Chef der Euro-Gruppe
Sarkozy stützt Schäuble für Euro-Spitzenjob

Der langjährige Chef der Euro-Gruppe, Juncker, möchte den einflussreichen Posten abgeben. Im Juni läuft seine Amtszeit aus. Merkel will, dass Schäuble dann zum Zug kommt. Es gibt jetzt einen prominenten Befürworter.
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Berlin/BrüsselBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble soll nach dem Willen von Kanzlerin Angela Merkel neuer Chef der Eurogruppe werden. Sie hat nach Informationen von Handelsblatt Online einen prominenten Unterstützer für den Plan gefunden. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy stützt die Kandidatur, hieß es am Freitagabend in europäischen Regierungskreisen.

Allerdings hat die Zusage nur für den Fall Gewicht, dass Sarkozy am 22. April bei den Präsidentschaftswahlen beziehungsweise einer Stichwahl am 6. Mai siegt. Für seinen starken sozialistischen Widersacher François Hollande kann Sarkozy nicht sprechen. Gewinnt Hollande, wäre das Rennen um die Juncker-Nachfolge weiter offen.

„Es gibt eine deutsche Kampagne für Schäuble“, hatte es am Freitag in diplomatischen Kreisen in Brüssel geheißen. Schäuble solle den Posten ab Juli dieses Jahres nebenamtlich ausüben und gleichzeitig deutscher Finanzminister bleiben. Die Amtszeit des derzeitigen Eurogruppen-Chefs, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, endet im Juni. Eine Verlängerung strebt Juncker nicht an.

Merkel vermied es zu einer möglichen Nominierung ihres Ministers für die künftige Führung der Euro-Gruppe Stellung zu nehmen. „Dass Herr Schäuble ein herausragender Finanzminister ist, der natürlich auch in der Euro-Gruppe eine wichtige Rolle spielt, kann ich gerne hier noch mal sagen“, sagte Merkel lediglich. Ansonsten aber verwies sie lediglich darauf, dass in der Europäischen Union nun eine Reihe von Personalentscheidungen anstünden. Die werde sie allerdings nicht kommentieren, und die seien auch noch nicht getroffen. „Deshalb kann zu diesem Thema auch nichts gesagt werden.“

Die Entscheidung über die neue Personalie wird wohl nicht mehr vor der französischen Präsidentschaftswahl fallen können. Beim informellen EU-Finanzministerrat Ende März in Kopenhagen werde es darüber zwar eine Diskussion geben, hieß es in Brüssel. Die Entscheidung falle aber womöglich erst beim EU-Gipfel im Juni.

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  • Was hat Sarkozy erhalten? Zusagen für die im Sommer startenden ersten Eurobonds?

    Abgesehen davon: Wenn schon der jüngere Eurogruppenchef Jean-Claude-Juncker sich durch die Doppelrolle derart überfordert sah, dass er sich einer Wiederwahl nicht stellen will - wie soll erst der 70-jährige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble - nicht gerade vor Gesundheit strotzend - seine Doppelrolle ausfüllen? Der Hochjubel dürfte weniger mit der Person Schäubles, als mit der Verschmelzung europäischer Rettungs- und Haftungstöpfe mit der bundesdeutschen Steuerkasse stehen.

    Sicher ist: Der deutsche Finanzminister als Eurogruppen-Chef stünde in Brüssel für die verlässliche verfassungswidrige Mittelentwendung von deutschen Steuergeldern und Mitteln aus deutscen Sozialkassen zwecks dauerhafte Subvention fremder Schuldenpolitik, auf die sich andere Staaten längst verlassen.

    Wir erleben hier die konsequente Umsetzung der Transferunion, in der fehlgeschlagener Bank-Investments sozialisiert und das systematische Übertreten von Defizitgrenzen levantinischer Staatsapparate belohnt werden. Ergo reichlich Grund für Investoren, sich Hoffnungen auf Rückerstattung ihrer Investments und hochspekulativen Hochzins-Anleihen in den Pleitestaaten zu machen.

  • Die Menschen in den Völkern dieser Welt, von denen, die sich anschicken, die Welt in ihrem Sinne zu verändern, reden in einem solchen Falle Von "HumanKapital".

    Was dieselben unter diesem Begriff verstehen, läßt sich am besten an den veröffentlichten und manchen unveröffentlichten Fotos aus Abu Ghraib. Es soll dieselben Methoden an Zivilisten in den USA gegeben haben. Ein Fall ist mir persönlich bekannt aus dem Jahre 1996 in Hollywood/Ft.Lauderdale.

    Nicht möglich, kann nicht. Zu der ZEIT hätten man nur den Golfcumpan, ein bekannter Laywer in Boca Raton, von Jeff Bush fragen müssen, ob s9 etwas möglich wäre. Er hätte es widere besseeren Wissens verneint; denn wer an der reich gedeckten Tafel Platz nehmen darf, hat oft keinen Blick mehr für die Belange in seinem Berufsstand.Es werden nur die getreten und die vertreten, na das überlasse ich dem Leser offen, zumindest seine Interpretation.

    Hörige hat es zur Genüge in unseen Breitengraden. Daher sehr verständlich, daß jemand wie Schäuble einen solch, hochdotierten Posten ausfühllen darf. Eben ein Erfüllungsgehilfe von höheren Gnaden. Das Gesetz ist nicht für alle da, alle aber dienen dem Gesetz. Hurrah!

  • @Rainer_J
    Sie haben meine volle Zustimmung. Mir stockte der Atem als ich das Neueste über die Personalie Schäuble las.

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