CIA-Opfer
El Masri verprügelt Neu-Ulmer Bürgermeister

Aufregung im Rathaus von Neu-Ulm: Das frühere CIA-Entführungsopfer Khaled el Masri hat den Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg am Freitag im Rathaus zusammengeschlagen.

HB NEU-ULM. Der 46-jährige Deutsch-Libanese sei anschließend geflüchtet, aber wenig später in seinem Wohnort Senden festgenommen worden, teilten Polizei und Justiz mit. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl. Der CSU-Politiker Noerenberg sei durch Faustschläge im Gesicht verletzt worden und im Krankenhaus behandelt worden, sagte ein Polizeisprecher.

El Masris Motiv war zunächst rätselhaft. Vor ein paar Wochen habe er dem Oberbürgermeister einen "völlig wirren Brief" geschickt, sagte Stadtrat Wolf-Dieter Freyberger der Nachrichtenagentur AP. Am Freitag sei er mit drei seier Kinder ins Rathaus gekommen und habe gefordert, den Oberbürgermeister zu sprechen. Angestellte riefen die Polizei, die El Masri einen Platzverweis erteilten. Eine halbe Stunde später sei El Masri allein zurückgekehrt, in Noerenbergs Büro eingedrungen und habe mit Fäusten und womöglich auch einem Stuhl auf ihn eingeschlagen, sagte ein Polizeisprecher.

Die bayerische Justizministerin Beate Merk erklärte: "Es ist entsetzlich, wenn ein Oberbürgermeister, der sich für Gemeinschaft, Gemeinwohl und Gesellschaft einsetzt, dafür um seine Sicherheit fürchten muss." Noerenbergs Stellvertreterin Christa Wanke sagte: "Das ist eine ganz neue Dimension, die wir in Neu-Ulm nicht kennen."

El Masri wurde laut Münchner Staatsanwaltschaft von CIA-Agenten im Dezember 2003 nach Afghanistan verschleppt und dort fünf Monate gefangengehalten. Im Mai 2007 fuhr er in Neu-Ulm mit seinem Auto in einen Metro-Markt und legte Feuer. Außerdem schlug er während einer Fortbildung einen Ausbilder krankenhausreif. Ein Gericht verurteilte ihn zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und einer Therapie. Nach einem Bericht der "Neu-Ulmer Zeitung" soll El Masri vor einem Monat in der geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Günzburg untersucht worden sein, nachdem er einen benachbarten Firmenbesitzer bedroht habe.

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