In den zweieinhalb Monaten zwischen der hessischen Landtagswahl Ende Januar und der ersten Sitzung des neuen Parlamentes am Samstag gab es mehrere vergebliche Versuche, eine Regierungsmehrheit zu bilden. Eine Chronologie.
27. Januar: Bei der Landtagswahl verliert die CDU 12 Prozentpunkte und erreicht 36,8 Prozent. Sie bleibt aber knapp vor der SPD, die 7,6 Punkte auf 36,7 Prozent zulegt. Im Landtag sind CDU und SPD mit je 42 Sitzen gleich stark, gefolgt von FDP (11) und Grünen (9). Die Linke zieht mit 6 Abgeordneten erstmals ins Parlament ein.
29. Januar: Die Vorsitzenden von CDU und FDP, Roland Koch und Jörg- Uwe Hahn, erklären sich nach einem Treffen zu einer „guten und fairen Zusammenarbeit im Interesse des Landes“ bereit.
7. Februar: SPD und Grüne führen ein erstes Gespräch. Über den Inhalt wird nichts bekannt.
12. Februar: Die SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti trifft sich mit FDP-Chef Hahn. Hahn lehnt den Vorschlag einer Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen ab.
14. Februar: Koch und Ypsilanti kommen zu einem vertraulichen Gespräch zusammen. Beide nennen die Atmosphäre „konstruktiv“. Am selben Tag bringt Koch ein Bündnis mit den Grünen ins Gespräch.
20. Februar: Koch trifft den Grünen-Vorsitzenden Tarek Al-Wazir. Der Inhalt bleibt vertraulich, weitere Termine werden nicht vereinbart.
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26. Februar: Die FDP will die Grünen für eine Jamaika-Koalition mit der CDU gewinnen. Die Grünen sehen dagegen den Auftrag zur Regierungsbildung bei der SPD.
26. Februar: Die Grünen führen ein zweistündiges Gespräch mit der Partei Die Linke, die damit erstmals offiziell einbezogen wird.
4. März: Ypsilanti erklärt, mit der Linken über die Bildung einer rot-grünen Minderheitsregierung verhandeln zu wollen. Vor der Landtagswahl hatte sie dies ausgeschlossen.
6. März: Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, die SPD-Abgeordnete Dagmar Metzger wolle Ypsilanti bei der Ministerpräsidenten-Wahl mit Hilfe der Linken die Stimme verweigern.
7. März: Metzger bleibt im Gespräch mit Ypsilanti bei ihrer Haltung. Ypsilanti teilt ihren Verzicht auf eine Kandidatur zur Ministerpräsidentin bei der Konstituierung des Landtags am 5. April mit. Damit zeichnet sich ab, dass Koch geschäftsführend weiterregieren kann.
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11. März: Die SPD-Fraktion beschließt, ihre Programmpunkte in den neuen Landtag einzubringen und dafür Mehrheiten zu suchen.
15. März: Koch kündigt einen ähnlichen Weg an: Die CDU werde versuchen, die Grünen über gemeinsame Beschlüsse im Parlament in eine Jamaika-Koalition zu locken.
29. März: Auf einem außerordentlichen Parteitag der Hessen-SPD behält sich Ypsilanti vor, „zu gegebener Zeit“ einen neuen Anlauf für eine rot-grüne Minderheitsregierung zu starten. Der Parteitag stützt ihren Kurs mit breiter Mehrheit und schließt eine große Koalition aus.
5. April: Die CDU-Regierung unter Koch bleibt geschäftsführend im Amt. In der ersten Sitzung des neuen Landesparlaments findet sich kein Bewerber für das Amt des Ministerpräsidenten. Koch kündigt einen neuen kooperativen Politikstil an.


