Cromme-Kodex als Richtschnur
Beim Manager-Gehalt pocht SPD auf Gesetze

Die SPD will per Gesetz mehr Transparenz bei den Gehältern von Managern erzwingen. Unter anderem sollen im Aktiengesetz Pensionszusagen und „langfristige Anreizprogramme“ - etwa Aktienoptionen - verständlich beschrieben werden müssen. Für einige Forderungen dürfte die Partei auch Verbündete beim Koalitionspartner finden.

BERLIN. Die SPD will im Aktiengesetz mehr Transparenz über Managergehälter festschreiben. Die Partei will sich dabei eng an den Formulierungen des Cromme-Kodex für gute Unternehmensführung orientieren. Darauf hat sich die SPD-Arbeitsgruppe zur Manager-Bezahlung unter Leitung von Fraktionsvize Joachim Poß verständigt. Der frühere Thyssen-Manager Gerhard Cromme hat seit 2001 diesen freiwilligen Kodex entwickelt.

„In den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen muss künftig wieder mit mehr Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein über die Höhe von Managergehältern und Abfindungen entschieden werden“, heißt es in dem Papier der SPD-Arbeitsgruppe, das dem Handelsblatt vorliegt. „Der Hebel dafür ist mehr Transparenz.“

Anlass ist der Ärger in der SPD, aber auch im Arbeitnehmerflügel der Union (CDA), über den deutlichen Anstieg der Managergehälter, während die der Belegschaften stagnieren. Laut SPD stiegen sie in wenigen Jahren vom 14-fachen des Durchschnittseinkommens im Betrieb auf das 44-fache.

Die SPD hatte im Dezember die Arbeitsgruppe gegründet. Ihr gehören auch Justizministerin Brigitte Zypries, der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel und die Parlamentarische Finanzstaatssekretärin Nicolette Kressl an. Die Gruppe will vor allem im Aktiengesetz präzise festschreiben, wie Vorstandsvergütungen im Geschäftsbericht darzustellen sind. Auch Pensionszusagen und „langfristige Anreizprogramme“ – etwa Aktienoptionen – sollen verständlich beschrieben werden müssen. Dies verlangt auch CDA-Vize Gerald Weiß. Die CDU-Führung indes lehnt gesetzliche Änderungen bisher ab.

Poß ist auch dafür, dass künftig der gesamte Aufsichtsrat und nicht nur der geheim tagende Präsidialausschuss über Vorstandsbezüge entscheidet. Überlegungen, darüber sogar die Hauptversammlung entscheiden zu lassen, gelten in der Gruppe nunmehr aber als wenig praktikabel.

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