Chronologie: Der „Kalif von Köln“
Kaplan beschäftigt Justiz seit Jahren

Der als „Kalif von Köln“ bekannt gewordene Metin Kaplan beschäftigte die Justiz schon seit Jahren. Hier eine Chronologie:

1983: Metin Kaplan kommt nach Deutschland.

1992: Er wird als Asylberechtigter anerkannt.

1995: Kaplans Vater Cemaleddin, auch „Khomeini von Köln“ genannt, stirbt. Er hatte seinen Sohn zum Nachfolger als Oberhaupt des autoritär geführten Verbandes „Kalifatsstaat“ bestimmt.

1996: In Berlin etabliert sich Gegenkalif Sofu. Kaplan fordert: „Wenn sich ein zweiter Kalif erhebt, muss ihm der Kopf abgeschlagen werden.“

Mai 1997: Sofu wird vor den Augen seiner Familie in seiner Wohnung von Unbekannten erschossen.

März 1999: Kaplan wird in Köln festgenommen. Die Ermittler finden in seinen Geschäftsräumen mehr als eine Million Mark Bargeld.

Februar 2000: Der Prozess gegen Kaplan und zwei Mitangeklagte beginnt vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht.

November 2000: Kaplan wird wegen öffentlichen Aufrufs zu einer Straftat zu vier Jahren Haft verurteilt.

Dezember 2001: Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) verbietet den Kalifatsstaat, weil er demokratie- und verfassungsfeindlich sei.

Mai 2003: Kaplan kommt frei, weil die Strafhaft endet und das Oberlandesgericht Düsseldorf die von der Türkei beantragte Auslieferung Kaplans abgelehnt und den Auslieferungshaftbefehl aufgehoben hat.

August 2003: Das Verwaltungsgericht Köln entscheidet, dass Kaplan in Deutschland bleiben darf. Er habe zwar kein Recht auf Asyl mehr,, dürfe aber auch nicht abgeschoben werden. In der Türkei drohe ihm ein Strafverfahren, das nicht rechtsstaatlich sei.

Oktober 2003: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bestätigt das Verbot der fundamentalistischen Vereinigung „Kalifatsstaat“.

Dezember 2003: Das Oberverwaltungsgericht Münster bestätigt ein Kölner Urteil, nachdem Kaplan kein Recht auf Asyl habe.

Mai 2004: Das Kölner Verwaltungsgericht bestätigt die von der Stadt Köln beantragte Ausweisung Kaplans. Kaplan habe keine Aufenthaltserlaubnis mehr, sondern sei in Deutschland nur noch geduldet. Das Oberverwaltungsgericht Münster entscheidet, dass keine schwerwiegenden Hindernisse für die Abschiebung Kaplans vorliegen. Eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht wird aber zugelassen. Das Amtsgericht Köln erlässt einen Haftbefehl auf Antrag der Stadt. Kaplan wird nicht zu Hause angetroffen. Kaplan beantragt beim Verwaltungsgericht Köln, dass seine Abschiebung aufgeschoben werden müsse, bis das Bundesverwaltungsgericht entschieden hat.

Oktober 2004: Das Kölner Verwaltungsgericht entscheidet, dass Kaplan abgeschoben werden kann, obwohl die Revision beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig noch läuft. Kaplan sei als Identifikationsfigur für den islamischen Extremismus anzusehen, entschied das Kölner Verwaltungsgericht. Es sei notwendig, seinen Aufenthalt zu beenden.

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