Christian Wulff und Sebastian Edathy
Staatsanwalt soll pikante Details verraten haben

Ein Staatsanwalt soll in den Fällen Edathy und Wulff mehrmals vertrauliche Informationen an Medien weitergegeben haben. Nun gerät er selbst in Visier der Justiz. Er ist nicht der einzige, gegen den ermittelt wird.
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HannoverGegen den Leiter der Generalstaatsanwaltschaft Celle, Frank Lüttig, wird wegen des Verdachts der Weitergabe vertraulicher Einzelheiten aus den Ermittlungen gegen ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) und den früheren Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) an Medien ermittelt. Das sagte Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) nach eigenen Angaben am Freitag dem Landtag in Hannover.

Ihm werde vorgeworfen, in acht Fällen „in strafbarer Weise Geheiminformationen an Dritte weitergegeben zu haben“, erklärte Niewisch-Lennartz weiter. Sieben bezögen sich auf Informationen aus dem Verfahren gegen Wulff, einer auf den Fall Edathy.

Lüttig war im fraglichen Zeitraum zunächst Leiter der Strafrechtsabteilung im Landesjustizministerium unter Niewisch-Lennartz' Vorgänger Bernd Busemann (CDU) und übernahm dann 2012 rund drei Monate nach Aufnahme der Ermittlungen gegen Wulff durch die Staatsanwaltschaft Hannover die Leitung der Generalstaatsanwaltschaft in Celle. Sie leitet die Ermittler in Hannover als direkt vorgesetzte Behörde.

Lüttig war damit so etwas wie der Chefermittler sowohl im Fall Wulff als auch in dem späteren Verfahren gegen Edathy, das ebenfalls von der Staatsanwaltschaft in Hannover geführt wird. Niewisch-Lennartz zufolge wird zudem gegen eine zweite Person wegen Geheimnisverrats ermittelt. Deren Namen dürfe sie derzeit jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen öffentlich nicht nennen.

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Anfangsverdacht erhärtet sich

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