte um eine Versicherung für Zahnersatz einzugehen. «Wir dürfen kein neues Chaos wie bei der Praxisgebühr oder Hartz IV anrichten», sagte der Gesundheitsexperte der «Bild am Sonntag». Es geht in der Debatte um die Frage, ob Versicherte einen Festbeitrag oder einen vom Einkommen abhängigen Posten zahlen sollen.

Von den Krankenkassen forderte Seehofer für 2005 eine doppelte Beitragssenkung. Dies sei zum einen möglich, weil durch die Gesundheitsreform Überschüsse entstanden seien, zum anderen fielen Kosten durch die Neuregelung beim Zahnersatz weg, sagte der CSU-Politiker. «Sonst zahlen die Bürger doppelt», so Seehofer.

Der Chef der Techniker-Krankenkasse, Norbert Klusen, rief Regierung und Opposition ebenfalls zu einer schnellen Einigung auf. Das sei notwendig, «damit die Versicherten und auch die Kassen Klarheit haben», sagte er dem Blatt. Seine Kasse bereite derzeit die Umsetzung des geltenden Rechts vor. «Wenn es geändert wird, muss das schnell passieren, weil man alles wieder umstellen muss.»

Barmer-Chef Eckart Fiedler sagte: «Der Gesetzgeber muss den Einzug der Pauschale bei Rentnern und Arbeitslosen endlich regeln - und zwar möglichst schnell.» Er kritisierte zugleich die von CDU und CSU durchgesetzte Kopfpauschale. Von 20 Millionen Rentnern und Arbeitslosen müsse der Betrag einzeln abkassiert werden. «Das kostet 250 Millionen Euro und würde die Zahnpauschale für alle nicht unerheblich verteuern», sagte Fiedler.

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