Contra
"Wir lehnen die Verteuerung entschieden ab"

ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker ist strikt gegen höhere Diesel-Preise an deutschen Tankstellen. Er sieht die betroffenen Autofahrer bereits durch höhere Kfz-Steuern und die Ökosteuer belastet.
  • 1

DüsseldorfDie EU-Kommission plant eine Anhebung der Mindeststeuersätze für Diesel sowie eine Orientierung der Kraftstoffbesteuerung am Energiegehalt und den CO2-Emissionen statt wie bisher am Volumen. Voraussetzung für eine Umsetzung ist allerdings eine einstimmige Zustimmung aller EU-Staaten. Dies erscheint derzeit nicht besonders realistisch.

Der ADAC lehnt eine Verteuerung von Dieselkraftstoff in Deutschland infolge einer höheren Besteuerung entschieden ab. Man darf nicht ignorieren, dass der heute in Deutschland im Vergleich zu Benzin geltende niedrigere Energiesteuersatz auf Diesel durch eine deutlich höhere Kfz-Steuer für Diesel-Pkw ausgeglichen wird! Gerade Dieselmotoren sind hinsichtlich der CO2-Vermeidungsziele besonders wichtig in punkto Klimaschutz; ein sinkender Dieselanteil am Bestand würde die CO2-Emissionen erhöhen.

Die Autofahrer in Deutschland sind bereits heute durch eine sehr hohe Energiesteuer belastet, die in der Spitzengruppe der EU-Länder liegt. Deutschland hat bereits im Jahr 1999 eine Ökosteuer als Bestandteil der Energiesteuer eingeführt, die den Liter Benzin und Dieselkraftstoff für den Endabnehmer um insgesamt 18,3 Cent verteuert. Die Autofahrer in Deutschland tragen somit schon seit über zehn Jahren eine zusätzliche Steuerlast. Diese ist explizit ökologisch begründet und setzt über den Kraftstoffverbrauch direkt an den CO2-Emissionen an. Dies müsste nach meiner festen Überzeugung bei der Überarbeitung der EU-Energiesteuerrichtlinie unbedingt berücksichtigt werden.

Der ADAC hat sich in den letzten Jahrzehnten offensiv und mit einem eigenen konkreten Steuergestaltungsvorschlag in die Diskussion über die umweltorientierte Gestaltung der Kfz-Besteuerung eingebracht. Die am 1. Juli 2009 in Deutschland in Kraft getretene reformierte Kfz-Steuer für Pkw orientiert sich in zentralen Punkten an dem vom ADAC entwickelten Konzept.

Kommentare zu " Contra : "Wir lehnen die Verteuerung entschieden ab""

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "...dass der heute in Deutschland im Vergleich zu Benzin geltende niedrigere Energiesteuersatz auf Diesel durch eine deutlich höhere Kfz-Steuer für Diesel-Pkw ausgeglichen wird! Gerade Dieselmotoren sind hinsichtlich der CO2-Vermeidungsziele besonders wichtig in punkto Klimaschutz"

    Und genau darin besteht doch der Fehler und die Ungerechtigkeit, die die EU-Kommission beseitigen will. Wenn doch die Kraftstoffe nach dem tatsächlichen Energiegehalt und die Fahrzeuge nach der CO2-Emission besteuert werden, dann haben wir doch endlich mal eine gerechte Besteuerung! Inzwischen ist der Diesel fast genauso teuer, wie das Benzin. Und trotzdem zahlt der Dieselfahrer mehr KFZ-Steuern. Frau Merkel will natürlich ihr sinnloses Steuerkonstrukt nicht aufgeben. Sie stellt es jetzt so dar, als würde es zusätzliche Kosten für die Autofahrer bedeuten. Das würde aber nur stimmen, wenn sie auf alle bisherigen Steuern die Steuerberechnung der EU draufschlagen würde. Die ganze Kraftstoff- u. KFZ-Besteuerung ist doch in Deutschland nicht mehr nachvollziehbar. Als Krönung gibt es auf alles nochmal die Mehrwertsteuer. Als Steuer auf die Steuer. Das sollte der ADAC mal klar machen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%