Corporate Governance
Frauenquote für Aufsichtsräte?

Mehr Frauen in die Ausichtsräte! Um dieses Ziel zu erreichen, erwägt die Corporate-Governance-Kommission eine feste Frauenquote. Bisher sind weibliche Vertreter in den Gremien kaum zu finden. Ein unhaltbarer Zustand, findet die Kommission – und verweist auf die Situation in anderen EU-Staaten.

BERLIN. Um mehr Frauen den Weg in deutsche Aufsichtsräte zu ebnen, schließt die Corporate-Governance-Kommission inzwischen die Einführung einer Quotenregelung nicht mehr grundsätzlich aus.

„Wenn die neuen Kodex-Regeln für mehr Vielfalt nichts bewirken, ist die Diskussion über eine Quote unausweichlich“, sagt die Rechtsanwältin Daniela Weber-Rey. Sie ist Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, der für börsennotierte Unternehmen die Regeln guter Unternehmensführung festsetzt. Die Kommission wurde von Ex-Thyssen-Chef Gerhard Cromme gegründet und wird heute von Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller geleitet.

Nach einer Studie des Instituts für Unternehmensführung der Universität Karlsruhe und des Karlsruhe Institute of Technology sind von den 3758 Aufsichtsräten der 600 wichtigsten börsennotierten Firmen in Deutschland nur gut acht Prozent Frauen. Die EU geht von einem Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von 13 Prozent aus. Ohne Arbeitnehmervertreter liegt der Frauenanteil gar nur bei vier Prozent. Damit gehöre Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa, so die Brüsseler Kommission.

Für eine gesetzliche Quote von 25 Prozent setzt sich seit 2006 das Netzwerk „Fidar“ (Frauen in die Aufsichtsräte) ein, zu dem sich weibliche Führungskräfte aus Großkonzernen, Anwaltskanzleien und Universitäten zusammengeschlossen haben. Eine Quote von 40 Prozent, wie sie seit 2006 in Norwegen für Aufsichtsräte und Vorstände gilt, hält das Netzwerk für illusorisch: „In Deutschland gibt es weit weniger Frauen in Führungspositionen als in Skandinavien“, sagt die „Fidar“-Vorsitzende Monika Schulz-Strelow. Dies wird auch durch die neue Karlsruher Studie bestätigt: Zwar hat sich der Frauenanteil in Vorständen deutscher Unternehmen von 1998 bis 2008 verdoppelt – aber nur von 1,2 auf 2,4 Prozent.

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