Chemie-Gewerkschaft will vier Prozent
Tarifrunde 2007 geht in entscheidende Woche

Den beiden größten Industriezweigen in Deutschland steht eine für die Tarifrunde 2007 entscheidende Woche bevor. Am Dienstag beschließt der Vorstand der IG Metall seine Empfehlung für die diesjährigen Forderungen, und am Donnerstag gehen die Tarifparteien der chemischen Industrie in zentrale Verhandlungen für das ganze Bundesgebiet. In beiden Branchen liegen Arbeitgeber und Gewerkschaften noch weit auseinander, wie Äußerungen beider Seiten vom Wochenende deutlich machten.

HB FRANKFURT/MAIN. Für die rund 3,5 Millionen Beschäftigten der Metallindustrie gilt eine Forderung der Gewerkschaft von 6,5 Prozent als wahrscheinlich. Nach mehreren anderen regionalen Untergliederungen sprach sich am Wochenende auch der IG-Metall-Bevollmächtigte im wichtigsten Bezirk Nordrhein-Westfalen, Detlef Wetzel, für diese Zahl aus. Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, verlangte dagegen einen moderaten Tarifabschluss, der noch unter den drei Prozent von 2006 liegen müsse.

Dann wären auch weitere 30 000 zusätzliche Arbeitsplätze möglich, sagte Kannegiesser der „Wirtschaftswoche“. Weil das Wachstum der Branche 2007 von 6,5 auf 3,5 Prozent zurückgehe, müsse das Ergebnis der Tarifrunde „unter dem Abschluss von 2006 liegen, als wir 3,0 Prozent vereinbart haben“, wird der Arbeitgeberpräsident zitiert. „Wenn die IG Metall den Bogen überspannt, setzt sie Arbeitsplätze aufs Spiel“, warnte er. 18 Prozent der Betriebe schrieben rote Zahlen, elf Prozent schafften nur eine schwarze Null.

Dagegen sagte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Wetzel der „Welt am Sonntag“, der Abschluss müsse auf alle Fälle höher sein als 2006. „Wir rechnen in diesem Jahr mit einer wirtschaftlichen Entwicklung auf gleich gutem Niveau“, sagte er. „Deshalb wird unsere Forderung höher ausfallen. Also muss das Ergebnis ebenfalls höher ausfallen.“ Die Friedenspflicht in der deutschen Schlüsselbranche endet am 28. April.

Auch in der chemischen Industrie sind die Tarifparteien noch weit von einer Einigung entfernt. Nach den erfolglosen Verhandlungen auf regionaler Ebene setzen Arbeitgeber und Gewerkschaft jetzt auf die zentrale Tarifrunde für die bundesweit 550 000 Beschäftigten, die am Donnerstag in Hannover beginnt. Die Arbeitgeber wollen unter dem Abschluss von vor zwei Jahren bleiben, bei dem Tariferhöhungen von 2,7 Prozent und eine Einmalzahlung vereinbart worden waren. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) pocht dagegen auf mindestens drei Prozent mehr Lohn und Gehalt.

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