Credit Suisse

Neues Material belastet Steuerhinterzieher

Wieder ermitteln Staatsanwälte gegen deutsche Kunden der Credit Suisse. Auch vier Angestellte und ein ehemaliger Mitarbeiter der Schweizer Großbank sind ins Visier geraten, der Verdacht: Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Im ersten Großverfahren gegen deutsche Steuerhinterzieher zahlt die Liechtensteiner LGT Treuhand nun Millionen an die Staatskasse.
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Fünf vor Zwölf für die Credit Suisse: Wieder ermitteln Staatsanwälte wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Quelle: Reuters

Fünf vor Zwölf für die Credit Suisse: Wieder ermitteln Staatsanwälte wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

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BERLIN/ZÜRICH. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat anonym weitere Unterlagen zugespielt bekommen, die ihr bei den Ermittlungen gegen deutsche Steuerhinterzieher mit Konten bei der Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) helfen könnten. Außerdem ermitteln die Staatsanwälte jetzt konkret gegen vier Angestellte und einen ehemaligen Mitarbeiter von Credit Suisse wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Das sagte Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann dem Handelsblatt.

Die Unterlagen enthielten auch Informationen über eine "CS Life Ltd.", über die zum Schein Lebensversicherungen vermarktet worden sein könnten, um gezielt Schwarzgeld weißzuwaschen. In der vergangenen Woche seien erneut Wohnungen in Süddeutschland durchsucht worden, sagte Möllmann.

Die deutschen Staatsanwälte ermitteln, ob CS-Mitarbeiter ihren deutschen Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Sie stützen sich dabei auf Informationen einer "Steuersünder-CD", die der deutsche Fiskus von einem Datendieb erworben hatte. Wie das Beihilfe-Verfahren ausgehen werde, sei völlig offen. Das Liechtensteiner Verfahren habe darauf keinen Einfluss, betonte Möllmann.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat in diesem ersten Großverfahren gegen deutsche Steuerflüchtige - darunter Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel - jetzt die Beihilfe-Verfahren gegen Mitarbeiter der LGT Treuhand eingestellt: Die Bank und etwa 40 Mitarbeiter - alle keine deutschen Staatsbürger - zahlten dafür fast 50 Millionen Euro in deutsche Staatskassen. Das Angebot kam von seiner Behörde, sagte der Bochumer Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek.

Im CS-Fall richten sich die Beihilfe-Ermittlungen vorrangig gegen deutsche Staatsbürger mit Arbeitsplätzen in Deutschland. Die Credit Suisse wollte nur bestätigen, "dass es bei unseren Mitarbeitern Hausdurchsuchungen gegeben hat", so Konzernsprecher Marc Dosch. Zum Vorwurf, die Schweizer Bank habe mit "Versicherungsmänteln" ihren Kunden einen Ausweg aus der Steuerfalle geboten, wollte er sich nicht äußern.

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  • Haben Sie gewusst, dass auch widerrechtliche Handlungen des Finanzamtes gegen Steuerfplichtige die Verjährung unterbrechen ?
    Gegen unruhigen Schlaf infolge geerbten Vermögen im Ausland gibt es ein gutes und greifendes Universalrezept:
    Packen Sie einen Koffer, gehen Sie zur Meldestelle und melden Sie sich als deutscher Steuerzahler bei ihrer Gemeinde ab. Anschliessend nehmen Sie in einem Land ihrer Wahl Wohnsitz, wo ihre Steuerdeklaration willkommen ist.
    Danach schlafen Sie nach dem Motto: Ehrlich währt am längsten.
    Mit der Abmeldung in Deutschland endet ihre Steuerpflicht sofort und unwiderruflich.

  • Unsere Justiz sollte endlich mal gegen Steuer-VERSCHWENDER vorgehen!

  • Wenn Deutschland nicht aufhört, seine Elite zu verleumden und zu verfolgen, werden wir diesem Staat den Rücken kehren und die investitionen in lohnenderen Ländern tätigen!

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