Chronologie
Der Ablauf der Hamburger Staatsratsaffäre

Die Affäre um den Hamburger Staatsrat Walter Wellinghausen hat sich in den vergangenen Wochen zugespitzt. Während der Sommerpause wurden immer neue Details zu möglicherweise unerlaubten Nebentätigkeiten Wellinghausens bekannt.

HB/dpa HAMBURG. Die Affäre um den Hamburger Staatsrat Walter Wellinghausen hat sich in den vergangenen Wochen zugespitzt. Während der politischen Sommerpause wurden immer neue Details zu möglicherweise unerlaubten Nebentätigkeiten Wellinghausens bekannt. Eine Chronologie:

21. Dezember 2001: Der frühere Verteidiger von Innensenator Ronald Schill, Walter Wellinghausen, wird Staatsrat in der Innenbehörde. Im November war Schill vom Vorwurf der Rechtsbeugung und Freiheitsberaubung aus seiner Zeit als Amtsrichter freigesprochen worden.

20. Juni 2003: Durch Presseberichte wird bekannt, dass Wellinghausen monatlich 4 600 € von einem Hamburger Radiologen, einem ehemaligen Mandanten, erhält.

17. Juli 2003: NDR und „Hamburger Abendblatt“ berichten, dass Wellinghausen im Handelsregister noch bis November 2002 als Vorstandsmitglied der Münchner Isar Klinik II AG geführt wurde.

21. Juli 2003: Das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, Wellinghausen habe Einfluss auf ein Disziplinarverfahren gegen einen straffällig gewordenen Polizisten genommen, der früher sein Mandant war, und gegen dessen Entlassung plädiert. Nach Darstellung der Innenbehörde hat Wellinghausen lediglich Schill auf dessen Wunsch hin bei der behördlichen Erstellung der Anschuldigungsschrift an das Disziplinargericht zugearbeitet.

22. Juli 2003 bis 9. August 2003: Das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, Wellinghausen habe im Januar 2002 zwei Zahlungen von der Münchner Isar Klinik II AG erhalten.

11. August 2003: Bei einer neunstündigen Sondersitzung des Innenausschusses der Hamburger Bürgerschaft räumt Wellinghausen ein, im Januar 2002 zwei Überweisungen des Unternehmens und eine weitere im April 2002 erhalten zu haben.

13. August 2003: Das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, die Münchner Isar Klinik II AG habe Wellinghausen nach ihrem vorläufigen Jahresabschluss für 2002 insgesamt 34 374,90 € gezahlt. Wellinghausen korrigiert nach Sichtung seiner Unterlagen den Betrag auf 18 406,51 €.

16. August: Das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, Wellinghausen sei noch im Juni 2002 für die Isar Klinik II AG tätig gewesen.

18. August 2003: Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitiert den Ex-Tennisprofi und Unternehmer Michael Stich, Wellinghausen habe noch im Frühjahr 2002 versucht, ihn unter anderem für eine Investition bei der Isar-Klinik II AG zu gewinnen.

19. August 2003: Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust versetzt Wellinghausen in den einstweiligen Ruhestand und entlässt Innensenator Ronald Schill.

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