CSU-Bundestagsabgeordnete fordern Aussprache
Stoiber soll sich in Berlin erklären

Nicht nur in München steht der bayerische Ministerpräsident und Beinahe-Bundeswirtschaftsminister Edmund Stoiber unter Beschuss. Auch seine Berliner CSU-Kollegen sind noch nicht fertig mit ihm.

HB HAMBURG. Mitglieder der CSU-Landesgruppe im Bundestag fordern nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung, dass Stoiber ihnen seinen Verzicht auf das Amt des Bundeswirtschaftsministers detailliert erläutert. Der CSU-Abgeordnete Andreas Scheuer sagte dem Blatt (Montagausgabe): „Ich erwarte von Edmund Stoiber, dass er der CSU-Landesgruppe in Berlin seinen Schritt erklärt. Ich fordere ihn auf, sich einer umfangreichen Aussprache zu stellen. In der angespannten Lage müssen gemeinsam Lösungen erörtert werden, wie wir uns künftig personell aufstellen.“

Auch der CSU-Abgeordnete Herbert Frankenhauser verlangt eine Aussprache. Der Politiker sagte der Zeitung: „Stoiber soll der CSU- Landesgruppe im Bundestag darlegen, was ihn bewogen hat, doch nicht Wirtschaftsminister zu werden.“

Stoiber hatte kurz nach der Ankündigung Franz Münteferings, nicht länger SPD-Chef sein zu wollen, seinen Verzicht auf ein Amt in einer künftigen Bundesregierung erklärt. Stoiber sagte, er wolle bayerischer Ministerpräsident bleiben. Die Begründung lautete, es fehle mit dem Rückzug des SPD-Vorsitzenden ein entscheidender Eckpfeiler in einer großen Koalition. Allerdings wird Müntefering nach derzeitigem Stand wohl ein Regierungsamt übernehmen.

Nach der Absage Stoibers war offene Kritik an ihm aus den eigenen Reihen gekommen - sowohl von der Parteibasis, als auch von Landtagsabgeordneten und aus den Spitzen der CSU. Einer der prominentesten Gegner ist der ehemalige CSU-Vorsitzende Theo Waigel, der Stoiber "schwerste politische Fehler" vorwarf. Der Chef des CSU-Kreisverbandes im nordbayerischen Kronach, Joachim Doppel, forderte Stoiber gar offen zum Rücktritt auf.

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