Cromme-Kommission feilt an der Transparenz
Corporate Governance auf dem Prüfstand

Der deutsche Corporate-Governance-Kodex wird überarbeitet. Die Kodex-Kommission unter Leitung des Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschefs Gerhard Cromme will die Transparenz bei Vorstandsbezügen um Pensionen und Sachleistungen erweitern und erstmals auch eine Empfehlung zur strittigen Frage des automatischen Wechsels ehemaliger Vorstandsmitglieder auf Aufsichtsratsposten geben. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kommissionskreisen.

HB DÜSSELDORF. Unter den 13 Mitgliedern des Gremiums war Stillschweigen über die geplanten Veränderungen vereinbart worden. Cromme will am kommenden Freitag in Berlin eine neue Studie zur Akzeptanz des Kodex in der Wirtschaft vorstellen und zur Weiterentwicklung Stellung nehmen.

Vor drei Jahren war der Kodex von der ständigen Regierungskommission Corporate Governance verabschiedet worden. Hohe Wellen schlug das Regelwerk zur guten und transparenten Unternehmensführung im Sommer 2003, als unter dem Eindruck einer kontroversen öffentlichen Debatte neue Empfehlungen zur individuellen Offenlegung von Vorstandsbezügen aufgenommen wurden.

Seitdem gab es keine Änderungen. Unter den Mitgliedern des Gremiums ist strittig, ob neben den rund 70 bestehenden Empfehlungen weitere ausgesprochen werden sollen. Max Dietrich Kley, Präsident des Deutschen Aktieninstituts (DAI) sowie Aufsichtsrat bei BASF und Infineon, warnt etwa vor einer „Überregulierung“. Angesichts der Fülle von Vorschlägen zur Corporate Governance von Politikern wie auch aus Brüssel „müssen wir uns fragen, ob wir den Kodex wirklich so weit ausufern lassen“, sagte das Mitglied der Cromme-Kommission dem Handelsblatt.

Der Kodex war auf Wunsch der Regierung entwickelt worden, um Gesetze zu vermeiden. Nach dem Aktiengesetz sind die Unternehmen verpflichtet, jedes Jahr in einer so genannten Entsprechenserklärung offen zu legen, welche der Empfehlungen und Anregungen (Soll- und Kann-Regeln) akzeptiert werden. Allerdings hat die rot-grüne Bundesregierung zugleich sieben Gesetze insbesondere zum Anlegerschutz auf den Weg gebracht, die auch die Governance-Regeln beeinflussen.

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