CSU auch an Familienministerium interessiert
Müntefering erwägt Vizekanzler-Amt

SPD-Chef Franz Müntefering liebäugelt einer Zeitung zufolge damit, als Vizekanzler und Arbeits- und Sozialminister in eine große Koalition unter einer Kanzlerin Angela Merkel einzutreten - wohl auch deshalb, weil Gerhard Schröder dem Drängen seiner Parteifreunde nicht nachgeben und sich aus der Politik verabschieden will. Auch in der Union tun sich neue Personaloptionen auf.

HB BERLIN. Müntefering wolle mit dem Schritt helfen, das Verhältnis zwischen der Regierung und der SPD zu entkrampfen, berichtet die "Leipziger Volkszeitung". Das Blatt beruft sich auf Angaben eines stellvertretenden SPD-Vorsitzenden. Müntefering wolle so der Koalition zu Verlässlichkeit verhelfen. Zur Begründung hieß es, dass in der angestrebten großen Koalition mit der CDU-Vorsitzenden Merkel, CSU-Chef Edmund Stoiber und Müntefering alle drei Parteivorsitzenden säßen. Zuvor hatte Müntefering bereits darauf hingewiesen, dass er einen Eintritt ins Kabinett nie ausgeschlossen habe.

Das sei ein vom eher traditionell denkenden Müntefering gesuchtes "Zeichen der Zuverlässigkeit und der Machtkontrolle nach innen wie nach außen, gegenüber Merkel und für die eigene Partei", hieß es weiter. Für das dann frei werdende Amt des SPD-Fraktionschefs werde sich schon jemand finden, wurde der nicht namentlich genannte SPD-Vize zitiert: "Wir haben doch mindestens drei ,Ex' in der Fraktion: Gerhard Schröder, Ex-Kanzler, Sigmar Gabriel, Ex-Ministerpräsident, und Wolfgang Thierse, Ex-Bundestagspräsident."

Allerdings steht Schröder offenbar vor dem Abschied aus der aktiven Politik zurück. Er widersetzt sich bislang dem Drängen vielen Parteifreunde, in einer herausgehobenen Rolle in das angestrebte gemeinsame Kabinett mit der Union einzutreten. In der Sitzung der SPD-Führung am Montag zu dem Egebnis der Sondierungsgespräche mit der CDU/CSU drängten zahlreiche Sozialdemokraten Schröder dazu, Vize-Kanzler zu werden oder eine andere herausgehobene Stellung in der großen Koalition zu übernehmen. Der thüringische Landesvorsitzende Christoph Matschie berichtete, viele hätten "deutlich gemacht: Gerhard, du musst jetzt. Es wäre schön, wenn du zur Verfügung stündest".

Schröder habe aber keine Angaben zu seinen Zukunftsplänen gemacht und betont, dass er sich zu nichts zwingen lassen werde. Er habe es sich nochmals verbeten, als Verhandlungsmasse betrachtet zu werden.

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