Christoph Ahlhaus
Der Kurzzeit-Bürgermeister

Nur für kurze Zeit war Christoph Ahlhaus Bürgermeister. Dass der als Hardliner geltende Ahlhaus zwangsläufig zu einem Problem für eine schwarz-grüne Koalition werden würde, war wohl absehbar. Und so richtig warm geworden sind auch die Hamburger mit dem Heidelberger nicht. Ein Mann mit vielen Ecken und Kanten.
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HB HAMBURG. Christoph Ahlhaus hatte es als Bürgermeister in Hamburg alles andere als leicht. Als er vor gerade mal drei Monaten am 25. August in der Bürgerschaft als Nachfolger Ole von Beust (beide CDU) gewählt wurde, galt dies eher als Verlegenheitslösung. Potenzielle Beust-Nachfolger waren zuvor kurzfristig abgesprungen oder politisch ramponiert wurden.

Dass der als Hardliner geltende Ahlhaus zwangsläufig zu einem Problem für eine schwarz-grüne Koalition werden würde, war absehbar. Schon bei seinem ersten Auftritt vor der Basis der Grün-Alternativen Liste (GAL) wurde der aus Süddeutschland stammende Ahlhaus ausgepfiffen. Obwohl er seitdem hart daran gearbeitet hat, sein Image zu ändern und sich als bürgernaher, umweltbewusster Großstadtbürgermeister zu präsentieren, hat die GAL jetzt die Reißleine gezogen und die Koalition beendet. Am Sonntag gab die GAL-Führung bekannt, das Bündnis aufzulösen.

Als „Hamburgs ältesten 40-Jährigen“, bezeichnete das „Hamburger Abendblatt“ Ahlhaus kurz nach dem Bekanntwerden seiner Ambitionen, Beust im Amt des Ersten Bürgermeisters zu folgen. Und tatsächlich: jung oder gar modern wirkt Ahlhaus nicht gerade. Das schwarz-orange geringelte Polo-T-Shirt, das er am Tag des Rücktritts Ole von Beusts bei einem gemeinsamen Alsterspaziergang mit seinem Vorgänger trug, ist in der Hansestadt legendär.

Allerdings wusste er stets den Spott von sich abzuwenden. Seine stärkste Waffe dabei: Selbstironie. Von einem Journalisten auf das Ringelshirt angesprochen, sagte er: „Ich hätte nie gedacht, dass dieses Hemd für so viel Gerede sorgen wird.“ Aber für seine Garderobe sei allein seine Frau zuständig, und die habe ihn für das Hemd bereits zur Rede gestellt.

Ahlhaus wurde am 28. August 1969 in Heidelberg geboren, hier absolvierte er von 1988 bis 1990 eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Anschließend studierte er unter anderem in seiner Geburtsstadt, in Berlin und in München Jura. 1999 legte er sein zweites Juristisches Staatsexamen ab, noch im selben Jahr erhielt er die Zulassung als Rechtsanwalt. Für den erfolgreichen Bürgerschaftswahlkampf der CDU kam er 2001 mit seiner Frau nach Hamburg und wurde hier vor zwei Jahren Innensenator.

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  • Wer wann wo nach Hamburg kam, ist doch nicht wichtig.
    Fakt ist doch, dass ohne Richter Gnadenlos die CDU
    immer noch Opposition machen würde. Der Hamburger hatte von R/G die Nase voll. Drogenkriminalität, verdreckter Hauptbahnhof, Gewalt an allen Ecken. Da kam Richter Schill und bekam 18 % Vorschuss.Ole von beust und sein Freund der heute als Todmacher durch die Gegend reist, gingen Schill irgendwann auf den Geist und man trennte sich. Mit den Grünen zu regieren war Verrat an CDU Wähler, Ahlhaus hätte nach seinen Amtsantritt gleich die Koallition beenden sollen. Leider hat er die falschen berater.
    Die Grünen und die CDU passen nicht zusammen, die CDU muss wieder lernen die Kraft und Mut aufzubringen ihre politischen Feinde mit Worten an die Wand zu drücken. V.beust war zu weich, er war nur einer von vielen Grünen die Nachts Frösche retten.

  • indem Sie schreiben, Herr Ahlhaus sei 2001 für den erfolgreichen bürgerschaftswahlkampf nach Hamburg gekommen, wiederholen Sie einen häufig in der Presse gemachten Fehler. Herr Ahlhaus kam als mein Nachfolger erst nach dem bürgerschaftswahlkampf 2001, mit dem die CDU den Senatswechsel herbeiführte, zum CDU-Landesverband Hamburg. Wahlkampfleiter und Landesgeschäftsführer zur Zeit des bürgerschaftswahlkampfes 2001 war ich. Herr Ahlhaus hat dann den bürgerschaftswahlkampf der CDU 2005 geleitet, bei dem erstmals eine absolute Mehrheit der Sitze für die CDU errungen wurde.

    Wulf brocke,Lübeck

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