CO2-Gebäudesanierung
Koalition bringt Abwrackprämie für Häuser ins Spiel

Erst Autos abwracken, jetzt Häuser abreißen? Viele alte Häuser lassen sich nicht so umbauen, dass sie kaum noch Energie verschwenden, heißt es in der Koalition. Ein Neubau wäre billiger. Doch woher sollen die Milliardensummen kommen?
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BERLIN. Nach der Auto-Abwrackprämie denkt die schwarz-gelbe Koalition nun offenbar über eine „Abrissprämie“ für alte Gebäude nach, bei denen sich eine Sanierung zur Energieeinsparung nicht mehr rechnet. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag aus Koalitionskreisen. Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm könnte demnach auch für Ersatzneubauten geöffnet werden. In vielen Fällen sei dies günstiger, „als ältere Häuser zu Tode zu dämmen“, hieß es. Im Rahmen des Energiekonzepts plant die Regierung bis 2050 das bisher umfassendste energetische Sanierungsprogramm in Deutschland.

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bau, Klaus Wiesehügel, reagierte hoch erfreut auf eine mögliche „Abrissprämie“: „Es wird höchste Zeit, eine Neubau-Offensive in Deutschland zu starten.“ Die Pläne könnten zu einer „Frischzellenkur für den Wohnungsmarkt“ werden, sagte Wiesehügel.

Bundesweit seien 10,5 Millionen Wohngebäude Nachkriegsbauten, die bis Ende der 1960er-Jahre errichtet wurden. Das seien knapp 27 Prozent des Gesamtbestandes. „Viele dieser Alt-Gebäude sind wirtschaftlich nicht mehr zu sanieren, für die Eigentümer dieser Häuser käme die Abrissprämie jetzt genau richtig“, sagte Wiesehügel. Die Neubauten müssten die modernsten Klimastandards erfüllen.

Doch fraglich ist, wie die Regierung dies angesichts knapper Kassen stemmen sollte. In dem Energiekonzept der Regierung heißt es, dass bis 2050 alle Gebäude auf einen „Null-CO2-Emissions“-Standard gebracht werden sollen. Das bedeutet, dass die Gebäude möglichst wenig Energie verbrauchen sollen - und dann auch nur Öko-Energien.

So will die Regierung ihre Klimaschutzziele erreichen. Rund 40 Prozent der Energie wird in Gebäuden verbraucht, vor allem für das Heizen. Werden die Sanierungsvorschriften nicht erfüllt, könnten Steuernachteile drohen, heißt es im Energiekonzept.

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  • Erfolgt die Wertermittlung bei leerstehen Häusern nach dem Ertragswert, so ist der Gebäudewert gleich Null. Übrig bleibt der bodenwert nach baufreimachung.
    Wozu allso eine Abwrackprämie? Eigentlich kann es sich nur um Ablösungen von Hypotheken handeln.

    bei Grund und boden hat es sich eingebürgert, daß es sich hierbei um Eigentum handelt. Nein, es handelt sich nach wie vor um besitz und ist kein Eigentum. Deshalb heißt es Grundbesitz; es ist eine "Nutzungslizenz" von unbestimmter Dauer und mit einem Hausrecht verbunden. bei Mietwohnungen geht das Hausrecht für die Mietwohnung auf den Mieter über. Dem Staat steht es zu, diese "Lizenz" jederzeit in Art und Umfang zu ändern oder sogar gegen Entschädigung zu kündigen. Ein Recht auf schöne Aussicht gibt es nicht und ist staatlicherseits auch kein bewertungsmaßstab.

    Die Nutzung oberhalb und unterhalb des Grundstückes verbleibt ohnehin beim Staat. Die Art und das Maß der bodennutzung wird vom Staat (baunutzungsverordnung), vertreten durch die Kommunen, vorgegeben. Die "Lizenz" ist handelbar.

    Wenn nun aber der Staat das Maß der Nutzung, die GFZ / GRZ, zugunsten des "Lizenznehmers" verändert, kann er wie bei einem Software-Update nachfordern. Verdoppelt er das Nutzungsmaß, kann er den Nettowert (ohne infrastruktur) verdoppeln. Weist das "Update" die bauliche Nutzung von Straßenland durch Überbauung aus, so ist auch hier nachzufordern; der Staat/Kommune verkauft sozusagen Straßenland. So ist es denkbar, daß innerstädtische Areale, die von bundesstraßen oder entsprechend breiten Straßen umsäumt sind, zu geschlossenen wirtschaftlichen Einheiten (Sonderwirtschaftzone) werden und im Rahmen städtebaulicher Neuordnung die Grundsteuer völlig entfällt. So können sich Kommunen entschulden, die bürokratie abbauen und ihren Geldbedarf auf ein Minimum bringen.

    http://www.bps-niedenstein.de/

  • Diese bundesregierung verheizt jedes Jahr über 300 Mrd. Euro wovon 115 Mrd. Euro der Zersiedelung der Landschaft zuzuschreiben sind und haben deshalb leere Kassen. Für das Defizit haftet der bürger.

    im besagten Gebäudebestand gibt es bauten, die sind heute höher belastet (90%) als zur Entstehungszeit 1960; Kommunalbauten, SPD bürgermeister, Regionalbank!
    bei einer Million leerstehender Wohnungen, ist natürlich Rückbau angesagt. Dann muß man aber ein schlüssiges Koszept haben. Und das kann man von Chaoten einfach nicht erwarten.

    http://www.bps-niedenstein.de/

  • ich hab' doch nicht Schwarz-Gelb gewählt, damit die jetzt auch noch Rot-Rot-Grün in ihrem CO2-Wahnsin überholen. Merkel und Röttgen haben doch einen Vollschuss. Wen soll man jetzt noch wählen? Eine neue Partei muss her. Sarrazin, Merz. irgendjemand. Ein baumstumpf ist kompetenter als diese Hohlköpfe.

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