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16.05.2008 

Am zweiten Tag seines Deutschland-Besuchs stellte der Dalai Lama nochmals klar, dass er für Tibet lediglich Autonomie innerhalb Chinas fordere Tibet wolle sich aber keineswegs von China lösen und völlig unabhängig werden. „Aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke ist es ein größerer Gewinn für uns, wenn wir mit China zusammen bleiben“, sagte er. Diese Haltung unterscheide die Tibeter von den Palästinenser – auch, wenn andere Tibeter eine andere Meinung hätten. Sein Volk fühle sich der Gewaltlosigkeit verpflichtet, sagte der Dalai Lama in Bochum. Die meisten Tibeter würden diesem Prinzip auch folgen. Eindringlich warb das geistige Oberhaupt der Tibeter für einen Dialog mit China.

Das Zusammentreffen mit den deutschen Medienvertretern nutzte der Dalai Lama, um erneut auf die Regierungspropaganda in China hinzuweisen. „Die offiziellen Medien versuchen, mich anzuschwärzen“, sagte er. Es sei ein großes Problem, dass die Menschen in China keinen Zugang zu den Tatsachen hätten: „Auch, wenn ich immer wieder sage, dass ich keine Unabhängigkeit will, ist es fraglich, ob das so in China ankommt.“

Die öffentliche Aufmerksamkeit ist dem Dalai Lama auch so sicher. Dafür tut er einiges, reist durch die Welt, gibt viele Interviews. Und immer wieder erklärt er den Menschen seine Philosophie: „Jeder möchte ein fröhliches Leben haben. Das muss auf einem inneren Frieden beruhen.“ Den könne man nicht für Geld, Macht oder äußeren Wohlstand allein erwerben. Man brauche menschliches Mitgefühl, menschliches Herz. „Die findet man nicht allein in den Religionen, sie sind in der Natur begründet.“

Alle Veranstaltungen ausverkauft

Sein zweites Ziel erst sei religiöser Natur: „Ich bin der Überzeugung, dass alle Religionen das gleiche Potenzial haben: Den Menschen mehr Harmonie und Ausgeglichenheit zu geben. So sind die Religionen vereint – trotz der unterschiedlichen Philosophien und Theologien.“ Der Grund für das Blutvergießen manch religiöser Anhänger sei Unwissenheit, mangelnde Erkenntnis und mangelnde Anwendung der eigenen Lehre. „Daher ist der Austausch zwischen den einzelnen Religionen sehr wichtig.“

In Deutschland ist der Dalai Lama schon zum 33. Mal. Am Nachmittag hält der Dalai Lama einen Vortrag vor 3500 Anhängern in Bochum über Menschenrechte und Globalisierung. Drei weitere Vorträge in Mönchengladbach, Nürnberg und Bamberg folgen in den nächsten Tagen. Alle Veranstaltungen waren innerhalb kurzer Zeit ausverkauft.

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