Countdown in Bayern: „Hoeneß soll unser Geld zurückgeben“

Countdown in Bayern
„Hoeneß soll unser Geld zurückgeben“

Bad Wiessee ist ein idyllischer Ort. Dort wohnt auch Uli Hoeneß, dem wegen Steuerhinterziehung eine Anklage droht. Was denken seine Nachbarn über die Affäre und beeinflusst sie sogar die Wahl? Ein Stimmungsbericht.
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Bad WiesseeWaldtraud, Alpenhof oder Bergwald: Ein Hotel reiht sich an das nächste, genauso gutbürgerlich wie ihre Namen. Geranien ranken sich um die Holzbalkone, lackiert Läden zieren die Fenster, die Häuser sind üppig bemalt. Da unten blitzt der Tegernsee durch die Bäume, majestätisch erheben sich dahinter die Berge. Das Läuten von Kuhglocken klingt aus der Ferne herüber. Ab und zu fährt ein Auto durch den 4800-Seelen-Ort, manchmal spuckt ein Bus Touristen aus. Ein Rentnerpaar unterhält sich beim Spazierengehen. Sonst ist es still in Bad Wiessee am Tegernsee. Idylle pur.

In dieser Idylle in Oberbayern, rund 40 Kilometer südlich von München, hat auch Uli Hoeneß sein Haus – irgendwo. Hoeneß, der Präsident des FC Bayern München, der sich im Januar selbst wegen Steuerhinterziehung anzeigte und gegen den die Staatsanwaltschaft München ermittelt. „Der Uli Hoeneß? Keine Ahnung, wo der hier wohnt“, sagt eine Frau, die auf den Bus wartet. Mit einem Augenzwinkern sagt sie: „Aber wenn Sie ihn finden, dann sagen sie Hoeneß, er soll unser Geld zurückgeben.“

Tief hängen die Wolken über den Bergen am Tegernsee. Fast, wie ein schlechtes Omen. Doch wenn, dann ist es wohl nur ein schlechtes Zeichen für die SPD, hier muss die CSU nicht bangen – Steueraffären hin oder her. Bei der vergangenen Landtagswahl 2008 verlor die CSU zwar auch im Wahlkreis Miesbach Stimmen, zu dem auch Bad Wiessee gehört – und zwar massiv. Auch im kleinen Ort am Tegernsee. Und doch hieß das Ergebnis für die CSU: 52 Prozent.

Dieses Mal könnte es noch besser ausgehen, denn nun ist dies der Wahlkreis von Ilse Aigner. Bei den Bundestagswahlen holte sie immer mehr als 50 Prozent der Erstimmen in ihrem Wahlkreis. Nun tritt die Bundeslandwirtschaftsministerin nicht mehr für den Bundestag an, stattdessen will sie nun in den bayrischen Landtag. Sie könnte in fünf Jahren Horst Seehofer beerben. Und Seehofer scheint hier unumstößlich.

„Nein, den Hoeneß kennen wir nicht persönlich“, sagt ein Mann. Er sitzt mit seiner Frau vor der Eisdiele des Ortes. Natürlich sei das nicht fair, dass einer, der so viel Geld habe, auch noch Steuern hinterziehe. „Aber das entscheidet das Gericht.“ Und der Seehofer, der habe ja nun angekündigt, härter gegen Steuerhinterziehung vorzugehen, sagt der Mann. Damit sei er zufrieden. Seine Frau fügt hinzu: „Was soll der Herr Ministerpräsident auch mehr machen? Meinen Sie, Ude würde es besser machen? Ich nicht.“

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„Hoeneß soll unser Geld zurückgeben“

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„Was meinen Sie, wie viel eine Kellnerin verdient?“

Kommentare zu " Countdown in Bayern: „Hoeneß soll unser Geld zurückgeben“"

Alle Kommentare
  • @bayernfan

    Eine CSU Partei-Führung innerhalb der Produktonsleitung bei Audi. BMW, Siemens etc kann ich mir bei besten Willen nicht vorstellen.
    Die CSUler können nicht mal eine Landesbank beaufsichtigen, beaufsichtigen....Ohne ominöse Taschen zu füllen.

  • @Vicario
    CSU hat gewonnen und das zu Recht- niedrigste Arbeitslosenquote und beste Schulbildung natürlich Ergebnis einer prima Landespolitik- wer war denn in den letzten Jahrzehnten in Bayern am Drücker- SPD und Grüne?

  • Die unsägliche Titelüberschrift "Frankreich will feiern-Deutschland guckt zu" steht immer noch.

    Offenbar ist das HB unfähig zwischen Gedenken und Feiern zu unterscheiden.
    Die Mediokrität beim Übertiteln und mangende Sorgfaltspflich schlägt sich dann nieder in Zensurwut, was man nur beklagen kann.

    Wann ändern Sie endlich diesen unsäglichen Titel, wertes HB?

