Clement: Ausbildungspakt verspricht Erfolg
Lücke von bis zu 30 000 Lehrstellen

Bis zu 30 000 junge Menschen werden Ende September trotz des Ausbildungspaktes zwischen Wirtschaft und Politik ohne einen Ausbildungsplatz dastehen. Damit hat sich die Lage gegenüber dem vergangenen Jahr weiter verschlechtert.

HB BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) zeigte sich nach einem Gespräch mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft am Dienstag in Berlin aber zuversichtlich, dass bis Jahresende jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Angebot für eine Ausbildung oder Qualifizierung gemacht werden könne. Der Ausbildungspakt zwischen Regierung und Wirtschaft greife und verspreche Erfolg. Die Wirtschaft schuf nach eigenen Angaben bisher knapp 11 .000 Ausbildungsplätze mehr als im Vorjahr.

Die Grünen warfen den Unternehmen aber vor, sie würden ihrer Verantwortung nicht gerecht. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi plädierte für eine gesetzliche Ausbildungsabgabe gegen den Lehrstellenmangel. Die CDU-Bildungspolitikerin Katherina Reiche sprach von einem katastrophalen Auftakt für das Ausbildungsjahr.

Clement zog mit den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Handwerks und der Arbeitgeber eine Zwischenbilanz des vor drei Monaten geschlossenen Pakts. Darin hatte die Wirtschaft 30 000 neue Lehrstellen und 25 000 mehrmonatige Praktika für schwer vermittelbare Jugendliche zum Berufseinstieg zugesagt.

Der Pakt wirke, sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun: „Wir haben das Ziel vor Augen. Erreicht haben wir es noch nicht.“ Bislang warben DIHK und Handwerk nach eigenen Angaben 36 300 neue Lehrstellen ein. Da andere Betriebe aber Lehrstellen etwa wegen der wirtschaftlich schwierigen Situation streichen, gab es Braun zufolge bisher unter dem Strich nur 10 .800 Ausbildungsplätze mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig suchen etwa 20 000 Jugendliche mehr als im Vorjahr einen Ausbildungsplatz. Die Lehrstellenlücke wird Ende September daher voraussichtlich größer ausfallen als im vorigen Jahr, als 20 200 Plätze fehlten.

An dem Treffen nahm auch der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, teil. Er nannte es entscheidend, dass zum Jahresende die Vorjahreszahl von noch rund 35 000 unversorgten Jugendlichen unterschritten werde. Die Tendenz gehe dort hin. Mit einer intensiven Nachvermittlungsaktion wollen Wirtschaft und Arbeitsagenturen die Lehrstellenlücke so klein wie möglich halten. Alle unvermittelten Jugendlichen sollen angeschrieben werden. In einem Kompetenzcheck soll überprüft werden, welche Maßnahme für sie am geeignetsten ist.

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