Christian Ströbele: Stasi-Vorwürfe bringen Grünen-Urgestein unter Druck

Christian Ströbele
Stasi-Vorwürfe bringen Grünen-Urgestein unter Druck

Dass Horst Mahler eingeräumt haben soll, für die Stasi gearbeitet zu haben, ist pikant. Denn der Ex-RAF-Anwalt teilte sich einst ein Büro mit Christian Ströbele. Der Grünen-Politiker gerät nun deshalb selbst unter Druck.
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DüsseldorfNachdem Horst Mahler, einer der Gründer der RAF, zugegeben hat, als Auslandsspion für die DDR gearbeitet zu haben, gerät nun auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele in den Verdacht, ein Stasi-Spitzel gewesen zu sein. Ströbele hatte mit Mahler Ende der sechziger Jahre als Anwalt zusammengearbeitet. Der Leiter der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, legte Ströbele nahe, eine Erklärung abzugeben. „Auch Herr Ströbele ist bisher nicht gerade durch Selbstkritik aufgefallen - obwohl er gewiss Anlass hätte, über seine Vergangenheit nachzudenken“, sagte Knabe Handelsblatt Online.

Wenig überrascht zeigte sich der DDR-Experte darüber, dass Mahler Ende der 60er Jahre mit der Stasi zusammengearbeitet haben soll, wie es in Medienberichten heißt. „Er hat damals offen Positionen der SED vertreten und war eine Art trojanisches Pferd der DDR“, sagte Knabe. Aber auch andere führende APO-Aktivisten hätten in dieser Zeit konspirative Kontakte in die DDR gehabt nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. „Die meisten Akteure verdrängen dies leider bis heute, um ihr Selbstbild einer hehren Emanzipationsbewegung nicht zu gefährden“, sagte Knabe.

Über die Stasi-Verstrickung Mahlers berichtete die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf Ermittlerkreise. Mahler hat demnach von 1967 bis 1970 als Inoffizieller Mitarbeiter in den Diensten der für Auslandsspionage zuständigen Stasi-Hauptverwaltung A gestanden.

Wie DDR-Experte Knabe zog auch der parlamentarische Geschäftsführer der CSU im Bundestag, Stefan Müller, den Bogen zum Grünen-Abgeordneten Ströbele. Auch dieser müsse erklären, ob er Stasi-Spitzel gewesen sei, forderte Müller.

„Nachdem jetzt Horst Mahler, einer der Gründer der RAF, zugegeben hat, als Auslandsspion für die DDR gearbeitet zu haben, muss sich nun auch der Grünen-Abgeordnete Ströbele erklären, ob er es seinem Bürokollegen gleich tat und ebenfalls Mandanten und andere für die Stasi bespitzelte“, erklärte Müller.

Hier stelle sich doch die Frage, „ob das Anwältekollektiv Ströbele/Mahler nicht eine Westberliner Außenstelle der Stasi war“. Dass Ströbele als „Semilegaler der RAF und Bürogenosse eines Terroristen und DDR-Spions bis heute im Parlament das große Wort führen darf ist unerträglich“, meinte Müller.

Mahler, der heute 75 Jahre alt ist, war in den 1960er Jahren eine der zentralen Figuren in der linken Außerparlamentarischen Opposition. Später trat er als RAF-Anwalt in Erscheinung. Später war er vorübergehend NPD-Mitglied.

Die neuen Erkenntnisse stehen in Zusammenhang mit Ermittlungen der Berliner Generalstaatsanwaltschaft zum Mord an dem Studenten Benno Ohnesorg im Jahr 1967.

Kommentare zu " Christian Ströbele: Stasi-Vorwürfe bringen Grünen-Urgestein unter Druck"

Alle Kommentare
  • Wir wissen seit 2013 dass der Mord an Ohnesorg ein tatsächlicher, echter Inside Job in Deutschland war & dieser Inside Job war die Initialzündung der Grünen als politische und der RAF als terroristische Bewegung die später durch die Stasi auch finanziell und logistisch unterstützt wurde. Man muss sich das mal vorstellen - die RAFler haben im Gefängnis Selbstmord begangen(!) um 'das System' zu stürzen & haben dabei völlig im Interesse der Mörder an Ohnesorg gehandelt. *Das* ist Geheimdienst Arbeit par excellence, so was wie die Realität können sich die Verschwörungstheoretiker mangels Kreativität gar nicht ausdenken

  • Der Artikel ist ein journalistisches Armutszeugnis. Ohne jeden Beleg werden wüste Verdächtigungen gegen Ströbele in die Welt gesetzt. Das ist platter rechter Kampfjournalismus a la Fox/Murdoch. Ich hatte das Handelsblatt für niveauvoller gehalten.

  • Ströbele ist das ware Gesicht der Grünen.

  • Vielen Dank für diese Information.
    Man könnte nun ja noch auf den Gedanken kommen, ob die gesamte RAF nicht möglicherweise eine aus der DDR ins Leben gerufene Organisation war (vielleicht samt 68er Bewegung), mit dem Ziel, die BRD zu schwächen............
    Sicher, das ist wilde Sepkulation, aber damals herrschte schließlich Kalter Krieg. Agitation ist Mittel dazu.
    Bin sehr gespannt, was noch alles so zu Tage tritt.
    Mit freundlichem Gruß
    Lara Berger

  • War Ströbele nicht auch mal im Kontrollrat zur Überwachung der Geheimdienste???
    Dann hätte man ja den Bock zum Gärtner gemacht.
    Wenn das alles wahr ist, sollte der Typ schnellstens hinter Gitter gebracht werden. So ein linker Verräter!

  • Einmal Demokratiefeind, immer Demokratiefeind...
    Ob Mahler, Ströbele, Schily, Trittin oder Kretschmann. Nur die Selbstbewussten sind Mitglied der "Linke". Die anderen verstecken sich im grünen Tarngewand oder sind als U-Boote bei SPD und C*DU tätig...

  • ist Ströbele nicht auch vorbestraft, weil er als Anwalt von RAF-Leuten seinerzeit verbotenerweise Kassiber oder gar Ausbruchswerkzeuge in die Gefängniszellen seiner Mandanten geschmuggelt haben soll?

    J. Böhme/ Nürnberg

  • Gerade die Grünlinken haben schon immer alles unternommen, was sich gegen Deutschland (früher Westdeutschland) richtet. Und heute sitzen diese Typen doch tatsächlich im Bundestag - unglaublich. So schafft sich Deutschland ganz bestimmt ab!

  • Ströbele ist früher aus der SPD geflogen als er in einem Brief die Terroristen der RAF als "Genossen" bezeichnete. Ein erstes Indiz?

  • Ströbele,Mahler.....also, vorstellen könnt ich es mir ja. Anscheinend arbeiten die immer noch für die Stasi.

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