Christian Lindner und die AfD-Wutrede: Wie der FDP-Chef sich Gehör verschafft

Christian Lindner und die AfD-Wutrede
Wie der FDP-Chef sich Gehör verschafft

FDP-Chef Lindner geht mit einer emotionalen Wutrede viral. Vor dem Landtag in Düsseldorf schoss er scharf gegen die rechtspopulistische AfD. Es ist nicht das erste Mal, dass Lindner ein solches Echo hervorruft.

DüsseldorfSo viel Aufmerksamkeit wünscht sich die FDP häufiger: Auch Tage nach seiner emotionalen Rede vor dem nordrhein-westfälischen Landtag gehen die Wort von Parteichef Christian Lindner viral. Anlass für die Rede in der vergangenen Woche war eine Debatte im Landtag zum Thema Rechtspopulismus. Dabei gab ihm sein Vorredner, der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Römer, eine ungewollte Steilvorlage: Er bezeichnete die CDU als rechtspopulistisch.

Der FDP-Chef verurteilte Römers Beitrag daraufhin scharf: „Die Rede die Sie hier gehalten haben, war diesem Haus und ihrer Person nicht würdig.“ Mit solchen Aussagen verharmlose man die wahren Feinde der Gesellschaft, sagte Lindner und forderte Römer auf, sich bei der CDU zu entschuldigen. Solch eine Diskussionskultur sei nicht zu gebrauchen: „Dieses Niveau beschädigt uns und unser demokratisches Miteinander.“

Danach knöpfte sich der als guter Redner bekannte Lindner die AfD vor: „In Frankreich hat Le Pen [Marine Le Pen, Chefin der rechtsextremen Front National, Anmerk. d. Redak.] sich von den Radikalen getrennt, um bürgerlicher wirken zu können. In Deutschland hat die AfD sich von den Bürgerlichen getrennt, um radikaler sein zu können“, sagte Lindner. „Die sprechen vom Schießbefehl an der deutschen Grenze. Die sprechen vom Begriff der Volksgemeinschaft. Als sei das noch eine kulturelle, religiöse oder ethnische Identität, mit der man wie vor 150 Jahren Politik machen könnte“, schimpft er.

Sein Fazit: „Wenn es ein ungeschriebenes Kapitel des Grundgesetzes gibt, das eine historische Lehre Lehre aus 1945 enthält, dann doch diese: Eine Partei, die wieder völkisch denkt, die Rassenpolitik macht und die Krisen nicht lösen will, sondern die Krisen herbeisehnt: Eine solche Partei darf in Deutschland niemals mehr politische Bedeutung erlangen.“

Doch Lindner ging nicht nur Römer und die AfD an, sondern schoss auch scharf gegen die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Ihre Aussage, sich nicht mit der AfD auseinanderzusetzen, sei für ihn völlig unverständlich: „Ich halte es für ein demokratisches Problem, wenn eine Regierung öffentlich sagt, mit wem sie spricht und mit wem nicht“, sagte Lindner und fragt an Kraft gewandt: „Merken Sie nicht, welche Macht sie der AfD geben, wenn Sie die zu einem solchen Faktor hochjazzen? Sie machen die groß damit.“

Mit ihrer Politik mache sie aus der AfD nur Märtyrer, sagte der FDP-Chef. „Man müsste denen nur möglichst viele Gelegenheiten verschaffen, sich öffentlich zu blamieren.“ Der Zauber verfliege dann von ganz allein, so Lindner.

Das Netz feiert ihn für seine Worte:

Ein anderer Nutzer schrieb:

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Die letzte Wutrede bescherte Lindner viel Aufmerksamkeit

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