  • Da gibt reichlich Verwirrung in den Köpfen! Höneß hat Geld ins Ausland gebracht! Richtig! Das ist etwas, was an diesem Punkt noch niemanden etwas angeht. Höneß hat mit diesem Geld gewirtschaftet, oder wirtschaften lassen. Die Erträge daraus hat er nicht in D versteuert, wie es das Gesetz vorschreibt. Das ist natürlich gegenzurechnen mit den Steuern, die die Schweiz erhebt. Die schweizer Steuerbehörden wissen sehr genau welcher Nationalität der Kontobesitzer ist. Es wird generell ein 35% (!) Abschlagsteuer einbehalten, die dem Land gutgeschrieben werden, aus dem der Kontobesitzer kommt. Das gilt für Juden, Araber, Inder, Chinesen, Amerikaner und Popel-Deutsche, die immer noch glauben die Schweiz ist von deren Geld abhängig.
    Wer immer noch glaubt er muß in Steinbrück-Manier mit den Hosenträgern schnalzen, möge sich bitte vorher informieren.
    Die Überschrift jedenfalls ist 2. Kellertiefparterre - sorry HB

  • @Falk

    Das pauschale Löschen auch von sachlich korrrekten und historisch interessanten Kommentaren zu dem genannten Artikel, ist ein deutliches Zeichen von Unsicherheit
    und mangelnder Bildung des "Zensur-Beauftragten" des HB, die man nur beklagen kann.

    Hochwertiger Journalismus sieht mit Sicherheit anders aus.


  • ..................
    ULI HOENESS
    ..................
    DAS TRAURIGE FOTO WIRD UNSEREM
    WOHLTÄTER ULI HOENESS ABER IN
    KEINER WEISE GERECHT..!!
    ..
    MENSCHLICH ZUTIEFST VON ALLEN
    VERLEUMDUNGEN GETROFFEN-LEBT
    ER ABGESCHIEDEN IM SCHOSSE DER
    LIEBEN FAMILIE MIT SICH IM
    REINEN..!!!

  • Normalerweise wurden an Wocheneden geschriebene Kommentare im HB erst am Montag zensiert, heute schon am Sonntag. Tja, war auch eine saublöde Überschrift, "Frankreich feiert- Deutschland guckt zu".

    Hätte die Überschrift korrekt gelautet, "Frankreich gedenkt- Deutschland guckt zu", wären manche Kommentare anders ausgefallen.

    HB titelt eben im Bildzeitungsstil, unglaublich wenn Unvermögen und Ignoranz in der Redaktion einer immerhin nicht ganz unbedeutenden Wirtschaftszeitung
    die Oberhand behauptet.

    Bessern Sie sich HB- Titel "Erfinder" und ab in die Büßerecke. LOL


  • Investmentbanker soll ich dir mal sagen was ich als Ingenieur von dir halt. Ach lassen wir das. Würde eh zensiert. Such dir mal einen vernünftigen Job.

  • "beide schändlich abgewürgt,obwohl die meisten
    gut begründet waren.
    Prolle und Trolle haben mit dem wegdrücken der
    Kommentare,hier dann doch die Oberhand..schade."
    ---
    Das sehe ich auch so. Anstatt alles zu löschen hätte man vielleicht nur die Proleten-Kommentare in Fäkalsprache herausselektieren sollen, auch wenn es etwas mehr Arbeit macht. So hat man das Kind mit dem Bad ausgeschüttet und den sinnvollen Anteil der Diskussion abgewürgt.
    Noch sinnvoller wäre es, die Forensoftware so zu variieren, daß das Kapern von Nicknames technisch unmöglich ist. Ich bin kein IT-Spezialist, aber das sollte m.E. mit einem simplen Datenbankbabgleich möglich sein.

  • "Und jetzt geh ich nach kurzen Pit-Stopp weiter die 700 PS meines Aventador V12 im Grenzbereich Vmax 350 km/h austesten. Wohlstand Dank Euro, hoher Bildung und den richtigen Beruf/-ung als Investmentbanker. Over and out ! "
    ---
    Ich gönne Ihnen Ihren Aventador samt Ihrem Beruf und das meine ich ehrlich.
    Mein Beuf als Freelancer, den ich mit viel Freude ausübe, wirft mit Sicherheit nur einen winzigen Bruchteil dessen ab, was Sie jeden Monat auf dem Konto haben und doch:
    Mir ist ein einziger, warmer Blick aus den Augen meiner Hunde oder ein gemeinsamer, stundenlanger Waldspaziergang mehr wert als alle Luxuskarossen und Nobelvillen zusammen. Reichtum und Luxus bemessen sich nicht an Geld, sondern an dem, was man an seinem Leben wertschätzt. Ich mag an irdischen Gütern gemessen an Ihnen arm sein und doch fühle ich mich unendlich reich und möchte nicht einmal ansatzweise mit Ihnen tauschen! :-)
    MfG
    Wolfsfreund

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